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35 Jahre Mauerfall

DGB fordert gleiche Löhne und Anerkennung

Freitag, 08. November 2024, 12:46 Uhr
Zum 35. Jahrestag des Mauerfalls erinnert der DGB Hessen-Thüringen an die Bedeutung dieses Ereignisses für die deutsche Einheit und mahnt, dass gleiche Chancen und soziale Sicherheit in Ost und West noch immer nicht erreicht sind...

„Die friedlich erkämpfte Demokratie und der Weg bis heute sind ein beeindruckendes Zeugnis der Kraft und des Engagements der Menschen. Dabei wurde viel erreicht, aber auch viel von den Menschen abverlangt“, so Renate Sternatz, stellvertretende Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen. „Der Abbau von Arbeitsplätzen und die Brüche in beruflichen Biografien haben ihre Spuren hinterlassen.“

Trotz der Erfolge in der Angleichung der Einkommensverhältnisse, insbesondere dort, wo Tarifverträge gelten, gibt es weiterhin Lücken, die geschlossen werden müssen. „Es ist nun an der Zeit, diese Lücken zu schließen und sich weiterhin aktiv für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und die Anerkennung der Lebensleistung der Menschen einzusetzen“, betont Sternatz. „Die Erfahrungen aus den wirtschaftlichen Anpassungsprozessen der letzten Jahrzehnte müssen jetzt in die Gestaltung der anstehenden Transformation einbezogen werden. Dafür brauchen wir klare politische Rahmenbedingungen, die auf Standort- und Arbeitsplatzsicherung, Tarifverträge und Mitbestimmung setzen.“

„Leider besteht auch 35 Jahre nach dem Mauerfall weiterhin eine deutliche Einkommensdifferenz zwischen Ost- und Westdeutschland. Vollzeitbeschäftigte in Ostdeutschland verdienen im Durchschnitt 19 Prozent beziehungsweise 838 Euro pro Monat weniger als im Westen, wenn man die durchschnittlichen Gehälter in Ost- und Westdeutschland vergleicht. Das muss sich dringend ändern, am besten mit mehr Tarifverträgen. Damit sind deutlich höhere Löhne drin, in Thüringen wird mit Tarif bis zu 23 Prozent mehr verdient. Aber nur 46 Prozent der Beschäftigten in Thüringen arbeiten mit Tarifverträgen. Deshalb muss die Tarifbindung wieder erhöht werden“, so Sternatz abschließend.
Autor: red

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