Kriminalitätsstatistik: Mehr Gewalt im digitalen Raum
Weniger Straftaten in Thüringen
Donnerstag, 02. April 2026, 13:00 Uhr
Die Zahl der Straftaten in Thüringen ist 2025 deutlich gesunken. Insgesamt registrierte die Polizei 145.167 Fälle. Das sind rund 11.000 weniger als 2024 (156.100). Gleichzeitig blieb die Aufklärungsquote mit 61,2 Prozent auf einem hohen Niveau (2024: 60,9 Prozent)...
Straftaten gesunken (Foto: nnz-Archiv)
Mehr als jede zweite Straftat konnte aufgeklärt werden. Auch bei den Tatverdächtigen zeigt sich ein stabiles Bild: Insgesamt wurden 54.123 Personen ermittelt (2024: 57.337). Rund ein Viertel von ihnen besaß keine deutsche Staatsangehörigkeit. Das geht aus der polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS) hervor, die Innenminister Georg Maier und LKA-Präsident Dirk Löther heute vorstellen.
Thüringen ist im vergangenen Jahr noch sicherer geworden. Der deutliche Rückgang der Fallzahlen zeigt, dass unsere Maßnahmen wirken. Gleichzeitig sehen wir aber, dass sich Kriminalität verändert – und darauf müssen wir reagieren, sagt Innenminister Georg Maier. Der Rückgang betrifft vor allem klassische Delikte der Alltagskriminalität. Die Zahl der Wohnungseinbrüche, Diebstähle und Sachbeschädigungen ist gesunken. Damit gehen genau jene Straftaten zurück, die das Sicherheitsgefühl der Menschen unmittelbar beeinflussen.
Gleichzeitig treten andere Kriminalitätsbereiche in den Vordergrund. Insbesondere Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau. 3.602 Fälle wurden 2025 (2024: 3479) registriert. Dabei spielen auch das Internet und die sozialen Medien eine immer größere Rolle. Auch die Gewaltkriminalität ist gestiegen. Insgesamt wurden 5.198 Fälle (2024: 4978) erfasst. Viele dieser Taten entstehen aus eskalierenden Alltagssituationen und sind nur schwer vorhersehbar.
Deutlich mehr Gewalt im digitalen Raum
Die Statistik zeigt zudem: Kriminalität wird komplexer und verlagert sich zunehmend in den digitalen Raum. Das betrifft sowohl Betrugsdelikte als auch Formen sexualisierter Gewalt Der Rückgang der Gesamtkriminalität ist eine gute Nachricht. Gleichzeitig sehen wir eine klare Verschiebung: weniger klassische Delikte, dafür sich zum Teil schnell wandelnde Modus Operandi. Das stellt neue Anforderungen an die Polizeiarbeit, sagt LKA-Präsident Dirk Löther. Deutlich zurückgegangen ist hingegen die Rauschgiftkriminalität. Hintergrund ist vor allem die Teillegalisierung von Cannabis. Gleichzeitig verzeichnen die Behörden einen Anstieg bei neuen psychoaktiven Stoffen.
Weniger politisch motivierte Taten
Ergänzend zur allgemeinen Kriminalitätsentwicklung ist auch die politisch motivierte Kriminalität (PMK) im Jahr 2025 zurückgegangen. Insgesamt wurden 4.205 Fälle registriert – rund 1.000 weniger als im Vorjahr (2024: 5234). Innenminister Maier: Der Rückgang der politisch motivierten Kriminalität hängt auch damit zusammen, dass 2025 kein Superwahljahr wie 2024 war. Weniger Wahlkampf bedeutet auch weniger Angriffsflächen – etwa durch beschädigte Plakate oder Anfeindungen gegen Kandidatinnen und Kandidaten. Das erklärt einen Teil der Entwicklung, ersetzt aber nicht unsere Aufmerksamkeit für extremistische Straftaten.
Den größten Anteil machen weiterhin Straftaten aus dem Bereich der politisch motivierten Kriminalität – rechts aus (2414), gefolgt von links motivierten Taten (759). Politisch motivierte Straftaten, die als Sonstiges zugeordnet werden, sind deutlich gesunken (2024: 1317; 2015: 907). Trotz des Rückgangs bleibt die PMK auf einem hohen Niveau und stellt weiterhin eine Herausforderung für Sicherheitsbehörden und Gesellschaft dar.
