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Arbeit im Unstrut-Hainich-Kreis

11.400 Menschen arbeiten in Teilzeit

Donnerstag, 12. Februar 2026, 11:23 Uhr
So arbeitet der Unstrut-Hainich-Kreis: Rund 11.400 Menschen haben einen Teilzeitjob. Und die Teilzeitarbeit im Unstrut-Hainich-Kreis ist weiblich: 84 Prozent davon sind Frauen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hingewiesen...

Der Griff nach Teilzeit im Job: Ob volles Arbeitspensum oder nur wenige Wochenstunden – entscheidend ist, was Beschäftigte leisten können und wollen, fordert die NGG Thüringen. (Foto: NGG/ Florian Göricke) Der Griff nach Teilzeit im Job: Ob volles Arbeitspensum oder nur wenige Wochenstunden – entscheidend ist, was Beschäftigte leisten können und wollen, fordert die NGG Thüringen. (Foto: NGG/ Florian Göricke)

Die NGG Thüringen beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur. So liege bei den Vollzeitjobs der Anteil der Frauen im Unstrut-Hainich-Kreis bei lediglich 34 Prozent...

„Einen Teilzeitjob zu machen ist keine Lust-und-Laune-Entscheidung. Denn wer nicht Vollzeit arbeitet, hat heute schon weniger Geld auf dem Konto und später weniger Rente“, sagt Jens Löbel von der NGG Thüringen. Teilzeitarbeit sei „keine Bequemlichkeit“, sondern für viele Beschäftigte im Unstrut-Hainich-Kreis die Voraussetzung, um den Beruf überhaupt mit der Familie und mit der Pflege von Angehörigen vereinbaren zu können.

„Wenn der Wirtschaftsflügel der CDU künftig Menschen, die in Teilzeit arbeiten und gleichzeitig Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen, einen Vollzeitjob verordnen will, dann lässt das jedes soziale Gespür vermissen“, so die Kritik von Jens Löbel. Der Geschäftsführer der NGG Thüringen appelliert an die CDU im Unstrut-Hainich-Kreis und an die Delegierten aus der Region, Ende Februar (Hinweis f.d. Red.: 20. und 21. Februar) den Antrag des Wirtschaftsflügels der Union zur Reform der Teilzeit auf dem Parteitag der CDU in Stuttgart „abzuschmettern“.

Es bringe nichts, den Menschen „die Daumenschrauben anzuziehen, um sie zum Vollzeitpensum im Job zu zwingen“. Wer beispielsweise einen Angehörigen pflege, könne zu Hause nicht alles stehen und liegen lassen, um mehr Stunden im Job zu machen, so Jens Löbel. Hierzu sei eine bessere Infrastruktur bei der Pflege nötig.

Wenn Beschäftigte allerdings in der Lage seien, Vollzeit zu arbeiten, dann sollten sie sich „nicht mit einem Teilzeitjob abspeisen lassen“, sagt Löbel. Die NGG Thüringen warnt Arbeitgeber im Unstrut-Hainich-Kreis davor, ihre Beschäftigten – und hier vor allem auch Frauen – „in Teilzeit zu drängen“: „Entscheidend ist, welches Arbeitspensum man persönlich machen kann und will. Darauf sollten die Beschäftigten pochen. Es darf nicht darum gehen, dem Betrieb mit einem ‚Teilzeit-Kompromiss‘ entgegenzukommen. Häufig werden sogar nur Teilzeitjobs ausgeschrieben. Das ist nicht tragbar. Wir brauchen ein Recht auf Vollzeit“, sagt NGG-Geschäftsführer Löbel.
Autor: emw

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