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Do, 11:12 Uhr
01.10.2026
Aus dem Thüringer Landtag

Windenergiestopp beantragt

Für das kommende Plenum hat die AfD-Fraktion einen Antrag eingereicht, in welchem sie die Untersagung von Windenergieanlagen formuliert. Diese Forderung gewinnt mit der, wenn auch noch nicht rechtskräftigen, Unwirksamkeit des Sachlichen Teilplans Wind Ostthüringen an Bedeutung...

Bild:
Windpark (Symbolbild) (Foto: wal_172619 auf Pixabay)

Bisher wurde das Instrument der Untersagung nur in der Region Mittelthüringen angewandt, die AfD-Fraktion möchte es auf den gesamten Freistaat und auf alle Genehmigungsverfahren ausweiten.

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Zudem wird die Landesregierung gebeten, sich auf Bundesebene für die Evaluierung und eine Länderöffnungsklausel des Windenergieflächenbedarfsgesetzes einzusetzen, um den Ausbau der Windindustrie in Thüringen zu stoppen. Nadine Hoffmann, umweltpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, erklärt dazu:

"Unsere Initiative verfolgt das Ziel, bis zum Vorliegen gültiger neuer Regionalpläne den Windenergieausbau befristet zu untersagen und letztlich einen vollständigen Stopp zu ermöglichen. Damit wollen wir die Natur und die Bevölkerung Thüringens vor den negativen Auswirkungen der Windenergie schützen." Hier finden Sie den Antrag der AfD-Landtagsfraktion.

Anmerkung: Hierbei handelt es sich um die Wiedergabe einer Pressemitteilung einer Fraktion des Thüringer Landtags
Autor: red