Innenminister Maier betont: Kriminalität geht zurück – aber sie verschwindet nicht. Sie wird digitaler, sie wird komplexer und sie betrifft in vielen Bereichen auch jüngere Menschen. Deshalb setzen wir neben konsequenter Strafverfolgung vor allem auf Prävention und Zusammenarbeit. Die Thüringer Polizei wird ihre Maßnahmen entsprechend weiterentwickeln. Neben sichtbarer Präsenz und konsequenter Ermittlungsarbeit stehen insbesondere Prävention, Aufklärung und der Schutz vulnerabler Gruppen im Mittelpunkt.
Polizeiliche Kriminalstatistik 2025
Politisch motivierte Kriminalität 2025
Die heute vorgestellte Polizeiliche Kriminalstatistik für Thüringen weist für 2025 einen Rückgang der Straftaten aus. Dazu erklärt der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Ringo Mühlmann:
"Ein erheblicher Teil dieses Rückgangs ist kein Erfolg der Sicherheitspolitik, sondern Ergebnis politischer Entscheidungen. Allein im Bereich der Rauschgiftdelikte führt die Legalisierung von Cannabis zu einem Rückgang von über 30 Prozent – nicht weniger Kriminalität, sondern weniger Strafbarkeit."
Mühlmann weiter: "Was bleibt, ist beunruhigend: Die Gewaltkriminalität steigt weiter an – das fünfte Jahr in Folge. 5.198 Fälle, plus 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders die gefährliche und schwere Körperverletzung nimmt zu, ebenso Vergewaltigungen mit einem Plus von über 31 Prozent. Messerangriffe stagnieren auf hohem Niveau: 794 Fälle.
Während die Gesamtzahlen sinken, bleiben die strukturellen Probleme unverändert. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger liegt weiterhin bei rund 24 Prozent – jeder vierte ermittelte Tatverdächtige entfällt statistisch auf diese Gruppe, obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung nur rund acht Prozent beträgt. Auch der Versuch, diese Entwicklung durch verstärkte Einbürgerungen statistisch abzumildern, ändert nichts an der Realität.
Die Zahlen zur politisch motivierten Kriminalität waren 2025 eher unauffällig, jedoch ist diese Statistik nach wie vor nicht ehrlich. Zugrundeliegende politisch motivierte einseitige Definitionen der Phänomenbereiche und die erhebliche Verzerrung der statistischen Zahlen durch Propagandadelikte lassen nach meiner Überzeugung keine belastbaren oder vergleichenden Aussagen über politische Straftaten in Thüringen zu.
Fazit: Sicherheit entsteht nicht durch Statistik – sondern durch ehrlichen politischen Willen und dessen tatsächliche Umsetzung!
CDU-Fraktion fordert zügig ein modernes Polizeirecht
Anlässlich der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik fordert die CDU-Fraktion erneut, dass Thüringen zügig das neue Polizeiaufgabengesetz auf den Weg bringt. Die aktuellen Zahlen zeigen klar: Thüringen ist und bleibt ein sicheres Land. Unter der CDU-geführten Landesregierung hat sich dieser Trend nochmals verstärkt. Der deutliche Rückgang der Straftaten sowie die stabile Aufklärungsquote sind ein Erfolg der Arbeit unserer Polizei und ein wichtiges Signal für die Menschen im Freistaat. Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis konsequenter Politik und engagierter Polizeiarbeit, erklärt der Innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Jonas Urbach.
Gleichzeitig mache die Statistik aber ebenso deutlich, dass sich Kriminalität verändere: Wir sehen weniger klassische Delikte wie Diebstahl oder Sachbeschädigung, dafür mehr komplexe und dynamische Kriminalitätsformen – insbesondere im digitalen Raum sowie bei Gewalt- und Sexualdelikten. Diese Entwicklung dürfen wir nicht einfach zur Kenntnis nehmen, sondern müssen politisch darauf reagieren.
