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Obst und Gemüse: Was darf der Vierbeiner?

Wenn der Hund im Garten nascht

Montag, 25. Mai 2026, 08:02 Uhr
Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten ist oft frischer und schmeckt auch besser als gekaufte Lebensmittel. Zudem kann man auf schädliche Dünge- und Pflanzenschutzmittel verzichten. Für Hundehalter mit Garten stellt sich jedoch auch bei schadstofffreiem Eigenanbau die Frage, welche der selbst geernteten Früchte sie mit ihrem Vierbeiner teilen können...

Äpfel sind für Hunde unbedenklich.  (Foto: Agila) Äpfel sind für Hunde unbedenklich. (Foto: Agila)
„Grundsätzlich sollte jedes Lebensmittel, das neu zum Speiseplan des Hundes hinzugefügt wird, vorsichtig getestet werden“, rät Franziska Obert von der Agila Haustierversicherung. „Denn unsere Vierbeiner können genau wie wir Allergien oder Unverträglichkeiten haben. Bei Fragen oder Unsicherheiten sollte daher immer tierärztlicher Rat eingeholt werden.“

Nicht alles aus dem Garten ist hundetauglich
„Auch selbst angebaute Lebensmittel sind nicht automatisch für Hunde geeignet“, erklärt Obert. „Bei Zwiebeln zum Beispiel ist große Vorsicht geboten. Sie sind für Hunde grundsätzlich unverträglich, da sie Stoffe enthalten, die die roten Blutkörperchen schädigen können.“ Sowohl im rohen als auch im verarbeiteten Zustand gilt: Selbst kleine Mengen sollten konsequent vermieden werden.

Äpfel und Birnen hingegen können laut der Agila Expertin eine sinnvolle Ergänzung des Speiseplans sein. Beide Obstsorten liefern wertvolle Nährstoffe und sind in moderaten Mengen gut verträglich. Wichtig ist jedoch, dass vor dem Füttern Kerne und Gehäuse entfernt werden: Diese enthalten für Hunde ungeeignete Stoffe und stellen zusätzlich ein Risiko beim Verschlucken dar.

Auch gegen das gemeinsame Naschen am Erdbeerbeet ist nichts einzuwenden. „Allerdings sollten die süßen, roten Früchte nur in kleinen Mengen gefüttert werden, um Verdauungsprobleme zu vermeiden“, so Obert.

Selbst angebautes Gemüse: Achtung bei Nachtschattengewächsen
Einige Gemüsesorten aus eigenem Anbau sind für Hunde geeignet, wenn sie richtig ausgewählt und gegebenenfalls zubereitet werden. Kohl zum Beispiel sollte nicht roh gefüttert werden. Außerdem kann er bei Hunden Blähungen verursachen und sollte daher nur vorsichtig und in kleinen Mengen gegeben werden. Kohlrabi wird von einigen Hunden auch roh vertragen, wenn sie nicht zu viel davon fressen.

Manches beliebte Gartengemüse gehört zu den Nachtschattengewächsen, die im unreifen Zustand das für Hunde giftige Solanin enthalten können. Deshalb dürfen Kartoffeln ausschließlich gekocht in den Napf gelangen. Auch bei Paprika und Tomaten stellen unreife Früchte und grüne Pflanzenteile eine Gesundheitsgefahr dar. Wer Paprika anbaut und seinem Hund von der vitaminreichen Ernte etwas abgeben möchte, sollte ausschließlich vollreife, rote Schoten dafür auswählen, diese entkernen und auch dann nur geringe Mengen geben.

Bei Tomaten hingegen rät Franziska Obert dazu, sie gar nicht an Hunde zu verfüttern. „Im komplett reifen Zustand ist die Frucht selbst zwar nicht mehr giftig, kann aber zu Unverträglichkeitsreaktionen führen. Deshalb gehört die Tomate zumindest ohne vorheriges tierärztliches Beratungsgespräch nicht in den Hundenapf.“

Gurke, Kürbis und Zucchini: Bitte vorkosten
Gurken enthalten viel Wasser und sind deswegen gerade in den Sommermonaten ein erfrischender Snack. Sie sind in der Regel gut verträglich und können deshalb roh gefüttert werden. Allerdings sollte laut Franziska Obert bei selbst angebauten Gurken ebenso wie bei den botanisch mit ihnen verwandten Kürbissen und Zucchini darauf geachtet werden, dass sie keine Bitterstoffe – sogenannte Cucurbitacine – enthalten. „Bei Produkten aus dem Handel sind sie in der Regel nicht mehr vorhanden“, erklärt sie. „Bei eigenem Anbau können sie jedoch vorkommen und zu Vergiftungen führen.“ Da Hunde weniger Geschmacksknospen auf der Zunge haben als Menschen und zudem zum Schlingen neigen, bemerken sie den für uns deutlich wahrnehmbaren bitteren Giftstoff womöglich nicht. Deshalb empfiehlt die Expertin Hundehaltern, selbst vorsichtig zu kosten, bevor sie die Ernteprodukte an ihren Vierbeiner weitergeben.

Ansonsten gelten Speisekürbisse ebenso wie Karotten generell als gut verträglich und können im gekochten oder gedämpften Zustand eine nährstoffreiche Ergänzung darstellen. Zierkürbisse hingegen sind für Hunde genau wie für Menschen giftig und gehören daher grundsätzlich nicht auf den Speiseplan.

Übersicht: Obst und Gemüse aus dem Garten
  • Apfel: ja, ohne Kerne
  • Birne: ja, ohne Kerne
  • Erdbeere: ja, in Maßen
  • Gurke: ja, Bitterstoffe ausschließen
  • Karotte: ja, in Maßen (enthält viel Zucker)
  • Kartoffeln: nur gekocht
  • Kohl: nur gekocht, in Maßen
  • Kohlrabi: ja, in Maßen
  • Kürbis: nur gekocht, Bitterstoffe ausschließen
  • Paprika: nur rote, sehr reife Schoten und in Maßen
  • Tomate: nein
  • Zucchini: besser gekocht, Bitterstoffe ausschließen
  • Zwiebel: nein, immer giftig
Autor: red

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