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Meine Meinung:

Wie wird Deutschland in der Welt noch wahrgenommen?

Samstag, 06. Juni 2026, 11:26 Uhr
Ich denke, dass es höchste Zeit ist, unseren eigenen Anspruch zu hinterfragen und mit der Sichtweise anderer Länder auf uns abzugleichen. Denn hier scheint es eine deutliche Diskrepanz zu geben, bringt nnz-Kolumnist Achit Tölle in die Diskussion ein...

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Konerenz (Foto: konferenzadhs auf Pixabay)

Es ist schon fast peinlich, mit welcher Überheblichkeit unsere Politiker davon ausgingen, trotz verspäteter Bewerbung, einen Sitz im UN-Sicherheitsrat ergattern zu können. Warum sollten wir Österreich und Portugal vorgezogen werden, obwohl diese sich viele Jahre früher beworben hatten als wir? Weil unsere Wirtschaftskraft und unsere finanziellen Möglichkeiten aktuell noch größer sind als deren?
Wir sollten wirtschaftliche Stärke nicht mit politischem Gewicht verwechseln.

Leider nimmt seit einiger Zeit unsere internationale Bedeutung aufgrund wirtschaftlicher Schwäche stetig ab. Einzig unsere Beiträge und freiwilligen Leistungen bei den Vereinten Nationen sind erstklassig.

Wie wir jetzt leider feststellen mussten, wählen die Mitgliedsstaaten der UN aber nicht nach Beitragsleistungen, sie wählen scheinbar nach ihren eigenen Interessen.

Unser moralischer Anspruch einer wertegeleiteten Außenpolitik, von Menschenrechten und regelbasierter Ordnung, fand möglicherweise außerhalb Europas nicht genügend Beachtung. Bedauerlicherweise werden unsere selbst gesteckten moralischen Maßstäbe mitunter einer fragwürdigen Doppelmoral geopfert. So wird in dem einem Krieg der Bruch des Völkerrechts lautstark angeprangert, im anderen Krieg wird aber dieser Bruch stillschweigend hingenommen.

Was waren die vermeintlichen Gründe für die Wahlniederlage?
Die Selbstüberschätzung mit der verspäteten Bewerbung war natürlich ein eklatanter Fehlstart. Für Johann Wadephul stand schnell fest, dass Russland im Hintergrund die entsprechenden Strippen gezogen hatte. Im Rahmen unserer Außenpolitik nennen viele die unterschiedliche Auslegung des Völkerrechts in den aktuellen Kriegen und Militäroperationen sowie dem damit verbundenen Glaubwürdigkeitsverlust als Grund für die Niederlage.

Meines Erachtens sollten wir aber auch nicht vergessen, dass die von Frau Baerbock im letzten Jahr inszenierte, rücksichtslose Rochade um den Posten der Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen ein Grund sein könnte.

Diese zeugte nicht gerade von einer femininer Außenpolitik. Auch waren daraufhin viele Diplomaten in New York verstimmt. Bereits damals befürchtete das Auswärtige Amt, dass diese Aktion eine ungewollte Beeinflussung dieser Wahl sein könnte.

Wie auch immer. Möglicherweise haben alle vermeintlichen Gründe dazu beigetragen.
Achit Tölle
Autor: red

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