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Mo, 13:05 Uhr
28.07.2025
Handelskonflikt:

Deal im Zollstreit ist gerade so vertretbar

Die EU und die USA haben sich im Zollstreit geeinigt. Der Deal ist hinnehmbar, weil die Europäer beim Warenhandel am kürzeren Hebel sitzen und sicherheitspolitisch auf die Amerikaner angewiesen sind. Trotzdem wird die Einigung insbesondere Deutschland belasten. Meinen Fachleute des IW...


Europäische Firmen, die ihre Produkte in die USA liefern wollen, müssen künftig einen 15-prozentigen Importzoll auf viele Waren in Kauf nehmen. Deutschen Firmen mit starker US-Konkurrenz wird das schaden. Es braucht jetzt belastbare Garantien zur Absicherung der Einigung, damit Unternehmen verlässlich planen können. Um zu verhindern, dass Trump den Deal mit neuen Drohgebärden wieder infrage stellt, muss die EU auch ihre geplanten Gegenmaßnahmen weiter in der Schublade behalten.

EU und Binnenmarkt stärken
Gerade Deutschland wird unter dem Deal leiden, da die USA der wichtigste Exportpartner für uns sind. Der US-Exportanteil lag 2024 mit 10,4 Prozent nah an seinem bisherigen Höchstwert seit der Jahrtausendwende. Tatsächlich ging der deutsche US-Export in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres mit 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück, vermutlich wird es nicht dabei bleiben.

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Doch dürfen wir das Schadenspotenzial auch nicht übertreiben: Selbst wenn die deutschen US-Exporte beispielsweise um 25 Prozent sehr stark einbrechen sollten, brauchen die deutschen Ausfuhren nach Europa nur um etwa vier Prozent zu steigen, um den Einbruch wieder wettzumachen. Wir müssen also die EU und den Binnenmarkt endlich ernsthaft stärken.

Zudem könnte der Schaden für unsere Unternehmen geringer ausfallen als gedacht: Die amerikanischen Käufer dürften wohl den größten Teil der Zölle tragen. Viele Studien zu den China-Zöllen der ersten Trump-Administration zeigen diesen Effekt. Die von Trump gefeierten höheren US-Zolleinnahmen dürften demnach vor allem aus den Taschen der US-Wirtschaft stammen.

Trumps Drohungen zeigen ihre Wirkung
Wie die Folgen für Deutschland konkret aussehen werden, wird erst abschätzbar, wenn die Details des Deals bekannt sind. Die Einigung ist gerade noch vertretbar, weil es angesichts der realen Machtverhältnisse unrealistisch war, dass Trump die bisherigen Zölle wieder vollständig zurücknimmt. Die EU sitzt am kürzeren Hebel, weil sie wegen ihres Warenhandelsüberschusses wirtschaftlich stärker auf die USA angewiesen ist als umgekehrt.

Vor allem aber konnte die EU eine Eskalation des Handelsstreits nicht riskieren, weil sie sicherheitspolitisch auf die USA angewiesen ist. Trump hätte dieses Ass wahrscheinlich irgendwann aus dem Ärmel gezogen. Dieser Deal ist nur angesichts der real- und sicherheitspolitischen Machtverhältnisse hinnehmbar – ein Erfolg sieht anders aus.
Autor: psg

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Kommentare
KeinKreisverkehr
28.07.2025, 14:21 Uhr
Spielball der großen
Die EU ist schwach geworden und aktuell scheint es ja Trend zu sein "raus" zu wollen.
Das ist dann die logische Konsequenz daraus.

Ich hoffe, dass ein paar Leute nach solchen Meldungen aufwachen aber wenn man sich andere Themen anschaut ist das wohl eher Wunschdenken. Über die eigene Stirn hinaus zu blicken fällt schwer wenn das wichtigste Thema im Leben eine 3,4 Prozent Partei ist.
DonaldT
28.07.2025, 14:26 Uhr
"Deal"? im Zollstreit
Zitat aus dem Text:
"Gerade Deutschland wird unter dem Deal leiden".

Gibt es den überhaupt etwas, was die EU beschließt und macht, was D nicht esonders belastet?
Man denke nur an den EU_Beitrag und dessen geplante Steigerung, an die CO2 Vorgaben, an dem "Impfstoffdeal usw.usw.
EU abschaffen oder sofort austreten.
UvL handelt eigenmächtig, selbstherrlich und 2.Wahl Merz nickt ab (um Kanzler zu bleiben?).
Leser X
28.07.2025, 16:52 Uhr
Selbst-Kasteiung...
... könnte man das nennen. Oder wem das Wort Selbstverzwergung besser gefällt...

Wo ist das mutige Auftreten europäischer Politiker aus der Trump-Vorwahl-Zeit geblieben? Waren es nur markige Worte ohne Substanz? Warum besinnt man sich nicht auf eigene wirtschaftliche Vorteile? Warum sitzt die oberste Europäerin wie ein schüchternes Schulmädchen neben Trump, die gleiche Frau, die beim Disput gegen Putin vor scheinbarer Kraft kaum laufen kann? Warum muss Europa nun auch noch für 750 Milliarden schmutzige Energie kaufen? Kosten, die auf uns alle umverteilt werden?

Mein persönliches Fazit: Die tiefe Demut gegenüber den USA muss wohl tiefer als gedacht in die Gene europäischer Politiker eingegraben sein.
rudi2
28.07.2025, 18:42 Uhr
Lieber Leser X
Den Globalisten (v. Deep State) geht es im die US-Welthegemonie! Ob NATO- oder EU-Osterweiertung bis Wladiwostok! Es gibt nur ein Ziel!!! China eleminieren! Kosten,Verluste, Kriege, Menschenleben, EU-Perspektiven, Zölle, bzw. Handel und Volkswohlstand , spielen in diesen gnadenlosen Kreisen absolut keine Rolle! Nicht im Entferntesten !!! Oder?
dagos
28.07.2025, 19:07 Uhr
Das ist kein Deal, das ist Unterwerfung
Kein Zoll für Waren aus USA nach EU.
15 Prozent Zoll für Waren aus EU nach USA.
Dann würde ich als Unternehmer in USA investieren, Standorte in EU schließen und meine Waren künftig nach EU exportieren. Weitere Stellenabbau in EU ist die Folge. Was ist daran vertretbar? Dieser aufgeblasene orange Wutwichtel kommt doch vor Lachen nicht mehr in den Schlaf.
Leser X
28.07.2025, 19:16 Uhr
Klar rudi2
Das ist mir ja auch nicht neu. Es ist nur eben ein Sch... gefühl zu wissen, dass wir ein europäisches und deutsches politisches System erdulden müssen, dass in völliger Rückwärtsgewandheit sehenden Auges diesem Endgame nichts entgegenzusetzen vermag. Wofür noch wählen, wenn man keine Wahl hat? Demokratie war einmal.
rasska86
29.07.2025, 00:02 Uhr
So geht abhängig sein..
D, die EU hatten eine große Chance auf eine dauerhafte und zum Wohle beider Seiten gute wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland . Das durfte nicht sein. Zuerst wurde diese Zusammenarbeit mit allen Mitteln vergiftet, Nordstream 2 gesprengt, was D kaum interessiert.
Stattdessen liefern wir Waffen in Kriege und machen uns noch abhängiger von den USA und nun kommt das Dankeschön für soviel Gehorsam. Das nenne ich echte Freundschaft unter Verbündeten 🤦. Freunde sollte man sich aussuchen dürfen
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