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Bad Langensalzas Kurdirektorin Katja Rudolph im Porträt

Kraft und Kreativität für künftigen Gesundheitsstandort

Dienstag, 17. Dezember 2024, 19:00 Uhr
Die Kur- und Rosenstadt Bad Langensalza hat wieder eine Kurdirektorin. Katja Rudolph wird ab Januar die Geschicke der städtischen Holding leiten und will den Fokus wieder verstärkt auf das Thema Gesundheit und den Kurbetrieb legen. Wer ist die Frau, die künftig eine Schnittstelle zwischen den lokalen Akteuren sein wird? uhz online traf sie zum Gespräch in der „Teetruhe“


Neue Kurdirektoren in Bad Langensalza (Foto: Kerstin Runau) Neue Kurdirektoren in Bad Langensalza (Foto: Kerstin Runau)


Einen starken Ingwertee ohne weitere Zusätze bestellt die sportlich und dynamisch auftretende neue Chefin der städtischen Holding GmbH. In strategischer Führung soll sie die Wohnungsbaugesellschaft, die Service Gesellschaft sowie die Kur- und Tourismus GmbH führen und mit den Stadtwerken und Netzen in kooperativer Zusammenarbeit agieren. Mit Beginn des Jahres 2025 ist die vielfältig ausgebildete Finanzexpertin mit Kur- und Tourismusspezialisierung als Kurdirektorin für alle Belange zuständig, die zur Entwicklung des Status einer Kurstadt wichtig sind. In der kuschlig warmen
Wohnstube der „Teetruhe“ an der Marktkirche erzählt sie, wie es dazu kam.

Geboren wurde Katja Rudolph vor 47 Jahren in Bad Langensalza, wo ihr Großvater einen Friseurbetrieb innehatte, ihre Mutter Grundschullehrerin war und ihr Vater in letzter Funktion als Haustechniker in der Friederikentherme an der Therme mitgebaut und technisch begleitet hat. In ihrer Heimatstadt legte Katja Rudolph im Salza Gymnasium das Abitur ab. Zu dieser Zeit lernte sie auch ihren Mann kennen, mit dem sie seit über zwanzig Jahren verheiratet ist und zwei Töchter (16 und 5 Jahre alt) hat. Nach ihrer Ausbildung als Kauffrau für Finanzen und Versicherung schloss sie erfolgreich ein Fernstudium zum „Professional of Insurance and Finance" (Finanz und Versicherungsmanagement) mit dem
Schwerpunkt Personalführung und Marketing/Vertrieb ab.

Zehn Jahre lang arbeitete sie in einer Filiale der Sparda-Bank in Erfurt, ehe sie zur Sparkasse Unstrut Hainich wechselte, was ihr auch ein oder zwei Arbeitstage wöchentlich in ihrer Heimatstadt bescherte. Neben Ihrer täglichen Arbeit absolvierte Katja Rudolph interne Qualifizierungen im Bereich Arbeitsrecht und Mitarbeiterführung und legte die Prüfung zur „Trainerin für Kommunikation und Mediation“ in der Sparkassenakademie ab.Besonders wichtig war ihr dabei, sich um Nachwuchs zu kümmern, und mit dem Ausbilderschein der IHK blickt sie zufrieden auf die Zeit mit den Azubis zurück, die inzwischen hervorragende Persönlichkeiten im Finanzsektor
sind.

Doch dann kam Corona und veränderte vieles. Katja Rudolph spürte die zunehmend Abgrenzung der Menschen voneinander und dass es dringend einer Regeneration bedurfte, um sowohl die seelische Gesundheit wie auch ein Gleichgewicht in der Balance zwischen Arbeitsalltag und Privatleben wiederherzustellen. „Wie schafft man es, leistungsfähig zu bleiben und den Leistungsdruck auszugleichen?“, war die Frage, die sich ihr damals stellte. Welche Möglichkeiten werden in der Arbeitswelt geschaffen und wie unterstützen die Krankenkassen Bemühungen zur Verbesserung der mentalen Zufriedenheit?

