Viele Fehltage wegen Krankheit im Kreis
Landkreis auf Platz Drei bei Fehltagen
Donnerstag, 05. September 2019, 15:51 Uhr
Der Unstrut-Hainich-Kreis gehört zu den drei Landkreisen in Deutschland mit den meisten krankheitsbedingten Fehltagen. Durchschnittlich 24,2 Tage waren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem Unstrut-Hainich-Kreis vergangenes Jahr krankgeschrieben, wie Auswertungen der BARMER Krankenkasse ergeben haben...
Der Thüringer Durchschnitt liegt bei lediglich 22,3 Tagen, bundesweit sind es 18,3 Tage. Seelische Leiden, Atemwegserkrankungen und Rückenprobleme sind die Hauptursachen für die hohe Anzahl an Krankheitstagen, sagt Martin Meyer, Regionalgeschäftsführer der BARMER in Mühlhausen, und bezieht sich auf Auswertungen im BARMER Gesundheitsreport 2019. Demnach ist im Unstrut-Hainich-Kreis die Zahl der Fehltage wegen psychischer Leiden auf durchschnittlich 4,5 Tage angestiegen. Thüringenweit liegt der Durchschnitt bei 3,7 Tagen. Nur im Landkreis Sonneberg waren Arbeitnehmer noch länger wegen psychischer Probleme krankgeschrieben.
Mit Blick auf Atemwegserkrankungen wie Erkältung und Schnupfen ist die Anzahl der durchschnittlichen Fehltage im Unstrut-Hainich-Kreis von 3,4 Tagen im Jahr 2017 auf 3,6 Tage im vergangenen Jahr angestiegen; genau Thüringer Durchschnitt. Auch wegen Rückenschmerzen waren die Menschen krankgeschrieben: durchschnittlich 4,5 Tage nämlich, was unterm Thüringer Schnitt von 4,8 Tagen liegt.
Wer mehr arbeitet, ist mehr krank
Martin Meyer zufolge müssen die Zahlen im Kontext betrachtet werden, damit kein falscher Eindruck erweckt wird. Auch 30 Jahre nach der Wende gibt es deutliche Unterschiede zwischen Ost und West, wie Zahlen der statistischen Landesämter belegen, sagt der BARMER Regionalgeschäftsführer. Demnach arbeiteten die Menschen in Thüringen je Arbeitnehmer jährlich 75 Stunden länger als jene in den alten Bundesländern. Gute zwei Arbeitswochen mehr also. Denn die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 40 Stunden bewältigen in den neuen Bundesländern rund 40 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. In den alten Bundesländern arbeiten lediglich rund 8 Prozent der Beschäftigten so lange, zeigen Auswertungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung von 2017.
Demgegenüber steht, dass das jährliche Bruttogehalt in Thüringen rund 5.600 Euro unter dem bundesweiten Durchschnitt liegt. Als weitere Erklärung liegt nahe, dass in der Region im Vergleich zu westdeutschen Ballungsgebieten kaum große Konzerne ansässig sind. Dort und in öffentlichen Verwaltungen ist es üblich, dass Krankmeldungen erst ab dem dritten Fehltag eingereicht werden müssen, gibt Martin Meyer zu verstehen.
Gesundheitsaspekte im Wettbewerb um Fachkräfte
All das und zudem der demografische Wandel verschärfen den Mangel und den Wettbewerb um Fachkräfte, sagt der Regionalgeschäftsführer. Die Krankenkasse reagiert regionalspezifisch und setzt insbesondere auch auf die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen, um die Gesundheit von deren Beschäftigten zu fördern. Individuell zugeschnittene Angebote für das betriebliche Gesundheitsmanagement haben Martin Meyer und sein Team parat. Und zwar insbesondere zum Thema Stressbewältigung und Rückengesundheit, so der BARMER-Regionalgeschäftsführer.
Gesunde, leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter sind die Basis für wirtschaftlichen Erfolg. Die Unternehmen brauchen gesunde Mitarbeiter und das Problem fehlender Fachkräfte darf nicht durch krankheitsbedingten Ausfall noch verstärkt werden. Nie war es für Arbeitgeber in der Region wichtiger, mit Maßnahmen zur Stressprävention und Stärkung der psychischen und physischen Gesundheit ein gutes Arbeitsumfeld zu schaffen, verdeutlicht Martin Meyer.
Insbesondere in kleinen und mittelständischen Unternehmen, zu denen mehr als 90 Prozent aller Thüringer Arbeitgeber zählen, gibt es nur wenig Erfahrung mit dem Thema Gesundheit in der Arbeitswelt. Die BARMER hat deshalb das Netzwerk Gesund arbeiten in Thüringen gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin (DGAUM) ins Leben gerufen; ein in Deutschland einmaliges Projekt. Über das Netzwerk sollen die positiven gesundheitlichen Effekte der betrieblichen Gesundheitsförderung auch in kleinen und mittelständischen Betrieben etabliert werden. Die Betriebe bleiben im Erfahrungsaustausch, Wissen und Kompetenzen lassen sich bündeln und im Miteinander wird das Thema Gesundheit vorangebracht. Interessierte Unternehmen können sich jederzeit an die BARMER in Mühlhausen wenden.
