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Do, 15:09 Uhr
24.07.2025
Bundestariftreuegesetz:

Mehr Bürokratie mit fragwürdiger Wirkung

Mit dem geplanten Bundestariftreuegesetz will die Bundesregierung die Tarifbindung stärken. Doch das Gegenteil ist der Fall: Auch in den Bundesländern, in denen es bereits ein Tariftreuegesetz gibt, ist die Tarifbindung rückläufig. Das Gesetz löst kein Problem, sondern schafft nur mehr Bürokratie...


Die Bundesregierung will Aufträge des Bundes ab einem Schwellenwert von 50.000 Euro nur noch an Unternehmen vergeben, die tarifliche Standards gewährleisten. Zudem müssen sie sicherstellen, dass das auch mögliche Subunternehmen tun. Die Bundesarbeitsministerin will damit einen Anreiz für mehr Tarifbindung schaffen.

Tariftreuegesetz stärkt Bindung nicht
Ein Blick auf die Erfahrungen in Bundesländern mit Landestariftreuegesetzen zeigt: Die Tarifbindung wird nicht gestärkt. In Nordrhein-Westfalen (NRW), das seit vielen Jahren Tariftreueregelungen hat, ist die Tarifbindung der Betriebe seit 2014 von 36,6 auf 25 Prozent – also um fast zwölf Prozentpunkte – gesunken. In Berlin lag die Tarifbindung mit 16 Prozent schon 2014 auf einem sehr niedrigen Niveau.

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Im vergangenen Jahr waren es trotz Tariftreuegesetz noch 14,1 Prozent, also fast zwei Prozentpunkte weniger. In Bayern und Sachsen gibt es keine Regelung. In Bayern ging die Tarifbindung von 29,4 auf 24,7 Prozent moderater zurück und in Sachsen blieb sie mit 15,8 Prozent sogar stabil.

Bürokratischer Aufwand wächst
In NRW berichteten 2015 viele Vergabestellen von Umsetzungsproblemen mit dem TVgG-NRW, insbesondere kleinere Unternehmen. Oft würden Erklärungen abgegeben, ohne deren Inhalt wirklich zu verstehen. Auch in Berlin galt das Gesetz teils als kompliziert und zeitaufwändig. Es gingen weniger Angebote ein, zum Teil mit höheren Angebotspreisen, die Verfahrensdauer verlängerte sich.

Kleinere und mittlere Unternehmen werden durch größere verdrängt
Zudem könnten kleinere und mittlere Unternehmen durch größere verdrängt werden. Die großen sind häufiger tarifgebunden, zahlen oft sogar über Tarif. Gerade bei kleineren, nicht-tarifgebundenen Unternehmen ist zu befürchten, dass sie sich weniger an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen.

Zum einen fällt es ihnen häufig schwerer, Tariflöhne wirtschaftlich abzubilden, zum anderen sind sie eher mit dem bürokratischen Aufwand überfordert. „Wenn der Bund weniger Angebote erhält und höhere Preise an große Unternehmen zahlt, wird der Steuerzahler dafür aufkommen müssen“, sagt IW-Experte Hagen Lesch.
Autor: psg

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Kommentare
ossi83
24.07.2025, 15:48 Uhr
Bürokratie
Also, manchmal kommt es mir vor, als ob das gewollt ist, zu sagen, wir bauen Bürokratie ab, aber am Ende wird es noch viel mehr Bürokratie, da diesen Bürokratieabbau ja jemand organisieren, überwachen und ausführen muss. Der jenige gibt sich bestimmt nicht mit einer Sekretärin zufrieden die Sekretärin ist wohl wahrscheinlich auch mit etwas Papierkram beschäftigt. Aber in Deutschland ist ja alles möglich, und wird toleriert!!!!Das eine zusagen und was ganz anderes zu machen und ganz am Ende……UPS.
Kobold2
24.07.2025, 20:52 Uhr
Ja sehr fragwürdig
Das man darüber diskutieren muss, dass die öffentliche Hand mit Vorbildwirkung dafür einstehen soll, dass die Auftragnehmer entsprechend Tarif bezahlt werden. Aus meiner Sicht wäre das eine Selbstverständlichkeit. Herr Lesch denkt aus seiner beschränkten Sicht nur an seine eigene Tasche, sonst würde er auch die Steuerbelastung der Gesellschaft berücksichtigen die aufgewendet werden muss, um Niedriglöhner mit Steuergeldern zu stützen, damit sie über den Monat kommen.
KeinKreisverkehr
25.07.2025, 08:04 Uhr
Der gemeine Arbeitnehmer
Wird vor allem im Mittelstand ausgebeutet.

Kleinere Unternehmen die nicht nach Tarif bezahlen werden dadurch benachteiligt. Naja das ist ja auch der Sinn des Gesetzes. Bezahlt die Mitarbeiter ordentlich dann hat man nichts zu befürchten.

Dass die Tarifbindung trotz Tarifbindungsgesetz gesunken ist ist leider auch kein Argument dagegen.

Ist als würde man sagen, dass man nach der Coronaimpfung trotzdem einen Coronaschnupfen hatte und deswegen die Impfung ja völlig sinnlos war.
ossi1968
25.07.2025, 20:16 Uhr
@kreisverkehr
Dein letzter Satz sagt eigentlich alles...da wir mittlerweile alle wissen daß die Coronaimpfung komplett sinnlos war ist es auch fraglich ob immer eine tarifbindung den arbeitnehmer glücklich macht. meine firma bezahlt nicht tarif. aber ist recht nahe dran. gibt dann noch etliche gimmicks auf dem lohnzettel wo am ende brutto gleich netto ist und ne ordentliche endzahl rauskommt. ob das die beamten in den vergabestellen verstehen ich denke nicht. die wissen nicht wie es unten in der freien wirtschaft läuft und komm mir keiner was ist wenn du mal arbeitslos bist....ich werde nie arbeitslos sein. und die rente... da wohne ich schon viele jahre vorher mietfrei im eigenen gut ausgebauten häuschen. so geht das
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