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Baugenehmigung erteilt für Millionen-Investition

Montag, 16. März 2015, 08:59 Uhr
Mehrere Millionen Euro investiert die Stiftung Kloster Volkenroda in diesem Jahr in den Ausbau der historischen Pilgerstätte. Was fehlte, das war die Baugenehmigung...


An Stelle der alten Schmiede soll ein sogenanntes Refektorium (lat. refectio, Wiederherstellung, Labung), also ein großer Speisesaal für maximal 220 Personen, samt Küche und Sanitäreinrichtungen entstehen. Im Obergeschoss sind neue Büroräume, für die bislang im Amtshof befindliche Verwaltung geplant. Damit verbessern sich die Arbeitsbedingungen der 11 Mitarbeiter grundlegend.

Landrat Harald Zanker überreichte jetzt die entsprechende Baugenehmigung für das Vorhaben. „Die umfangreiche Baumaßnahme, die hauptsächlich aus Spendengeldern finanziert wird, setzt die überaus erfolgreiche Entwicklung der Klosteranlage und die Erhöhung der Attraktivität des Standortes seit Beginn der 1990er Jahre fort. Aufgrund der sprunghaft wachsenden Anzahl von Besuchern reichen die vorhandenen Räumlichkeiten nicht mehr aus. Es fehlt vor allem an Tagungs-, Versorgungs- und Büroräumen. Dank des Neubaus werden diese Probleme schon bald der Vergangenheit angehören. Bis Ende des Jahres sollen zumindest der Speiseraum und der Küchentrakt fertig gestellt werden“, blickt Zanker in die Zukunft.

Ursprünglich sollte die ehemalige Schmiede zu diesem Zweck umgebaut werden. Wegen der unvertretbar hohen Sanierungskosten entschied man sich jedoch für einen Neubau, der eine Grundfläche von 780 Quadratmetern umfasst. Immerhin gehört das Refektorium, neben Kirche und Kapitelsaal, zu den wichtigsten Räumen eines Klosters. Der riesige Speisesaal soll im Bedarfsfall, unter Einbeziehung des Foyers und mit Hilfe mobiler Trennwände, auch in einen Speisesaal für 132 Personen und einen Tagungssaal für 126 Personen umgewandelt werden können.

Der geplante Neubau ordnet sich nahtlos in die unter Denkmalschutz stehende Gesamtanlage "Ehemaliges Zisterzienserkloster Volkenroda" mit ihrer wechselvollen Geschichte, ein.

1131 von Zisterziensermönchen aus Altenkamp als erste Zisterzienserabtei in Thüringen gegründet, wurde sie, nach anfänglich erfolgreicher Entwicklung, im Bauernkrieg 1525 durch Brandstiftung teilweise zerstört und 1540 aufgelöst. Im 17. und 18. Jahrhundert verfiel die Anlage immer mehr. Bis 1968 diente die Klosterkirche als evangelische Kirche des Dorfes, bis auch sie wegen Baufälligkeit geschlossen wurde.

Unmittelbar nach der Wende übernahmen Denkmalschützer Anläufe, beginnend mit der Klosterkirche, die stark geschädigte Anlage zu retten.1994 fand sich mit der Jesus-Bruderschaft aus dem hessischen Gnadental ein neuer Besitzer. Die Gemeinde verkaufte das Anwesen für einen symbolischen Preis und mit der Auflage, die Anlage zu sanieren und zu nutzen. Damit begann eine Erfolgsgeschichte.

Bereits 1996 zeichnete die Europäische Union die Klosteranlage als "Schützenswertes Kulturerbe von europäischem Rang" aus. Meilensteine, wie die Errichtung des Christuspavillons im Jahr 2001 (Expo-Exponat 2000), setzten die erfolgreiche Entwicklung fort und ließen die Anlage zu dem werden, was sie heute ist: ein christliches, kulturelles und gesellschaftliches Zentrum und Treffpunkt von internationalem Rang (z. B. europäisches Jugendzentrum), der mittlerweile von Gästen aus der ganzen Welt besucht wird.

Auch mit den umfangreichen Angeboten im Bereich Jugend und Bildung, Kunst, Kultur, den Gottesdiensten, den Bauernmärkten, den Produkten des Bauernhofes und den weiteren Klostereinrichtungen übt das Kloster eine überaus große Anziehungskraft auch innerhalb unserer Region aus.
Autor: red

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