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Fr, 10:50 Uhr
07.03.2025
Gerüchte über Absagen machen in Bad Langensalza die Runde

Ohne Brunnenfest und Weihnachtsmarkt durchs Jahr?

Kein Brunnenfest mehr und kein Weihnachtsmarkt. Steigende Gebühren und kein Service. Nichts verbreitet sich in einer kleinen Stadt so rasend wie Gerüchte. Doch was fällt wirklich aus in diesem Jahr und wie kommen unerfreuliche Steuererhöhungen zustande? Die uhz hat im Rathaus nachgefragt …

Auch in diesem Jahr werden wieder Tausende auf und an der Straße zum Brunnenfestumzug jubeln  (Foto: uhz Archiv) Auch in diesem Jahr werden wieder Tausende auf und an der Straße zum Brunnenfestumzug jubeln (Foto: uhz Archiv)


Die Telefonanlage der Stadtverwaltung Bad Langensalza brach zusammen, als die Eigentümer von Grundstücken auf dem städtischen Areal ihre neuen Grundsteuerbescheide erhielten. Ausgestellt und verschickt vom Rathaus, ausgedacht und beschieden jedoch vom Thüringer Finanzministerium, für das die Verwaltung tätig werden musste.

Sabina Reinhardt, Kämmerin der Stadt, kann auch nicht nachvollziehen, wie sich die neuen Beträge zusammensetzen, um die jahrelang in der Politik gerungen wurde. Grundsätzlich sind die Steuern für Gewerbegrundstücke gesunken (teilweise bis zu 45 Prozent), für kleinere private und vor allem für Neubauten dagegen gestiegen. „Es hieß ursprünglich, es gäbe durch die Reform keine Veränderungen für die Kommunen“, sagt Reinhardt, „jetzt waren wir aber gezwungen die Hebesätze anzupassen, um die Defizite auszugleichen“.

„Das hat vordergründig nichts mit dem städtischen Finanzhaushalt zu tun. Da wir uns aber aktuell um ein Hauhaltssicherungskonzept für unsere Stadt beim Landkreis bemühen, blieb uns ohnehin keine andere Wahl“, erläuterte Bürgermeister Matthias Reinz der uhz. „Die Stadt setzt nur um, was die Landesregierung entschieden hat.“
Weil es sich dabei noch um die alte, abgewählte Regierung handelte hofft Reinz nun, dass der neuen Ministerpräsident mit seiner Regierungsmannschaft hier etwas verändern kann. Versprochen hatte Mario Voigt bei seinem Antrittsbesuch in Bad Langensalza, sich des Problems anzunehmen.
„Ich kann jeden einzelnen verstehen, der mit der Situation unzufrieden ist. Alles wird beständig teurer, aber die Einkommen steigen nicht mit“, zeigt das Stadtoberhaupt Verständnis für den Frust seiner Bürger.

Vom Stadtrat beschlossen sind für dieses Jahr bereits Erhöhungen der Anwohnerparkgebühren, der KiTa-Beiträge und auch die Hundesteuer im Stadtgebiet wird teurer.

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Feste Gerüchte
Angesichts leerer Stadtkassen schießen derzeit die Gerüchte über Absagen von Feiern und Festen der Stadt ins Kraut, als wäre schon Frühsommer. Um Klarheit über den Wahrheitsgehalt zu erlangen empfiehlt es sich, konkret bei der Stadtverwaltung nachzufragen. Diese Möglichkeit steht jedem Bürger offen, auch den Medienschaffenden. Es ist dazu lediglich ein Telefon erforderlich, durch das man seine Fragen stellen kann und Antworten erhält. Wir haben das getan und hier sind die Ergebnisse.

In zeitlicher Reihenfolge des städtischen Jahreskulturkalenders kann festgehalten werden:
  • Ja, es gibt ein Brunnenfest 2025. Und ja, es wird ein Umzug veranstaltet wie gewohnt.
  • Ende August wird selbstverständlich das 31. Mittelalterstadtfest in der historischen Altstadt gefeiert.
  • Einschränkungen wird es bei dem in der Corona-Zeit entwickelten Format der „Sommerlaune“ im Arboretum geben, das nur noch einmal veranstaltet wird und nicht wie in den letzten Jahren viermal.
  • Beibehalten werden die im vergangenen Sommer spektakulär gut angenommenen musikalischen Donnerstagabende unter dem Motto „BaLaTon“ in der Innenstadt.
  • Auch die 666 Plastikenten sollen wieder um die Krone des Stadtmeisters 2025 beim zünftigen Entenrennen schwimmen dürfen.
  • Die Wirtschaftsinitiative organisiert in diesem Herbst wieder eine sehenswerte Oldtimer-Ausfahrt.

Zusätzlich werden einige private Kulturanbieter sich im Laufe des Jahres dem Publikum vorstellen und um die Gunst der Langensalzaer und ihrer Gäste buhlen. Diese Angebote könnten bei entsprechender Nachfrage vielleicht zu festen Einrichtungen werden. So funktioniert schließlich der Kapitalismus: Führen individuelle Investitionen zu Erfolgen, kann weiter investiert und neu geplant werden.

Auch um den Weihnachtsmarkt müssen die Bewohner der Kurstadt nicht fürchten. „Es wird definitiv einen Weihnachtsmarkt geben“, stellte sich Bürgermeister Reinz den allenthalben umherwabernden Gerüchten entgegen. „Wir überlegen allerdings, ob wir den Pfefferkuchenmarkt in diese Veranstaltung mit integrieren, die dann wieder von Donnerstag bis Sonntag für weihnachtliches Flair sorgen wird.“

Entwarnung also, was den Ausfall größerer Feste in diesem Jahr in der Rosenstadt angeht. Wenn die städtischen Kulturausgaben aufgrund der angespannten Haushaltslage in den nächsten Jahren zurückgefahren werden müssen, liegt es an privatem Engagement und Initiativen, diese Defizite auszugleichen. Angesichts von sehr aktiven Vereinigungen wie dem städtischen Gewerbeverein und der Wirtschaftsinitiative sowie privaten Sponsoren sollte es aber gelingen, auch diese Krise zukünftig zu meistern, damit bei allen Problemen Zeit und Raum zum Feiern, Fröhlichsein und gemeinsamen Begegnungen bleibt.

Bad Langensalza kann stolz sein auf die vielfältigen kulturellen Veranstaltungen, die jährlich auf die Beine gestellt und professionell durchgeführt werden. Viele andere (auch wesentlich größere) Städte im Freistaat schauen neidisch auf das Getümmel im Thüringer Becken, das jährlich Tausende von Besuchern anlockt. Selbstverständlich ist das aber nicht und es muss immer wieder darum gekämpft werden, dass diese Vielfalt erhalten bleibt.

Olaf Schulze
Autor: osch

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