Autor: redDer Thüringer Durchschnitt liegt bei lediglich 22,3 Tagen, bundesweit sind es 18,3 Tage. Seelische Leiden, Atemwegserkrankungen und Rückenprobleme sind die Hauptursachen für die hohe Anzahl an Krankheitstagen, sagt Martin Meyer, Regionalgeschäftsführer der BARMER in Mühlhausen, und bezieht sich auf Auswertungen im BARMER Gesundheitsreport 2019. Demnach ist im Unstrut-Hainich-Kreis die Zahl der Fehltage wegen psychischer Leiden auf durchschnittlich 4,5 Tage angestiegen. Thüringenweit liegt der Durchschnitt bei 3,7 Tagen. Nur im Landkreis Sonneberg waren Arbeitnehmer noch länger wegen psychischer Probleme krankgeschrieben.
Mit Blick auf Atemwegserkrankungen wie Erkältung und Schnupfen ist die Anzahl der durchschnittlichen Fehltage im Unstrut-Hainich-Kreis von 3,4 Tagen im Jahr 2017 auf 3,6 Tage im vergangenen Jahr angestiegen; genau Thüringer Durchschnitt. Auch wegen Rückenschmerzen waren die Menschen krankgeschrieben: durchschnittlich 4,5 Tage nämlich, was unterm Thüringer Schnitt von 4,8 Tagen liegt.
Wer mehr arbeitet, ist mehr krank
Martin Meyer zufolge müssen die Zahlen im Kontext betrachtet werden, damit kein falscher Eindruck erweckt wird. Auch 30 Jahre nach der Wende gibt es deutliche Unterschiede zwischen Ost und West, wie Zahlen der statistischen Landesämter belegen, sagt der BARMER Regionalgeschäftsführer. Demnach arbeiteten die Menschen in Thüringen je Arbeitnehmer jährlich 75 Stunden länger als jene in den alten Bundesländern. Gute zwei Arbeitswochen mehr also. Denn die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 40 Stunden bewältigen in den neuen Bundesländern rund 40 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. In den alten Bundesländern arbeiten lediglich rund 8 Prozent der Beschäftigten so lange, zeigen Auswertungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung von 2017.
Demgegenüber steht, dass das jährliche Bruttogehalt in Thüringen rund 5.600 Euro unter dem bundesweiten Durchschnitt liegt. Als weitere Erklärung liegt nahe, dass in der Region im Vergleich zu westdeutschen Ballungsgebieten kaum große Konzerne ansässig sind. Dort und in öffentlichen Verwaltungen ist es üblich, dass Krankmeldungen erst ab dem dritten Fehltag eingereicht werden müssen, gibt Martin Meyer zu verstehen.
Gesundheitsaspekte im Wettbewerb um Fachkräfte
All das und zudem der demografische Wandel verschärfen den Mangel und den Wettbewerb um Fachkräfte, sagt der Regionalgeschäftsführer. Die Krankenkasse reagiert regionalspezifisch und setzt insbesondere auch auf die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen, um die Gesundheit von deren Beschäftigten zu fördern. Individuell zugeschnittene Angebote für das betriebliche Gesundheitsmanagement haben Martin Meyer und sein Team parat. Und zwar insbesondere zum Thema Stressbewältigung und Rückengesundheit, so der BARMER-Regionalgeschäftsführer.
Gesunde, leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter sind die Basis für wirtschaftlichen Erfolg. Die Unternehmen brauchen gesunde Mitarbeiter und das Problem fehlender Fachkräfte darf nicht durch krankheitsbedingten Ausfall noch verstärkt werden. Nie war es für Arbeitgeber in der Region wichtiger, mit Maßnahmen zur Stressprävention und Stärkung der psychischen und physischen Gesundheit ein gutes Arbeitsumfeld zu schaffen, verdeutlicht Martin Meyer.
Insbesondere in kleinen und mittelständischen Unternehmen, zu denen mehr als 90 Prozent aller Thüringer Arbeitgeber zählen, gibt es nur wenig Erfahrung mit dem Thema Gesundheit in der Arbeitswelt. Die BARMER hat deshalb das Netzwerk Gesund arbeiten in Thüringen gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin (DGAUM) ins Leben gerufen; ein in Deutschland einmaliges Projekt. Über das Netzwerk sollen die positiven gesundheitlichen Effekte der betrieblichen Gesundheitsförderung auch in kleinen und mittelständischen Betrieben etabliert werden. Die Betriebe bleiben im Erfahrungsaustausch, Wissen und Kompetenzen lassen sich bündeln und im Miteinander wird das Thema Gesundheit vorangebracht. Interessierte Unternehmen können sich jederzeit an die BARMER in Mühlhausen wenden.