Für die CDU-Fraktion sei deshalb klar, dass Thüringen ein modernes Polizeirecht brauche. Urbach: Unsere Polizei muss mit den richtigen Instrumenten ausgestattet sein, um auf neue Bedrohungslagen reagieren zu können. Kriminalität wird digitaler, schneller und schwerer vorhersehbar, das verlangt nach zeitgemäßem Polizeirecht. Ich kann hier nur dringend davon abraten, ein solches durch übertriebene Bedenken auszubremsen. Das geplante Gesetz sei ein zentraler Baustein für die Innere Sicherheit im Freistaat. Es gehe um besseren Schutz für die Bürgerinnen und Bürger, um mehr Handlungssicherheit für unsere Polizistinnen und Polizisten und um wirksame Prävention schwerer Straftaten, so der CDU-Politiker. Wer die aktuellen Entwicklungen ernst nimmt, kann sich einer Modernisierung des Polizeirechts nicht verweigern. Die positive Entwicklung der Kriminalitätszahlen ist ermutigend, aber kein Grund, sich zurückzulehnen. Sicherheitspolitik muss vorausschauend handeln. Deshalb werden wir uns mit Nachdruck dafür einsetzen, das neue Polizeiaufgabengesetz jetzt konsequent und zügig auf den Weg zu bringen.
SPD-Fraktion: Weniger Straftaten sind ein ermutigendes Signal
Zur heute vorgestellten polizeilichen Kriminalstatistik erklärt die innenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, Dorothea Marx: Dass die Zahl der Straftaten in Thüringen zurückgeht, ist ein ermutigendes Signal. Es zeigt, dass eine verlässliche Polizeiarbeit, klare politische Prioritäten und Investitionen in Sicherheit wirken.
Die Zahl der registrierten Straftaten ist 2025 auf 145.167 Fälle gesunken, die Aufklärungsquote liegt bei 61,2 Prozent. Aus Sicht der SPD-Fraktion ist das eine positive Entwicklung, die zugleich nicht über bestehende Herausforderungen hinwegtäuschen darf. So bleiben Gewaltkriminalität, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und politisch motivierte Kriminalität zentrale Aufgaben für Polizei und Justiz.
Gerade bei Gewalt, beim Schutz von Frauen und Kindern und bei extremistischer Kriminalität darf der Staat nicht nachlassen. Innere Sicherheit heißt, entschlossen zu handeln und zugleich Prävention und Opferschutz zu stärken, so Marx.
Autor: red
Straftaten gesunken (Foto: nnz-Archiv)
Mehr als jede zweite Straftat konnte aufgeklärt werden. Auch bei den Tatverdächtigen zeigt sich ein stabiles Bild: Insgesamt wurden 54.123 Personen ermittelt (2024: 57.337). Rund ein Viertel von ihnen besaß keine deutsche Staatsangehörigkeit. Das geht aus der polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS) hervor, die Innenminister Georg Maier und LKA-Präsident Dirk Löther heute vorstellen.
Thüringen ist im vergangenen Jahr noch sicherer geworden. Der deutliche Rückgang der Fallzahlen zeigt, dass unsere Maßnahmen wirken. Gleichzeitig sehen wir aber, dass sich Kriminalität verändert – und darauf müssen wir reagieren, sagt Innenminister Georg Maier. Der Rückgang betrifft vor allem klassische Delikte der Alltagskriminalität. Die Zahl der Wohnungseinbrüche, Diebstähle und Sachbeschädigungen ist gesunken. Damit gehen genau jene Straftaten zurück, die das Sicherheitsgefühl der Menschen unmittelbar beeinflussen.
Gleichzeitig treten andere Kriminalitätsbereiche in den Vordergrund. Insbesondere Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau. 3.602 Fälle wurden 2025 (2024: 3479) registriert. Dabei spielen auch das Internet und die sozialen Medien eine immer größere Rolle. Auch die Gewaltkriminalität ist gestiegen. Insgesamt wurden 5.198 Fälle (2024: 4978) erfasst. Viele dieser Taten entstehen aus eskalierenden Alltagssituationen und sind nur schwer vorhersehbar.
