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Das Wort zum Wochenende

Friede sei mit euch!

Samstag, 11. April 2026, 09:36 Uhr
Nach Ostern verschanzen sich die Jünger hinter verschlossenen Türen – voller Angst vor Verfolgung und einer ungewissen Zukunft. Doch Jesus findet einen Weg zu ihnen. Gefängnisseelsorger Helfried Maas aus Arnstadt erklärt, warum Jesu erste Worte kein Auftrag waren, sondern etwas ganz anderes...

„Friede sei mit euch!“ – mit diesen Worten tritt der auferstandene Jesus nach Ostern in einen Raum voller Angst. Geschildert wird diese Begebenheit im 20. Kapitel des Johannesevangeliums. Die Jünger haben sich eingeschlossen, die Türen fest verriegelt. Zu groß ist die Furcht vor dem, was draußen lauert: Verfolgung, Unsicherheit, Zukunft ohne Halt. Und genau in diese Situation hinein spricht Jesus nicht zuerst einen Auftrag, auch keine Kritik oder Forderung, sondern: seinen Frieden.

„Friede sei mit euch!“ – Das ist mehr als ein freundlich gemeinter Gruß. Jesus spricht nicht nur über den Frieden – er bringt ihn. Wundersam an der Darstellung: Trotz verschlossener Türen findet Jesus einen Zugang zu seinen Freunden. Auch mich scheint meine innere Unruhe manchmal einzuschließen – sei es durch persönliche Herausforderungen, globale Krisen oder die ständige Reizflut des Lebens. Der Wunsch nach Frieden ist groß bei mir, bei vielen Menschen. Jesu Wort erinnert mich daran, dass echter Friede nicht von äußeren Umständen abhängt. Er kommt von innen, aus der Begegnung mit ihm.

„Friede sei mit euch!“ – Dieser Satz taucht immer wieder im Neuen Testament auf. Das soll sicherstellen, dass ich ihn wirklich aufnehme. Frieden braucht wahrlich Zeit, um in mir Wurzeln zu schlagen. Aber fest steht: Ich kann ihm begegnen. Vielleicht im Gebet, vielleicht in einem stillen Moment. Zeitgleich senden mich Jesu Worte auch nach draußen. Denn wer Frieden empfangen hat, kann ihn auch weitergeben – durch Geduld, durch versöhnliche Zeichen, durch kleine Gesten der Liebe.

„Friede sei mit euch!“ Mögen wir alle diesen österlichen Frieden nicht nur hören, sondern ihn in uns wohnen lassen – und ihn weitertragen in eine Welt, die ihn so dringend braucht.

Helfried Maas, Gefängnisseelsorger in der JVA Arnstadt


Autor: red

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