Bürgermeister Reinz will um Mittelalterstadtfest kämpfen
Ein Ende mit der Vision neuen Anfangs
Sonntag, 31. August 2025, 19:30 Uhr
Nach zwei Tagen bunten, fröhlichen und vor allem friedlichen Treiben ging vor wenigen Minuten das 31. Bad Langensalzaer Mittelalterstadfest zu Ende. Normalerweise ein freudiger Termin, wenn alle Beteiligten sich vom Publikum verabschieden; heute jedoch schwebte das Damoklesschwert eines bitteren Endes der Traditionsveranstaltung über dem Töpfermarkt…
Es war ein rundum gelungenes Fest mit tollen Künstlern, Superstimmung, atemberaubenden Vorführungen und einer ausgewogenen mittelalterlichen Gastronomie für die zahlreich erschienenen Besucher, das am Wochenende das Bild der liebevoll geschmückten historischen Innenstadt prägte. Phantasievolle und stilechte Gewänder, humorvolle und schweißtreibende Unterhaltung auf diversen Bühnen von früh bis spät, Angebote für jedermann sowie Gelegenheiten zu flanieren und den einen oder anderen Taler zu investieren für jede Frau.
Ende des Mittelalterstadtfestes?
Die fehlenden Taler waren es letztendlich, die diesem sonnendurchströmten Fest dunkle Wolken des Abgesangs überstülpten. Bürgermeister Matthias Reinz hatte im Vorfeld angekündigt, das Fest nur noch im Zweijahresrhythmus durchführen zu wollen und diese Entscheidung noch gestern bei der Eröffnung verteidigt. Grund dafür war neben dem finanziellen Defizit der letzten Jahre und der verschlechterten Haushaltslage der Stadt vor allem die mangelnde Beteiligung ehrenamtlicher Helfer, ohne die ein solches Großereignis in Verantwortung der Kommune heute nicht mehr durchführbar ist. Wer Vorschläge hätte, wie das gewohnte Bestehen zu erhalten sei, der solle sie auf eine dreißig Meter lange Papierrolle schreiben, die an der Bühne am Töpfermarkt ausgelegt wurde.
Dreißig Meter Ideen und Hinweise
Seit gestern Nachmittag standen die Menschen Schlange, um ihre Ideen und Anregungen auf dieses Papier zu bringen und ganze drei Filzstifte seien leergeschrieben worden, erzählte der Herold dem Publikum der Abschlussveranstaltung. Den ganzen Tag über waberte schon das Gerücht durch die Stände und Tresen, der Bürgermeister hätte am Abend eine Ankündigung zu vermelden.
Jetzt sind alle aufgefordert, auf einer zivilisierten Ebene zu diskutieren, wie es weitergehen kann. Und ich bin guter Dinge, dass wir es dann schaffen werden, unser Mittelalterstadtfest zu erhalten!
Matthias Reinz
Er wolle die Rolle gründlich auswerten, versprach Matthias Reinz kurz vor 18 Uhr, und er werde sich der Verantwortung stellen, denn er wisse sehr wohl um die Bedeutung des Mittelalterstadtfestes für Langensalza. Alle seien aufgefordert zu helfen und dafür zu sorgen, dass die Stadt auch im nächsten Jahr in gewohnter Weise ihr großes Fest feiern könne, sagte er unter dem Jubel der anwesenden Künstler, Mitarbeiter und Besucher. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Monique wird er am nächsten Festsonntag eines der Kassenhäuschen besetzen und unentgeltlich dort arbeiten, um so die Verwaltungsmitarbeiter zu entlasten und Kosten zu sparen. Er hoffe, so der Bürgermeister, dass sein Angebot auch beim hohen Rat der Stadt gehört würde und beispielgebend wirke. Weiterhin rief Reinz dazu auf, gemeinsam auf Sponsorensuche zu gehen, um die Kosten abzudecken und das Fest wieder in eine verlustfreie Zone zu führen.
Mit gutem Beispiel vorangehen
Er selbst werde 2.500 Euro privat beisteuern, versprach der erste Bürger der Stadt. Ich möchte nicht, dass das Fest stirbt und ich möchte auch nicht, dass es an eine Eventagentur geht, die nur daran verdienen will!, beteuerte er unter großem Jubel auf dem Töpfermarkt.
Das Gastgeberpaar freut sich, wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren den Geleitbrief zu erhalten (Foto: Eva Maria Wiegand)
So nimmt ein kulturell äußerst gelungenes Wochenende in der altehrwürdigen Kurstadt doch noch ein hoffnungsvolles Ende, nachdem es schon einen hervorragenden Anfang gestern und einen famosen Verlauf über zwei Tage aufzuweisen hatte. Sicherlich wird es dann im nächsten Jahr einige Veränderungen geben; nicht nur bei der Besetzung der Kassenhäuschen. Die Mittelalterfans können sich den 29. und 30. August 2026 also schon einmal vormerken und in den Kalender eintragen. Zwar vorläufig nur mit dem Bleistift, aber immerhin eintragen. Es bleibt also in den nächsten Tagen und Wochen spannend um eines der schönsten Mittelalterfeste Mitteldeutschlands.
