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uhz-Forumsbeitrag von Lothar Warschun

Gedanken zur Bundestagswahl am 23. Februar

Dienstag, 11. Februar 2025, 18:43 Uhr
Vorab möchte ich sagen, dass unser Unternehmen ein bundesweiter Bildungsträger ist und sich auf die Ausbildung von Berufskraftfahrern und Lager/Logistik konzentriert. Dadurch haben wir sehr viel mit Migranten und Asylbewerbern zu tun, die wir ausbilden dürfen, um sie anschließend erfolgreich in den 1. Arbeitsmarkt zu vermitteln…

Warum erwähne ich diese Tatsache gleich zu Beginn besonders? Ganz einfach: In der heutigen Zeit werden Menschen, die sich kritisch über Medien und Politiker äußern, sehr schnell in die rechte Ecke gestellt oder zumindest rechtspopulistisch dargestellt. Das möchte und muss ich konsequent vermeiden.

Aber nun zum eigentlichen Thema!

Leider werden die Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger sowie der Unternehmen in Deutschland nicht sehr ernst genommen, im Gegenteil, Unverständnis oder gar völlige Ignoranz sind an der Tagesordnung. Warum kann man nicht einfach verstehen, dass Kriegsangst nicht von ungefähr kommt? Kriegsbereitschaft kommt vor Friedensbereitschaft. Wer will den Krieg, wer ist daran interessiert? Viele Politiker der jetzigen Regierung, aber auch der Opposition drehen immer weiter an der Aufrüstungsschraube. Wenn ich dann noch höre, dass sich ein großer schwarz-gelber Bundesligaverein von Rheinmetall sponsern lässt, dann fällt mir wirklich nichts mehr ein.
Wir reden immer von der Brandmauer oder roten Linien, die Deutschland international längst überschritten hat.
Deutsche Waffen sind wieder auf Russland gerichtet, um nur ein Beispiel zu nennen.

Wie jeder vernünftige Mensch halte ich den Überfall auf die Ukraine für absolut falsch und nicht erklärbar, egal welche Motive dahinterstecken. Besonders die Bevölkerung in der Ukraine leidet darunter, siehe auch Gazastreifen. Einfach unmenschlich. Das müssen Russland, aber auch andere Großmächte begreifen. Kriege bringen immer Hass, Leid und Tod und sind schon gar nicht dazu da, Konflikte zu lösen. Iran, Irak, Afghanistan, Vietnam oder die Palästinensergebiete sind nur einige Beispiele. Deutschland hat ebenfalls genug Erfahrung damit, EIGENTLICH....?!

Zurück zu der Brandmauer und roten Linien:
Die Kriegsangst in der Bevölkerung ist der eigentliche Grund, warum AfD und BSW so enormen Zulauf haben. Dadurch wird es drastische Veränderungen zur Bundestagswahl geben und die Angst, dass es noch chaotischer wird, ist bei jedem Bürger und jeder Bürgerin bis in die Haarspitzen zu spüren. Wie gesagt, im Wahlkampf spielt dieses Thema nur eine untergeordnete Rolle.

Nun zur AfD, und jetzt möchte ich noch einmal auf meinen oben geschriebenen Satz hinweisen. Die AfD ist eine Partei, die von einem nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung gewählt wird. Eine ständige, berechtigte oder unberechtigte, Ablehnung und Abgrenzung fast aller Altparteien, treibt der AfD nur noch mehr Wähler zu. Das, was Sie eigentlich erreichen wollen, kehrt sich ins Gegenteil um. Warum redet oder diskutiert man nicht mit Ihnen, wie es in einer Demokratie üblich ist.

Wenn unter anderem genau diese Partei für den Frieden wirbt, übrigens genauso wie das BSW, aber die etablierten Parteien, allen voran die CDU, die Grünen, die FDP und die SPD, die übrigens alle ihre Ideale völlig verloren und verraten haben, nur mit dem Säbel rasseln, braucht man sich über diese Entwicklung nicht mehr zu wundern. Wer unter anderem die Zerstörung von Nord Stream 1 und 2 oder einen Angriff auf Moskau für richtig hält, hat in verantwortlichen Positionen nichts zu suchen. Diese Leute haben nichts, aber auch gar nichts aus der deutschen Geschichte gelernt.

Übrigens machen nicht alle Ministerpräsidenten diesen Wahnsinn mit.
Michael Kretschmer, der sächsische Ministerpräsident von der CDU, hat sich ganz klar für Verhandlungen mit den beiden Kriegsparteien und gegen weitere Waffenlieferungen an die Ukraine ausgesprochen, mit dem Ergebnis, dass die CDU in Sachsen die Landtagswahl am 1. September 2024, wenn auch knapp, vor der AFD gewonnen hat. Vielleicht sollten alle, die einen Krieg förmlich herausfordern bzw. provozieren, zumindest mal darüber nachdenken.
Wäre doch mal eine Möglichkeit!


Übrigens, der 1. September ist vor allem im Osten Deutschlands als Weltfriedenstag bekannt. Zur Erinnerung, an diesem Tag 1933 begann Deutschland den 2. Weltkrieg, in dem Polen überfallen wurde. Das nennt man wohl Angriffskrieg.


Leider hat das Thema Krieg und Frieden bei der Bundestagswahl 2025 nicht die ROLLE gespielt, die es hätte spielen sollen. Ich weise noch einmal darauf hin, dass es für eine vernünftige Asyl- und Migrationspolitik, wie auch für andere Herausforderungen, nur dann Lösungen geben wird, wenn Frieden herrscht. Wenn Krieg herrscht, geht nichts mehr.

Ich appelliere an alle Parteien, gemeinsam ein solches Szenario zu verhindern, damit unsere Kinder in Frieden und nicht im Krieg aufwachsen können.


Dies schreibt Ihnen ein besorgter Vater von sechs Kindern und Großvater von ebenfalls sechs Enkelkindern und stolzer Bürger unserer schönen Kur- und Rosenstadt Bad Langensalza in Thüringen

Lothar Warschun


P.S.: So werde ich nun weiter ausbilden, damit die Teilnehmer, egal welcher Nationalität sie angehören, in unserem schönen Deutschland sorgenfrei arbeiten und friedlich leben können.
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Autor: red

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