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Mühlhausen und Eschwege als Standort für Kompetenzzentrum

Zusammenwachsen Ost und West vorgeschlagen

Donnerstag, 01. Oktober 2020, 18:20 Uhr
Die Partnerstädte Mühlhausen und Eschwege – die ersten Kommunen, die nach dem Mauerfall eine offizielle deutsch-deutsche Städtepartnerschaft eingegangen sind – wollen gemeinsamer Standort einer bundesweiten Denkfabrik für das Zusammenwachsen von Ost und West werden...

Die Errichtung eines solchen Zentrums hat die im Herbst 2019 durch die Bunderegierung berufene Kommission „30 Jahre friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ angedacht.

„Unsere Städte sind durch außergewöhnliche Symbolik verbunden, wenn es um einen ernsthaften Dialog zum Zusammenhalt Deutschlands und zum Streben nach gleichwertigen Lebensverhältnissen geht. Seit der Besiegelung unserer Partnerschaft am 22.12.1989 ist unsere Verbundenheit gelebte Wirklichkeit. Auch unsere Lage mitten in der Republik hat große Strahlkraft. Die bewegenden Zukunftsfragen unserer Region sind exemplarisch für die strukturellen Herausforderungen in allen Himmelsrichtungen Deutschlands. Um Menschen zusammenzubringen, ist die Mitte der beste Ort“, erklärten der Mühlhäuser Oberbürgermeister Johannes Bruns und der Bürgermeister von Eschwege, Alexander Heppe, im Juni diesen Jahres in einem gemeinsamen Schreiben an die Staatskanzleien von Thüringen und Hessen.

Hier fiel der Vorschlag auf fruchtbaren Boden: „Nach unserer Einschätzung hat gerade dieser gemeinsame Vorschlag zweier Städte – auf der einen Seite in unmittelbarer Nähe des Sperrgebiets, auf der anderen Seite im „Zonenrandgebiet“ – einen besonderen Reiz. Wir würden einen solchen Vorschlag gern unterstützen“, teilten die Ministerpräsidenten beider Bundesländer, Bodo Ramelow und Volker Bouffier, daraufhin dem Kommissions-Vorsitzenden Matthias Platzeck schriftlich mit.

Nun wurde die Konzept-Idee weiterentwickelt zu einer „Akademie der Freiheit und Gleichheit“. Dieses in Mühlhausen und Eschwege angesiedelte Kompetenzzentrum soll einen Anlaufpunkt für die wissenschaftliche Auseinandersetzung zum Stand der deutschen Einheit einerseits und den bürgernahen Dialog andererseits schaffen. Kurz vor dem 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung wurde das Konzept heute (1. Oktober 2020) von Bruns und Heppe zunächst an die beiden Ministerpräsidenten geschickt. Gemeinsam soll dann erneut auf die im Bundesinnenministerium angesiedelte Kommission zugegangen werden.
Autor: red

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