Olaf Schulze
Autor: oschEs war ein rundum gelungenes Fest mit tollen Künstlern, Superstimmung, atemberaubenden Vorführungen und einer ausgewogenen mittelalterlichen Gastronomie für die zahlreich erschienenen Besucher, das am Wochenende das Bild der liebevoll geschmückten historischen Innenstadt prägte. Phantasievolle und stilechte Gewänder, humorvolle und schweißtreibende Unterhaltung auf diversen Bühnen von früh bis spät, Angebote für jedermann sowie Gelegenheiten zu flanieren und den einen oder anderen Taler zu investieren für jede Frau.
Ende des Mittelalterstadtfestes?
Die fehlenden Taler waren es letztendlich, die diesem sonnendurchströmten Fest dunkle Wolken des Abgesangs überstülpten. Bürgermeister Matthias Reinz hatte im Vorfeld angekündigt, das Fest nur noch im Zweijahresrhythmus durchführen zu wollen und diese Entscheidung noch gestern bei der Eröffnung verteidigt. Grund dafür war neben dem finanziellen Defizit der letzten Jahre und der verschlechterten Haushaltslage der Stadt vor allem die mangelnde Beteiligung ehrenamtlicher Helfer, ohne die ein solches Großereignis in Verantwortung der Kommune heute nicht mehr durchführbar ist. Wer Vorschläge hätte, wie das gewohnte Bestehen zu erhalten sei, der solle sie auf eine dreißig Meter lange Papierrolle schreiben, die an der Bühne am Töpfermarkt ausgelegt wurde.
Dreißig Meter Ideen und Hinweise
Seit gestern Nachmittag standen die Menschen Schlange, um ihre Ideen und Anregungen auf dieses Papier zu bringen und ganze drei Filzstifte seien leergeschrieben worden, erzählte der Herold dem Publikum der Abschlussveranstaltung. Den ganzen Tag über waberte schon das Gerücht durch die Stände und Tresen, der Bürgermeister hätte am Abend eine Ankündigung zu vermelden.
Jetzt sind alle aufgefordert, auf einer zivilisierten Ebene zu diskutieren, wie es weitergehen kann. Und ich bin guter Dinge, dass wir es dann schaffen werden, unser Mittelalterstadtfest zu erhalten!
Matthias Reinz
Er wolle die Rolle gründlich auswerten, versprach Matthias Reinz kurz vor 18 Uhr, und er werde sich der Verantwortung stellen, denn er wisse sehr wohl um die Bedeutung des Mittelalterstadtfestes für Langensalza. Alle seien aufgefordert zu helfen und dafür zu sorgen, dass die Stadt auch im nächsten Jahr in gewohnter Weise ihr großes Fest feiern könne, sagte er unter dem Jubel der anwesenden Künstler, Mitarbeiter und Besucher. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Monique wird er am nächsten Festsonntag eines der Kassenhäuschen besetzen und unentgeltlich dort arbeiten, um so die Verwaltungsmitarbeiter zu entlasten und Kosten zu sparen. Er hoffe, so der Bürgermeister, dass sein Angebot auch beim hohen Rat der Stadt gehört würde und beispielgebend wirke. Weiterhin rief Reinz dazu auf, gemeinsam auf Sponsorensuche zu gehen, um die Kosten abzudecken und das Fest wieder in eine verlustfreie Zone zu führen.
Mit gutem Beispiel vorangehen
Er selbst werde 2.500 Euro privat beisteuern, versprach der erste Bürger der Stadt. Ich möchte nicht, dass das Fest stirbt und ich möchte auch nicht, dass es an eine Eventagentur geht, die nur daran verdienen will!, beteuerte er unter großem Jubel auf dem Töpfermarkt.
Das Gastgeberpaar freut sich, wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren den Geleitbrief zu erhalten (Foto: Eva Maria Wiegand)
So nimmt ein kulturell äußerst gelungenes Wochenende in der altehrwürdigen Kurstadt doch noch ein hoffnungsvolles Ende, nachdem es schon einen hervorragenden Anfang gestern und einen famosen Verlauf über zwei Tage aufzuweisen hatte. Sicherlich wird es dann im nächsten Jahr einige Veränderungen geben; nicht nur bei der Besetzung der Kassenhäuschen. Die Mittelalterfans können sich den 29. und 30. August 2026 also schon einmal vormerken und in den Kalender eintragen. Zwar vorläufig nur mit dem Bleistift, aber immerhin eintragen. Es bleibt also in den nächsten Tagen und Wochen spannend um eines der schönsten Mittelalterfeste Mitteldeutschlands.
Olaf Schulze











































































