Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai
Unseren Amphibien ist es zu trocken
Freitag, 22. Mai 2026, 08:54 Uhr
Zum heutigen Tag der biologischen Vielfalt warnt der NABU Thüringen vor dem Rückgang heimischer Amphibien. Von den 19 in Thüringen vorkommenden Amphibienarten stehen 13 auf der Roten Liste...
Unter anderem Moorfrosch, Gelbbauchunke, Wechsel- und Kreuzkröte sowie der einst so häufig vorkommende Grasfrosch stehen in Thüringen unter Druck. Ursachen dafür sind vor allem der Verlust von Feuchtgebieten und Kleingewässern, eine intensive Landnutzung und die Austrocknung der Landschaft durch die zunehmende Erderhitzung.
Der Rückgang der Amphibien, den wir in Thüringern erleben, zeigt auf, wie schlecht es unseren Ökosystemen geht, sagt Ulrich Scheidt, der Sprecher des Landesfachausschusses für Herpetologie im NABU Thüringen. Moorfrosch und Wechselkröte gelten laut Roter Liste Thüringens als stark gefährdet. Gelbbauchunke und Kreuzkröte sogar als vom Aussterben bedroht. Besonders traurig ist es, dass sogar der einst so häufig anzutreffende Grasfrosch in Thüringen einen starken Rückgang zu verzeichnen hat. Und das, obwohl Ehrenamtliche und Naturschutzverbände bereits Erhebliches leisten, damit es den Amphibien in Thüringen wieder besser geht. Vom aufwendigen Aufstellen und Betreuen von Amphibienschutzzäunen über Renaturierungsmaßnahmen bis hin zur Neuschaffung von Kleingewässern engagieren sich schon jetzt viele Menschen in diesem Bereich, berichtet Ulrich Scheidt.
Laut NABU Thüringen wird der fortschreitende Verlust der Amphibien allerdings ohne entschlossenes politisches Handeln nicht aufzuhalten sein. Marcus Orlamünder, der Naturschutzreferent des NABU Thüringen, stellt klar: Wir sehen vor allem die Thüringer Landesregierung in der Pflicht, mehr für den Schutz von Amphibien zu unternehmen. Mit punktuellen Projekten, wie sie derzeit durchgeführt werden, wird man den Rückgang der Amphibien und auch anderer Arten kaum aufhalten können. Deshalb fordern wir von der Landesregierung, den im Koalitionsvertrag angekündigten Aktionsplan zur Belebung von Bach- und Flussauen umzusetzen. Unsere natürlichen Auen wurden in der Vergangenheit in großen Teilen zerstört. Unter anderem durch Bebauung, Begradigung, Eindeichung von Flüssen und Entwässerung durch Infrastrukturprojekte und durch die Landwirtschaft. In der derzeitigen Form können Auen ihre wichtigen Funktionen für den Hochwasserschutz, die Grundwasserbildung, den Klimaschutz und die Artenvielfalt sowie als Lebensraum für Amphibien nur eingeschränkt erfüllen. Deshalb braucht es ein strategisches, zukunftsorientiertes, flächendeckendes Vorgehen mit einem thüringenweit angelegten Aktionsplan zu Belebung der Auen. Flüsse und Bäche müssen sich wieder weitestgehend frei durch die Natur schlängeln dürfen und trocken gelegte Auen zu Feuchtgebieten werden, in denen der Biber mit seinen Dämmen mithilft, neue Lebensräume zu schaffen.
Kritisch sieht der NABU Thüringen außerdem die Haltung Thüringens zur europäischen Wiederherstellungsverordnung. Statt die dringend notwendige Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme zu unterstützen, hat auch die Thüringer Landesregierung die Verordnung auf europäischer Ebene versucht zu blockieren. Die Wiederherstellungsverordnung ist eine große Chance für die Natur und auch den Gewässerschutz. Wer ihre Umsetzung ausbremst, verschärft nicht nur das Artensterben, sondern setzt auch die Lebensgrundlagen von uns Menschen aufs Spiel und riskiert erhebliche Mehrkosten für künftige Generationen, so Marcus Orlamünder.