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Kommentare
Arko
01.10.2026, 13:43 Uhr
Wie bekloppt
kann man den sein. Wie sollen wir dann unsere Stromrechnungen noch bezahlen? Und die weiteren Temperaturerhöhungen des Klimas gehen noch schneller ! Nebenbei gehen dann auch noch viele Arbeitsplätze u.a. im Windenergiesektor verloren.
MR63
01.10.2026, 16:28 Uhr
Und der Strom kommt aus der Steckdose?
Es gibt Schieflagen der Flächeninanspruchnahme beim Ausbau der Windenergie. Diese müssen sachlich konstruktiv diskutiert und ausgeräumt werden. Aber dem weiteren Ausbau von Windindustrieanlagen grundsätzlich Einhalt zu gebieten, halte ich für falsch.
Ebenfalls heute ist ein Beitrag zu lesen "Hohe Kraftstoffpreise belasten Unternehmen". Wie wollen wir den gordischen Knoten zerschlagen?
Wer glaubt, wir könnten irgendwann wieder "billiges" und "zuverlässiges" Erdgas aus Russland beziehen, verkennt den Markt und die geopolitische Situation. Atomkraft wird zwar gerne reflexartig genannt - das Endlager für atomare Abfälle möchte aber keiner vor seiner Haustür haben. Abgesehen davon, dass diese Energie durch den Bau neuer Anlagen sehr teuer wäre, lange auf sich warten lassen würde und mit Risiken verbunden ist. Regenerative Energien, wie auch Windkraft, sind dagegen in der Erzeugung sehr billig. Der wichtigste Punkt ist, dass wir alle Anstrengungen für die Dekarbonisierung der Energiewirtschaft aufbringen müssen, wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, dass uns in 50-75 Jahren das Wetter auf Grund der langfristig zu erwartenden Klimaänderungen buchstäblich um die Ohren fliegt. Letzteres wird gerne geleugnet, da die Transformation des Energiesektors herausfordernd und unbequem ist.
Die Zahlen der durch Wind und Sonne erzeugten regenerativen Energie sprechen für sich. Wir sind auf einem guten Weg und sollten uns nicht ins Bockshorn jagen lassen.
Kobold2
01.10.2026, 16:35 Uhr
Ja das Phänomen
Haben Frau Kastner und Frau Witzer treffen beschrieben. Nicht auszudenken, wenn es heute noch um das Ozonloch gehen würde. Damals hat man auf die Wissenschaft noch gehört. Das Ergebnis kann jeder nachlesen. Heute meint man schlauer zu sein, als die Wissenschaft, wenn man nur laut genug ist und die Frequenz seines Unwissens möglichst hoch hält. Selbst wenn man die Wissenschaft ignoriert, spüren wir doch nun schon länger, wohin uns andere Abhängigkeiten bringen und was sie uns jetzt schon kosten.
emmerssen
01.10.2026, 17:50 Uhr
An alle Befürworter
Der Ausbau der Windkraft ist nicht prinzipiell falsch. Aber in Deutschland macht man den 2. Schritt vor dem 1.
Zuallererst muss man doch Speichermöglichkeiten für den Strom schaffen. Überschüssige Energie im Ausland zu entsorgen und dann wenn Sonne und Wind nicht liefern wieder teurer zurück zu kaufen ist in höchsten Maße dilletant. Auch wenn der Wirkungsgrad noch nicht stimmt würde ich doch lieber den bei viel Wind und Sonne zu viel erzeugten Strom in Wasserstoff umwandeln und dann wenn man wieder keine erneuerbaren Energien hat verbrennen. Wir bezahlen Millionen für die Abnahme von Strom der nicht gebraucht wird ins Ausland um ihn später teurer zurück zu kaufen. Und bauen immer mehr Windräder ohne den Strom speichern zu können. Bezahlen müssen wir es alle über die Stromrechnung. Das ist es doch was hier angemahnt wird. Was ist nur los in unserem Land?
MR63
01.10.2026, 18:59 Uhr
@emmerssen: Millionen für die Abnahme von Strom
Speichermöglichkeiten scheitern in Deutschland genauso an der Ablehnung wie die Windkraft. Dabei hat das Speicherrennen in Europa längst begonnen und ist ein lukratives Geschäft! Spitzenreiter ist Deutschland mit 2.8 GW, projektiert sind aktuell weitere 10.5 GW. Italien hat 2 GW, projektiert 10.2 GW. Die Türkei hat 33 GW (0.2 realisiert/32.8 projektiert) usw.
Alleine durch den Export von Solarstrom hat Deutschland Einnahmen von 1,3 Milliarden Euro erzielt (10/2025). Leider können hier keine Links als Quellen hinterlegt werden.
Die Umwandlung von Strom in Wasserstoff hat einen sehr schlechten Wirkungsgrad gegenüber der Stromspeicherung. Die Speicherung von Strom in Batteriespeichern (Round-Trip, Strom zu Strom) hat einen Wirkungsgrad von 90%, die Wasserstoffelektrolyse 74%. Wasserstoff komplett inkl. Rückverstromung (Strom zu H₂ zu Strom) allerdings nur 35%.
Physikalisch und technisch am besten ist die Paarung: Stromerzeugung aus Sonne und Wind + Stromspeicher.
Was Deutschland dringend braucht, ist der Ausbau der Netze zum Stromtransport im europäischen Verbund (irgendwo ist immer Stromüberschuss und -mangel) und der Ausbau großer Batteriespeicher.
P.Burkhardt
01.10.2026, 22:38 Uhr
ein Lichtblick...
..wo waren Sie so lange, MR63 ?

Es passieren gerade viele Dinge gleichzeitig:

Windkraft und Solar wurden und werden massiv ausgebaut, daneben werden die Trassen gebaut, die den Strom dorthin bringen, wo er verbraucht wird... und es werden Speicher gebaut - das ganze finanziert zu großem Teil von privaten und institutionellen Investoren und eben aus dem Infrastrukturpaket...

Was ist das Ziel des Ganzen ? Hat einer der geneigten, kritischen Kommentatoren eine Idee ? Warum machen wir das ? Jedenfalls nicht, weil wir irgendwelche Abhängigkeiten von irgendwelchen Potentaten wollen, oder wollen, dass irgendwo das Licht aus geht... welchen Sinn sollte das auch haben ?