Das Thema Gesundheit spielte in ihren Überlegungen eine stetig wachsende Rolle. Deshalb begann die Finanzmanagerin auf eigene Kosten eine weitere Ausbildung als Fachkraft für Kur- und Regionaltourismus bei der IHK, die sie während des Babyjahres mit ihrer zweiten Tochter abschloss. Die zunehmende Beschäftigung mit dem deutschen Gesundheitsmanagement in Verknüpfung mit Kur- und
Tourismusangeboten ermutigte Katja Rudolph, sich in Bad Frankenhausen als Kurdirektorin zu bewerben, wo sie schließlich von 2021 bis zum Sommer diesen Jahres in eben dieser Funktion tätig war.

„Die gut drei Jahre dort waren für mich eine tolle Zeit“, blickt sie heute zurück und ist besonders stolz auf die Kurort-Entwicklungskonzepte mit Entstehung eines Gesundheitsressorts und der Neugestaltung der Kyffhäuser Therme. Der Erhalt der Therme ist auch in ihrem neuen Job ein herausragendes Thema, das in ihrer Geburtsstadt aktuell eine entscheidende Rolle spielt. „Am weiteren Betrieb der Friederiken Therme gibt es gar keine Zweifel“, betont die neue Kurdirektorin. „Wir müssen sie aber zu einem Alleinstellungsmerkmal entwickeln und ihr eine klare Kontur geben.“

Der tägliche Weg von einer Stunde Autofahrt zur Arbeitsstätte und die Erkenntnis, dass eine Kurdirektorin fest in der Stadt verwurzelt sein muss, bewog sie schließlich, sich im Bad Langensalzaer Rathaus vorzustellen. Hier stießen ihre Intentionen und strategischen Ansätze für den Kur- und Tourismusbetrieb auf offene Ohren. „Man muss eigentlich permanent vor Ort sein, die Mentalität der Leute und die Historie dahinter kennen“, resümiert Rudolph ihre Zeit in Bad Frankenhausen, die letztendlich zu dem Wunsch führte, lieber zu Hause ihre erworbenen Fähigkeiten und Erfahrungen einsetzen zu wollen. „Ich bin stolz auf meine Stadt und was hier erreicht wurde“, sagt Katja Rudolph und verspricht: „Wir werden unsere Marke als Gesundheitsstandort am Mittelpunkt von Deutschland, wieder offensiv nach außen tragen und in die Öffentlichkeit bringen“.

Nach der Wiederwahl des amtierenden Bürgermeisters Matthias Reinz intensivierten sich die Gespräche über eine Zusammenarbeit und beflügelten die Idee, in der Kur- und Rosenstadt Bad Langensalza nach vielen Jahren wieder eine Kurdirektorin zu etablieren. Sie soll nun die notwendigen Entscheidungen treffen und die Stadt mit ihrer Arbeit deutschlandweit präsentieren. „Wir haben eine Expertin gesucht, die eine tiefe Verbundenheit mit der Stadt hat, gut vernetzt ist und dafür sorgt, dass die beschlossenen Außenpräsentationen der Kommune auch in der Tat umgesetzt werden“, umreißt Bürgermeister Matthias Reinz das Anforderungsprofil seiner neuen Mitarbeiterin. Und die ist heute schon voller Elan: „Ich freue mich riesig auf diese neue Herausforderung und vor allem auf die Arbeit hier in meiner Stadt, die mir immer am Herzen lag.“

In angespannter Haushaltslage und Zeiten chronischer
Finanzknappheit braucht Katja Rudolph viel Energie, um die gesteckten Ziele zu erreichen. “Dies wird zusammen mit den vielen motivierten Akteuren aus der Stadtverwaltung, den Vereinen, den Bürgern unserer Stadt und vor allem den Arbeitnehmern der städtischen Holding GmbH gelingen, die exakt verstehen, was es heißt, ein guter Gastgeber zu sein.”, wünsche sich die neue Kurdirektorin. Ihre eigene Willenskraft wird sie sich durch den starken Rückhalt in ihrer Familie, bei ihren Freunden und im freizeitlichen Ausgleich mit den beiden Hunden der Familie holen.
Denn die mentale Gesundheit, das weiß die Powerfrau Katja Rudolph ganz genau, ist der Schlüssel zu jedem angestrebten Erfolg.
Olaf Schulze
Autor: osch

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