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Mo, 12:38 Uhr
23.03.2026
Teure Kontoüberziehung:

Banken berechnen im Schnitt 11,28 Prozent

Bankkunden müssen für die Überziehung ihres Girokontos nach wie vor sehr hohe Zinsen zahlen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Verivox-Auswertung von mehr als 6.600 Girokonten auf der Basis von BaFin-Daten...

Sparen (Foto: Michaela 💗 auf Pixabay) Sparen (Foto: Michaela 💗 auf Pixabay)
Wer den Dispokredit auf dem Girokonto in Anspruch nimmt, muss dafür im Schnitt 11,28 Zinsen zahlen. Den bundesweit höchsten Dispozins berechnet aktuell die VR-Bank Landsberg-Ammersee mit 15,31 Prozent. Dahinter folgen die Volksbank Nordharz mit 14,77 Prozent und die vor allem in Dänemark und Norddeutschland aktive Sydbank mit 14,55 Prozent.

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„Zur kurzfristigen Überbrückung eines finanziellen Engpasses ist der Dispo praktisch, doch diese Flexibilität müssen Bankkunden bei vielen Geldhäusern teuer bezahlen", sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH.

Unter den Kreditinstituten mit einem besonders teuren Dispo ist die Sydbank die einzige Privatbank. Ansonsten befinden sich unter den 20 Geldhäusern mit den höchsten Dispozinsen elf Genossenschaftsbanken und acht Sparkassen.

Dispo-Überschreitung kostet bei jedem zweiten Konto extra
Die Höhe des verfügbaren Disporahmens wird mit der Bank individuell vereinbart und hängt unter anderem von der Kreditwürdigkeit der Kundinnen und Kunden ab.

Wenn Verbraucher ihren Verfügungsrahmen überschreiten, müssen sie für diese sogenannte geduldete Überziehung bei 45 Prozent aller Konten nochmals einen Zinsaufschlag bezahlen – meist in einer Größenordnung von 2 bis 6 Prozentpunkten. Der durchschnittliche Aufschlag für die geduldete Kontoüberziehung liegt aktuell bei 4,25 Prozentpunkten.

Bis zu 19,75 Prozent Zinsen für die Kontoüberziehung
Am teuersten ist die geduldete Kontoüberziehung bei der Raiffeisenbank Pfaffenhofen an der Glonn. Hier müssen Kundinnen und Kunden 19,75 Prozent Zinsen bezahlen, wenn sie den eingeräumten Dispo-Rahmen überschreiten. Der reguläre Dispozins ist mit 13,75 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich hoch.

Auch für die geduldete Kontoüberziehung hat Verivox anhand der BaFin-Daten die 20 Kreditinstitute mit den höchsten Sollzinsen identifiziert. Bei der Verteilung auf die unterschiedlichen Bankengruppen zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei den regulären Dispozinsen: Unter den 20 Geldhäusern mit den höchsten Zinsen befinden sich zwölf Genossenschaftsbanken, sieben Sparkassen und eine Privatbank.

Ratenkredite oft nur etwa halb so teuer
„Bei der Wahl des passenden Girokontos sollten Verbraucher nicht nur auf die Dispo- und Überziehungszinsen achten. Aber je häufiger Bankkunden den Dispokredit in Anspruch nehmen, desto wichtiger sind natürlich auch günstige Konditionen“, sagt Oliver Maier. „Ein gutes Konto zeichnet sich darüber hinaus durch niedrige Kontoführungsgebühren sowie geringe Kosten für die zugehörige Karte und fürs Geldabheben aus.“

Bei kurzfristiger Disponutzung bleiben die Kosten trotz der hohen Zinsen überschaubar. Wer für 10 Tage mit 500 Euro im Minus steht, muss dafür bei einem durchschnittlich hohen Dispozins von 11,28 Prozent 1,57 Euro Zinsen zahlen.

Wenn das Konto hingegen dauerhaft in den roten Zahlen steht, sollten Verbraucher günstigere Alternativen zum Dispo prüfen und eine Umschuldung in Erwägung ziehen. Die Zinsen für einen Ratenkredit mit guten Konditionen sind oft nur etwa halb so hoch wie die Dispozinsen auf dem Girokonto. Zudem verfügen Kreditnehmer hier über einen festen Tilgungsplan auf Basis gleichbleibender Monatsraten und wissen dadurch jederzeit, wann sie wieder schuldenfrei sind.

Methodik
Für die Analyse hat Verivox am 26.02.2026 bei der BaFin einen Datensatz mit über 6.600 Girokontomodellen von rund 1.100 Banken und Sparkassen heruntergeladen und ausgewertet. Bei 5.044 dieser Konten ist die Überziehung mittels Dispokredit möglich und es werden dafür Zinsen ausgewiesen. Bei allen namentlich genannten Kreditinstituten wurden die Dispo- und Überziehungszinsen anschließend anhand der Angaben auf ihren eigenen Internetseiten verifiziert.
Autor: psg

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