So, 12:45 Uhr
22.12.2024
Weihnachtskonzert im Kultur- und Kongresszentrum
Vielleicht sollten alle Menschen Musik machen
Traditionell spielte gestern Abend die Thüringer Philharmonie Gotha-Eisenach zum alljährlichen Weihnachtskonzert in der Bad Langensalzer Kultur- und Kongresshalle auf. Und traditionell auch vor ausverkauftem Haus. Dennoch war es dieses Jahr anders als sonst …
Dem moderierenden Dirigenten Markus Huber fiel es sichtbar schwer, die gewohnte Fröhlichkeit an den Tag zu legen angesichts der erschütternden Ereignisse des Vortags auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt. Noch bevor er mit seinem erneut gut aufgelegtem Orchester in die musikalische Märchenwelt der Händel und Gretel-Ouvertüre eintauchte, bedauerte er diese Traurigkeit, die ihn und das Orchester erfasst habe, nachdem sie gestern Abend von dem Terroranschlag gehört hatten. Huber wünschte, dass doch alle Menschen Musik machen sollten, dann würde niemand auf so schreckliche Ideen kommen.
Die Musik war es dann, die im Verlaufe des Abends doch wieder für eine hoffnungsvolle und optimistische Stimmung auch im Zuschauerraum sorgte, wo die Darbietungen der Philharmonie und besonders ihres großartigen Gastmusikers, des Kontrabassisten Roman Patkoló mit Begeisterung aufgenommen wurden. Der Meister aus der Zürcher Philharmonie entlockte seinem spezialangefertigten Kontrabass unerhörte Töne, die sonst eher von Geigen oder wenigstens Violoncelli vertraut sind. Schon im Duett mit dem Solo-Violonisten der Thüringer Philharmonie, Alexej Barchevitch, brillierte der Slowake in Giovanni Bottesinis Grand Duo Concertante, doch spätestens mit seinen wahrlich phantastischen Carmen-Fantasien nach Bizets berühmten Opernmelodien hatte er die Herzen der Bad Langensalzer (und einiger Großengotterer, wie sich später herausstellte) für sich erobert, so wie einst Carmen die der Torreros und Offiziere.
Mit Grigoras Dinicus Ciocârlia begannen die Philharmoniker und Roman Patkoló den zweiten Teil des Abends, der über den unsterblichen Blumenwalzer (sehr passend in der Rosenstadt Bad Langensalza! ) aus Tschaikowskis Nussknacker-Suite zum Song from a secret garden des norwegischen Komponisten und Pianisten Rolf Løvland führte. Dieses tief berührende Stück interpretierte der Kontrabassist so meisterlich, dass zu diesem Zeitpunkt des Konzertes schon klar wurde, es ginge nicht ohne Zugaben nach dem offiziellen Teil ab. Und tatsächlich folgte der eher weniger bekannten Mittagshexe von Anton Dvořák als letzter Programmpunkt des Abends ein weiteres Werk des tschechischen Komponisten und eine zweite Zugabe.
Am Ende waren Publikum, Orchester, Dirigent und Solist in heiterer, vorweihnachtlicher Stimmung vereint, wie sie ein Konzert auf hohem Niveau in einem passenden Ambiente mit interessierten Zuhörern nun einmal erzeugen kann. Würden doch alle Menschen Musik machen!
Olaf Schulze
Autor: oschDem moderierenden Dirigenten Markus Huber fiel es sichtbar schwer, die gewohnte Fröhlichkeit an den Tag zu legen angesichts der erschütternden Ereignisse des Vortags auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt. Noch bevor er mit seinem erneut gut aufgelegtem Orchester in die musikalische Märchenwelt der Händel und Gretel-Ouvertüre eintauchte, bedauerte er diese Traurigkeit, die ihn und das Orchester erfasst habe, nachdem sie gestern Abend von dem Terroranschlag gehört hatten. Huber wünschte, dass doch alle Menschen Musik machen sollten, dann würde niemand auf so schreckliche Ideen kommen.
Die Musik war es dann, die im Verlaufe des Abends doch wieder für eine hoffnungsvolle und optimistische Stimmung auch im Zuschauerraum sorgte, wo die Darbietungen der Philharmonie und besonders ihres großartigen Gastmusikers, des Kontrabassisten Roman Patkoló mit Begeisterung aufgenommen wurden. Der Meister aus der Zürcher Philharmonie entlockte seinem spezialangefertigten Kontrabass unerhörte Töne, die sonst eher von Geigen oder wenigstens Violoncelli vertraut sind. Schon im Duett mit dem Solo-Violonisten der Thüringer Philharmonie, Alexej Barchevitch, brillierte der Slowake in Giovanni Bottesinis Grand Duo Concertante, doch spätestens mit seinen wahrlich phantastischen Carmen-Fantasien nach Bizets berühmten Opernmelodien hatte er die Herzen der Bad Langensalzer (und einiger Großengotterer, wie sich später herausstellte) für sich erobert, so wie einst Carmen die der Torreros und Offiziere.
Mit Grigoras Dinicus Ciocârlia begannen die Philharmoniker und Roman Patkoló den zweiten Teil des Abends, der über den unsterblichen Blumenwalzer (sehr passend in der Rosenstadt Bad Langensalza! ) aus Tschaikowskis Nussknacker-Suite zum Song from a secret garden des norwegischen Komponisten und Pianisten Rolf Løvland führte. Dieses tief berührende Stück interpretierte der Kontrabassist so meisterlich, dass zu diesem Zeitpunkt des Konzertes schon klar wurde, es ginge nicht ohne Zugaben nach dem offiziellen Teil ab. Und tatsächlich folgte der eher weniger bekannten Mittagshexe von Anton Dvořák als letzter Programmpunkt des Abends ein weiteres Werk des tschechischen Komponisten und eine zweite Zugabe.
Am Ende waren Publikum, Orchester, Dirigent und Solist in heiterer, vorweihnachtlicher Stimmung vereint, wie sie ein Konzert auf hohem Niveau in einem passenden Ambiente mit interessierten Zuhörern nun einmal erzeugen kann. Würden doch alle Menschen Musik machen!
Olaf Schulze




