Deutlich mehr Gewalt im digitalen Raum
Die Statistik zeigt zudem: Kriminalität wird komplexer und verlagert sich zunehmend in den digitalen Raum. Das betrifft sowohl Betrugsdelikte als auch Formen sexualisierter Gewalt Der Rückgang der Gesamtkriminalität ist eine gute Nachricht. Gleichzeitig sehen wir eine klare Verschiebung: weniger klassische Delikte, dafür sich zum Teil schnell wandelnde Modus Operandi. Das stellt neue Anforderungen an die Polizeiarbeit, sagt LKA-Präsident Dirk Löther. Deutlich zurückgegangen ist hingegen die Rauschgiftkriminalität. Hintergrund ist vor allem die Teillegalisierung von Cannabis. Gleichzeitig verzeichnen die Behörden einen Anstieg bei neuen psychoaktiven Stoffen.
Weniger politisch motivierte Taten
Ergänzend zur allgemeinen Kriminalitätsentwicklung ist auch die politisch motivierte Kriminalität (PMK) im Jahr 2025 zurückgegangen. Insgesamt wurden 4.205 Fälle registriert – rund 1.000 weniger als im Vorjahr (2024: 5234). Innenminister Maier: Der Rückgang der politisch motivierten Kriminalität hängt auch damit zusammen, dass 2025 kein Superwahljahr wie 2024 war. Weniger Wahlkampf bedeutet auch weniger Angriffsflächen – etwa durch beschädigte Plakate oder Anfeindungen gegen Kandidatinnen und Kandidaten. Das erklärt einen Teil der Entwicklung, ersetzt aber nicht unsere Aufmerksamkeit für extremistische Straftaten.
Den größten Anteil machen weiterhin Straftaten aus dem Bereich der politisch motivierten Kriminalität – rechts aus (2414), gefolgt von links motivierten Taten (759). Politisch motivierte Straftaten, die als Sonstiges zugeordnet werden, sind deutlich gesunken (2024: 1317; 2015: 907). Trotz des Rückgangs bleibt die PMK auf einem hohen Niveau und stellt weiterhin eine Herausforderung für Sicherheitsbehörden und Gesellschaft dar.
Innenminister Maier betont: Kriminalität geht zurück – aber sie verschwindet nicht. Sie wird digitaler, sie wird komplexer und sie betrifft in vielen Bereichen auch jüngere Menschen. Deshalb setzen wir neben konsequenter Strafverfolgung vor allem auf Prävention und Zusammenarbeit. Die Thüringer Polizei wird ihre Maßnahmen entsprechend weiterentwickeln. Neben sichtbarer Präsenz und konsequenter Ermittlungsarbeit stehen insbesondere Prävention, Aufklärung und der Schutz vulnerabler Gruppen im Mittelpunkt.
Polizeiliche Kriminalstatistik 2025
Politisch motivierte Kriminalität 2025
Statements der im Landtag vertretenen Parteien
AfD: Rückgang politisch gemachtDie heute vorgestellte Polizeiliche Kriminalstatistik für Thüringen weist für 2025 einen Rückgang der Straftaten aus. Dazu erklärt der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Ringo Mühlmann:
"Ein erheblicher Teil dieses Rückgangs ist kein Erfolg der Sicherheitspolitik, sondern Ergebnis politischer Entscheidungen. Allein im Bereich der Rauschgiftdelikte führt die Legalisierung von Cannabis zu einem Rückgang von über 30 Prozent – nicht weniger Kriminalität, sondern weniger Strafbarkeit."
Mühlmann weiter: "Was bleibt, ist beunruhigend: Die Gewaltkriminalität steigt weiter an – das fünfte Jahr in Folge. 5.198 Fälle, plus 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders die gefährliche und schwere Körperverletzung nimmt zu, ebenso Vergewaltigungen mit einem Plus von über 31 Prozent. Messerangriffe stagnieren auf hohem Niveau: 794 Fälle.
Während die Gesamtzahlen sinken, bleiben die strukturellen Probleme unverändert. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger liegt weiterhin bei rund 24 Prozent – jeder vierte ermittelte Tatverdächtige entfällt statistisch auf diese Gruppe, obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung nur rund acht Prozent beträgt. Auch der Versuch, diese Entwicklung durch verstärkte Einbürgerungen statistisch abzumildern, ändert nichts an der Realität.