Anmerkung am Rande: Ja, die notwendigen Investitionen sind teuer... und die Geldgeber geben eben nur Geld, wenn Sie auch was dabei verdienen. Bei den institutionellen Investoren (also Banken, KAGs, Family-Offices und Versicherungen) ist das relativ einfach - die entscheiden rational... aber für die privaten (also für die Kommentatoren hier, die sich nicht ideologisch haben kaufen lassen) gibt es Infrastrukturfonds mit Renditen von größer 5%, die das Kapital einsammeln um eben diesen Ausbau zu finanzieren...bitte aber genau hingucken ! (das ist keine Anlageempfehlung i.S. d. WpHG)...aber die allermeisten hier, wollen, dürfen oder können das ja sowieso nicht kapieren...dass man etwas sinnvolles tun und gleichzeitig damit auch noch Geld verdienen kann... da sind ja ggf. irgendwelche Geflüchteten das größere Problem... 😂 Nicht falsch verstehen, nicht jeder kann den Einblick haben, den es braucht um die Dinge richtig einzuordnen... aber dann mit fehlendem Einblick, die Einordnung falsch zu vollziehen... ist irgendwie doof.
emmerssen
02.10.2026, 09:08 Uhr
War ja logisch
Das wenn die böse AfD einen Antrag stellt Herr @P.Burghardt uns mit seinen Argumenten das Gegenteil erklärt. Ganz lustig wird es im Kommentar von @MR63. Konkrete Links und Quellen kann er nicht nennen. Dafür hat er aber genaue Summen und Prozentzahlen zu bieten.
Das Deutschland überschüssigen Strom gegen Bezahlung z.B. nach Österreich abgibt kann man ganz einfach mit einer Anfrage bei Google nachlesen.
Ich verweise auf den Artikel auf schwäbische.de vom 28.04.2026 und weitere Informationen die Google zum Thema Überschussstrom Entsorgung im Ausland angibt.
MR63
02.10.2026, 11:49 Uhr
@emmerssen: konkrete Links
Damit gebe ich nur meine Erfahrung wieder, dass keine Kommentare veröffentlicht wurden, die Links zu Quellen enthielten. Begründung war, es sollen nur persönliche Meinungen wiedergegeben werden. Redaktion, vielleicht hat sich das geändert?
Man findet die Zahlen bei der Recherche auf Statista, beim Bundesverband der Solarwirtschaft, bei Energy Charts usw.
Es liegt keineswegs daran, dass ich die Quellen vorenthalte. Vielleicht ist aber eine eigene Recherche auf den angegebenen Internetseite interessant und gibt gleichzeitig einen Einblick über die Datenerhebung!?
PS: An die Redaktion. Es hat sich noch nicht geändert. Der Kommentar konnte nicht gespeichert werden mit konkreten Links.
Anmerkung techn. Support:
Mit den Links ist das so eine Sache.
An der grundsätzlichen Regel (»Links auf andere Plattformen sind bei »nnz-online« nicht erwünscht!«) hat sich nichts geändert.
Kobold2
02.10.2026, 12:01 Uhr
Ja, war logisch
das man sich wieder mal den skandalträchtigen Teil rauscht, um die Gesamtsituation zu erklären.
Lt.dem genannten Artikel wurden für den Zeitraum 2019 bis 2025, 226Mio € für die Abnahme von Strom gezahlt. Unter den Tisch fallen hier aber 12Mrd € an Einnahmen für den gleichen Zeitraum für Stromexporte. Betriebswirtschaftlich besteht sicher Potential zu Verbesserung, aber unterm Strich steht immer noch ein dickes Plus.
Das was man hier verlangt wäre in etwa so, als würde ein Schreiner die Entsorgungsrechnung für sein Abfallholz dazu nehmen , einfach weniger Holz zu bestellen, anstatt sich um eine effizientere Nutzung, Gedanken zu machen.
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