Autor: redUnter anderem Moorfrosch, Gelbbauchunke, Wechsel- und Kreuzkröte sowie der einst so häufig vorkommende Grasfrosch stehen in Thüringen unter Druck. Ursachen dafür sind vor allem der Verlust von Feuchtgebieten und Kleingewässern, eine intensive Landnutzung und die Austrocknung der Landschaft durch die zunehmende Erderhitzung.
Der Rückgang der Amphibien, den wir in Thüringern erleben, zeigt auf, wie schlecht es unseren Ökosystemen geht, sagt Ulrich Scheidt, der Sprecher des Landesfachausschusses für Herpetologie im NABU Thüringen. Moorfrosch und Wechselkröte gelten laut Roter Liste Thüringens als stark gefährdet. Gelbbauchunke und Kreuzkröte sogar als vom Aussterben bedroht. Besonders traurig ist es, dass sogar der einst so häufig anzutreffende Grasfrosch in Thüringen einen starken Rückgang zu verzeichnen hat. Und das, obwohl Ehrenamtliche und Naturschutzverbände bereits Erhebliches leisten, damit es den Amphibien in Thüringen wieder besser geht. Vom aufwendigen Aufstellen und Betreuen von Amphibienschutzzäunen über Renaturierungsmaßnahmen bis hin zur Neuschaffung von Kleingewässern engagieren sich schon jetzt viele Menschen in diesem Bereich, berichtet Ulrich Scheidt.
Laut NABU Thüringen wird der fortschreitende Verlust der Amphibien allerdings ohne entschlossenes politisches Handeln nicht aufzuhalten sein. Marcus Orlamünder, der Naturschutzreferent des NABU Thüringen, stellt klar: Wir sehen vor allem die Thüringer Landesregierung in der Pflicht, mehr für den Schutz von Amphibien zu unternehmen. Mit punktuellen Projekten, wie sie derzeit durchgeführt werden, wird man den Rückgang der Amphibien und auch anderer Arten kaum aufhalten können. Deshalb fordern wir von der Landesregierung, den im Koalitionsvertrag angekündigten Aktionsplan zur Belebung von Bach- und Flussauen umzusetzen. Unsere natürlichen Auen wurden in der Vergangenheit in großen Teilen zerstört. Unter anderem durch Bebauung, Begradigung, Eindeichung von Flüssen und Entwässerung durch Infrastrukturprojekte und durch die Landwirtschaft. In der derzeitigen Form können Auen ihre wichtigen Funktionen für den Hochwasserschutz, die Grundwasserbildung, den Klimaschutz und die Artenvielfalt sowie als Lebensraum für Amphibien nur eingeschränkt erfüllen. Deshalb braucht es ein strategisches, zukunftsorientiertes, flächendeckendes Vorgehen mit einem thüringenweit angelegten Aktionsplan zu Belebung der Auen. Flüsse und Bäche müssen sich wieder weitestgehend frei durch die Natur schlängeln dürfen und trocken gelegte Auen zu Feuchtgebieten werden, in denen der Biber mit seinen Dämmen mithilft, neue Lebensräume zu schaffen.
Kritisch sieht der NABU Thüringen außerdem die Haltung Thüringens zur europäischen Wiederherstellungsverordnung. Statt die dringend notwendige Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme zu unterstützen, hat auch die Thüringer Landesregierung die Verordnung auf europäischer Ebene versucht zu blockieren. Die Wiederherstellungsverordnung ist eine große Chance für die Natur und auch den Gewässerschutz. Wer ihre Umsetzung ausbremst, verschärft nicht nur das Artensterben, sondern setzt auch die Lebensgrundlagen von uns Menschen aufs Spiel und riskiert erhebliche Mehrkosten für künftige Generationen, so Marcus Orlamünder.

