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Nationale Gedenktage

Primas: Unfreiheit und Unrecht führen zu Heimatverlust

Freitag, 19. Juni 2026, 12:55 Uhr
Zum Nationalen Gedenktag des deutschen Volkes am 17. Juni und zum Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung am 20. Juni erklärt der Vorsitzende der Union der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU und CSU (UdVA), Egon Primas, folgendes...

Mit dem 17. und dem 20. Juni liegen zwei deutsche Gedenktage eng beieinander, deren innere Verbindung stärker ist, als man auf den ersten Blick erkennt. Der 17. Juni erinnert an den Volksaufstand gegen die kommunistische Diktatur in der DDR. Am 20. Juni gedenken wir der weltweiten Opfer von Flucht und Vertreibung – und dabei insbesondere der deutschen Heimatvertriebenen.

Beide Tage erzählen unterschiedliche Geschichten. Doch sie führen uns eine gemeinsame Wahrheit vor Augen: Wo Freiheit unterdrückt und Menschen entrechtet werden, wo politische Macht mit Gewalt und Unrecht durchgesetzt wird, ist Heimatverlust vielfach die Folge.

Am 17. Juni 1953 zeigte die kommunistische Diktatur in der DDR, gestützt auf die sowjetische Besatzungsmacht, ihre hässliche Fratze. Der Ruf der Menschen nach Freiheit, Demokratie und deutscher Einheit wurde mit Panzern, Verhaftungen und Todesurteilen beantwortet. In den folgenden Jahrzehnten, und insbesondere bis zum Bau der Berliner Mauer, sahen viele Menschen keinen anderen Ausweg, als aus diesem Unrechtsstaat zu flüchten. Andere wurden an der Flucht gehindert, inhaftiert oder an der innerdeutschen Grenze getötet. Wieder andere trieb die Unfreiheit in die innere Emigration.

Die Verbindung von Gewaltherrschaft und Heimatverlust wird auch am 20. Juni sichtbar. Rund 15 Millionen Deutsche aus den damaligen deutschen Ostgebieten und den deutschen Siedlungsgebieten in Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa verloren durch Flucht und Vertreibung, Deportation und Zwangsarbeit ihre Heimat. Damit trugen auch sie die Folgen des von Deutschland entfesselten Zweiten Weltkrieges und der furchtbaren Verbrechen der Nationalsozialisten. Zugleich wurden sie Opfer von Rache, ethnisch begründeter Entrechtung und neuer Machtpolitik. Dieses Unrecht kostete bis zu zwei Millionen Menschen das Leben, verursachte jahrzehntelange Traumata und vertiefte die durch die deutschen Verbrechen ohnehin aufgerissenen Gräben zwischen den Völkern Europas.

Die nationalsozialistischen Verbrechen und der deutsche Angriffskrieg gehören untrennbar zur historischen Wahrheit. Sie rechtfertigen jedoch weder Kollektivschuld noch das Unrecht, das anschließend pauschal an Deutschen allein aufgrund ihrer Volkszugehörigkeit begangen wurde.

Gedenken verlangt deshalb, die Geschichte in ihrer ganzen Ambivalenz und Tragik anzunehmen. Das Leid der einen darf nicht gegen das Leid der anderen aufgerechnet werden. Kein vorausgegangenes Verbrechen macht späteres Unrecht zu Recht.

Der 17. Juni und der 20. Juni mahnen uns daher gemeinsam: Freiheit, Menschenwürde und das Recht auf Heimat gehören zusammen. Wer Diktatur, Krieg und politische Gewalt verhindern will, muss die Freiheit schützen. Wer Flucht und Vertreibung verhindern will, muss dem Unrecht entgegentreten, bevor es Menschen ihrer Rechte, ihrer Sicherheit und schließlich ihrer Heimat beraubt.

Wir verneigen uns vor den Opfern der kommunistischen Diktatur und vor allen Opfern von Flucht und Vertreibung. Ihr Schicksal verpflichtet uns, die Erinnerung wachzuhalten und überall dort für Freiheit und Menschenwürde einzutreten, wo sie bedroht sind.
Autor: red

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