Die Zahlen zur politisch motivierten Kriminalität waren 2025 eher unauffällig, jedoch ist diese Statistik nach wie vor nicht ehrlich. Zugrundeliegende politisch motivierte einseitige Definitionen der Phänomenbereiche und die erhebliche Verzerrung der statistischen Zahlen durch Propagandadelikte lassen nach meiner Überzeugung keine belastbaren oder vergleichenden Aussagen über politische Straftaten in Thüringen zu.
Fazit: Sicherheit entsteht nicht durch Statistik – sondern durch ehrlichen politischen Willen und dessen tatsächliche Umsetzung!
CDU-Fraktion fordert zügig ein modernes Polizeirecht
Anlässlich der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik fordert die CDU-Fraktion erneut, dass Thüringen zügig das neue Polizeiaufgabengesetz auf den Weg bringt. Die aktuellen Zahlen zeigen klar: Thüringen ist und bleibt ein sicheres Land. Unter der CDU-geführten Landesregierung hat sich dieser Trend nochmals verstärkt. Der deutliche Rückgang der Straftaten sowie die stabile Aufklärungsquote sind ein Erfolg der Arbeit unserer Polizei und ein wichtiges Signal für die Menschen im Freistaat. Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis konsequenter Politik und engagierter Polizeiarbeit, erklärt der Innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Jonas Urbach.
Gleichzeitig mache die Statistik aber ebenso deutlich, dass sich Kriminalität verändere: Wir sehen weniger klassische Delikte wie Diebstahl oder Sachbeschädigung, dafür mehr komplexe und dynamische Kriminalitätsformen – insbesondere im digitalen Raum sowie bei Gewalt- und Sexualdelikten. Diese Entwicklung dürfen wir nicht einfach zur Kenntnis nehmen, sondern müssen politisch darauf reagieren.
Für die CDU-Fraktion sei deshalb klar, dass Thüringen ein modernes Polizeirecht brauche. Urbach: Unsere Polizei muss mit den richtigen Instrumenten ausgestattet sein, um auf neue Bedrohungslagen reagieren zu können. Kriminalität wird digitaler, schneller und schwerer vorhersehbar, das verlangt nach zeitgemäßem Polizeirecht. Ich kann hier nur dringend davon abraten, ein solches durch übertriebene Bedenken auszubremsen. Das geplante Gesetz sei ein zentraler Baustein für die Innere Sicherheit im Freistaat. Es gehe um besseren Schutz für die Bürgerinnen und Bürger, um mehr Handlungssicherheit für unsere Polizistinnen und Polizisten und um wirksame Prävention schwerer Straftaten, so der CDU-Politiker. Wer die aktuellen Entwicklungen ernst nimmt, kann sich einer Modernisierung des Polizeirechts nicht verweigern. Die positive Entwicklung der Kriminalitätszahlen ist ermutigend, aber kein Grund, sich zurückzulehnen. Sicherheitspolitik muss vorausschauend handeln. Deshalb werden wir uns mit Nachdruck dafür einsetzen, das neue Polizeiaufgabengesetz jetzt konsequent und zügig auf den Weg zu bringen.
SPD-Fraktion: Weniger Straftaten sind ein ermutigendes Signal
Zur heute vorgestellten polizeilichen Kriminalstatistik erklärt die innenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, Dorothea Marx: Dass die Zahl der Straftaten in Thüringen zurückgeht, ist ein ermutigendes Signal. Es zeigt, dass eine verlässliche Polizeiarbeit, klare politische Prioritäten und Investitionen in Sicherheit wirken.
Die Zahl der registrierten Straftaten ist 2025 auf 145.167 Fälle gesunken, die Aufklärungsquote liegt bei 61,2 Prozent. Aus Sicht der SPD-Fraktion ist das eine positive Entwicklung, die zugleich nicht über bestehende Herausforderungen hinwegtäuschen darf. So bleiben Gewaltkriminalität, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und politisch motivierte Kriminalität zentrale Aufgaben für Polizei und Justiz.
Gerade bei Gewalt, beim Schutz von Frauen und Kindern und bei extremistischer Kriminalität darf der Staat nicht nachlassen. Innere Sicherheit heißt, entschlossen zu handeln und zugleich Prävention und Opferschutz zu stärken, so Marx.
