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Sa, 14:32 Uhr
08.03.2025
Museumsverband Thüringen zieht Bilanz

Steigende Besucherzahlen, unsichere Zeiten

Die Thüringer Museen konnten im vergangenen Jahr steigende Besucherzahlen verzeichnen. Sorgenvoll blickt man auf die Haushaltslage des Landes, da der Beschluss zum Landeshaushalt voraussichtlich erst im April erfolgen wird...

Bereits im Dezember 2024 bildete sich eine neue Landesregierung des Freistaats Thüringen mit den drei Koalitionspartnern CDU, BSW und SPD. Durch den Regierungswechsel ergaben sich Veränderungen in der Ausrichtung der Kulturpolitik. Nach zehn Jahren wechselt der Kulturbereich von der Staatskanzlei in das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (TMBWK). Mit Dr. Bernd Uwe Althaus gibt es bereits einen Staatssekretär für Bildung. Der Posten des Kulturstaatssekretärs wird im Laufe des Jahres noch besetzt.

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Sorgenvoller Blick auf den Haushalt
Der im letzten Jahr von der damals amtierenden Thüringer Landesregierung vorgelegte Entwurf für das Jahr 2025 sah drastische Sparmaßnahmen für den Museumsbereich vor. Am härtesten würde es die Projektförderung mit einer Kürzung um 74% von 385.000 Euro auf 100.000 Euro treffen, damit ließen sich kaum noch vielseitige Sonderausstellungen oder Publikationen realisieren. Auch andere Haushaltspositionen wurden gekürzt. Somit ständen dringend notwendige Investitionen im Bereich Digitalisierung, die nachhaltige Erneuerung der Museen im Hinblick auf den Klimawandel, aber auch die im Forderungskatalog des Museumsverbandes angedachten Maßnahmen zur Stärkung der Museumslandschaft durch Netzwerkarbeit zur Disposition. „Wir sind uns der Sorgen der Thüringer Museen bewusst und arbeiten als Verband aktiv an Lösungen. Wir führen bereits seit längerer Zeit intensive Gespräche mit den politischen Fraktionen im Landtag und haben die hohe Bedeutung der Museen für Thüringen in den Bereichen Bildung, Tourismus und Wissenschaft, aber auch für die Identitätsbildung sehr deutlich gemacht“, berichtet Dr. Roland Krischke, Präsident des Thüringer Museumsverbandes und Direktor der Altenburger Museen.

Im Februar traf sich Dr. Roland Krischke mit Christian Tischner, Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, in Erfurt zu einem ersten vertrauensvollen Gespräch: „Wir sind uns sicher, dass durch die neue Struktur des Ministeriums ein intensiverer Austausch mit den weiteren Museumsaufgaben Bildung und Wissenschaft möglich ist. Auch Kontakte zum Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien können dadurch ausgebaut werden, um Museen als Orte der kulturellen Bildung mit den Schulen verstärkt zusammenzubringen. Durch die Neustrukturierung darf der Kulturbereich aber nicht vernachlässigt werden. Als Orte der Bildung und der generationsübergreifenden Begegnungen sind die Museen für unsere Gesellschaft unentbehrlich und verdienen jede Unterstützung“, betonte Krischke.

Besucherzahlen der Thüringer Museen 2024
Besonders attraktive Sonderausstellungen, Veranstaltungen und Feste locken Interessierte in die Thüringer Museen. So konnten mit 3.857.672 Besucherinnen und Besuchern in den Mitgliedsmuseen des MVT im Vergleich zu 2023 (3.752.148 Besucherinnen und Besucher) weiter ausgebaut werden. Die Klassik Stiftung Weimar, die Wartburg-Stiftung Eisenach und die Gedenkstätte Buchenwald führen wie im vergangenen Jahr die Liste der meist besuchten Museen in Thüringen an. Aber auch andere Häuser durften sich über mehr Gäste freuen.

Mit mehr als 31.000 Besuchern hat beispielsweise das Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden eine außergewöhnliche Saison erlebt. Insgesamt 6.000 mehr Besuchende als 2023 wurden von den neuen Publikumsmagneten, den beiden neu eröffneten Häusern aus Heinersdorf und Abtsbessingen, angezogen. Im November 2024 feierte das Museum automobile welt eisenach (awe) erstmals seinen 40.000 Besucher.

„Unsere Gesellschaft braucht starke Museen als Anker einer sich neu orientierenden Welt und als verlässliche Partner der Lehrenden und Lernenden. Wir leben in schwierigen Zeiten inmitten einer sich spaltenden Gesellschaft, inmitten einer kriegerischen Welt, die alle Werte infrage stellt. Thüringen braucht in dieser Situation nichts dringender als seine rund 240 einfallsreichen und bildungsorientierten Museen.“, sagt der Präsident des Museumsverbandes Thüringen, Dr. Roland Krischke.
Autor: red

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