Do, 13:00 Uhr
26.03.2015
Trommeln für die kleinste Hütte
Mit einem Hilferuf für die Hospitalbauten in Großengottern wendet sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in der jüngsten Ausgabe ihres Magazins MONUMENTE bundesweit an die Hilfsbereitschaft ihrer rund 200.000 Förderer und weiterer kulturinteressierter Bürger...
Ehemaliges Hospitalareal St. Andreas in Großengottern (Foto: Marie-Luise Preiss/Deutsche Stiftung Denkmalschutz)
Die in Bonn ansässige Denkmalschutzstiftung möchte für die umfassende Restaurierung des Denkmalensembles "Hospital St. Andreas" nach den ersten 10.000 Euro im vergangenen Jahr weitere Fördermittel bereitstellen, damit das Ensemble ein Museum zur Geschichte des Kranken- und Pflegewesens werden kann.
Nahe der heutigen Bundesstraße, am Ortsrand, erhebt sich auf einer kleinen Grünfläche die Kapelle eines um 1347 gestifteten Spitals. Dessen Stiftung soll der Dank der Familie eines glücklich heimgekehrten Kreuzritters gewesen sein. Das Spital unterstand der Aufsicht des Wilhelmiterklosters in Mülverstedt, deren Kirchengemeinde bis heute die Eigentümerin der Bauten ist.
Man achtete auf die geistliche wie die körperliche Betreuung der Armen und Kranken. Ausführliche Spitalordnungen regelten, wie den Bedürftigen Linderung und Sicherheit zu verschaffen sei. Auf abwechslungsreiche Kost, Krankenpflege, Sauberkeit und Ruhe, Anstand und sittliches Verhalten wurde größter Wert gelegt.
Von den Spitalbauten in Großengottern hat sich das auch Hospiz genannte Hauptgebäude erhalten, ein auf rechteckigem Grundriss erbauter eingeschossiger, teilweise verputzter Fachwerkbau mit Walmdach, der im Inneren in drei Zonen mit je zwei Wohnkammern geteilt ist. Die originale Raumaufteilung der Kammern und der Küche mit großer Herdstelle und Schwarzer Küche mit einem steinernen Ausguss und einem Gewölbekeller ist nahezu unverändert. Das Einmalige in Großengottern sind jedoch die besonders gefährdeten kleinen eingeschossigen Wirtschaftsbauten aus Fachwerk, denen der Hilferuf in besonderer Weise gilt.
Ehemaliges Hospitalareal St. Andreas in Großengottern (Foto: Marie-Luise Preiss/Deutsche Stiftung Denkmalschutz)
Veronika Klein, die Erste Vorsitzende des Fördervereins Spittel, der 2012 mit dem Ziel gegründet wurde, das ehemalige Hospital St. Andreas in dem thüringischen Ort zu retten, freut sich über die enge Verbundenheit der Einheimischen mit dem "Spittel". Der Förderverein konnte bereits die Mittel für ein sinnvolles Baumaßnahmenpaket einwerben. Doch "damit sind unsere finanziellen Mittel erschöpft. Aber der Spittel-Verein wird weiter die Werbetrommel rühren", sagt die Vorsitzende und hofft dabei auf überregionale Hilfe.
Autor: red
Ehemaliges Hospitalareal St. Andreas in Großengottern (Foto: Marie-Luise Preiss/Deutsche Stiftung Denkmalschutz)
Die in Bonn ansässige Denkmalschutzstiftung möchte für die umfassende Restaurierung des Denkmalensembles "Hospital St. Andreas" nach den ersten 10.000 Euro im vergangenen Jahr weitere Fördermittel bereitstellen, damit das Ensemble ein Museum zur Geschichte des Kranken- und Pflegewesens werden kann.
Nahe der heutigen Bundesstraße, am Ortsrand, erhebt sich auf einer kleinen Grünfläche die Kapelle eines um 1347 gestifteten Spitals. Dessen Stiftung soll der Dank der Familie eines glücklich heimgekehrten Kreuzritters gewesen sein. Das Spital unterstand der Aufsicht des Wilhelmiterklosters in Mülverstedt, deren Kirchengemeinde bis heute die Eigentümerin der Bauten ist.
Man achtete auf die geistliche wie die körperliche Betreuung der Armen und Kranken. Ausführliche Spitalordnungen regelten, wie den Bedürftigen Linderung und Sicherheit zu verschaffen sei. Auf abwechslungsreiche Kost, Krankenpflege, Sauberkeit und Ruhe, Anstand und sittliches Verhalten wurde größter Wert gelegt.
Von den Spitalbauten in Großengottern hat sich das auch Hospiz genannte Hauptgebäude erhalten, ein auf rechteckigem Grundriss erbauter eingeschossiger, teilweise verputzter Fachwerkbau mit Walmdach, der im Inneren in drei Zonen mit je zwei Wohnkammern geteilt ist. Die originale Raumaufteilung der Kammern und der Küche mit großer Herdstelle und Schwarzer Küche mit einem steinernen Ausguss und einem Gewölbekeller ist nahezu unverändert. Das Einmalige in Großengottern sind jedoch die besonders gefährdeten kleinen eingeschossigen Wirtschaftsbauten aus Fachwerk, denen der Hilferuf in besonderer Weise gilt.
Ehemaliges Hospitalareal St. Andreas in Großengottern (Foto: Marie-Luise Preiss/Deutsche Stiftung Denkmalschutz)
Veronika Klein, die Erste Vorsitzende des Fördervereins Spittel, der 2012 mit dem Ziel gegründet wurde, das ehemalige Hospital St. Andreas in dem thüringischen Ort zu retten, freut sich über die enge Verbundenheit der Einheimischen mit dem "Spittel". Der Förderverein konnte bereits die Mittel für ein sinnvolles Baumaßnahmenpaket einwerben. Doch "damit sind unsere finanziellen Mittel erschöpft. Aber der Spittel-Verein wird weiter die Werbetrommel rühren", sagt die Vorsitzende und hofft dabei auf überregionale Hilfe.