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Di, 11:46 Uhr
29.09.2026
So haben die LGS-Gäste bislang abgestimmt

Welche Dahlie ist die Schönste?

Welche Dahlie ist die schönste? Darüber gehen die Meinungen auf der Landesgartenschau Leinefelde-Worbis offenbar weit auseinander – und genau das macht das aktuelle Dahlienvoting so spannend. 125 gültige Stimmen wurden bislang abgegeben, 52 verschiedene Sorten erhielten mindestens eine Stimme. An der Spitze haben sich derzeit drei Favoriten herauskristallisiert...

Crème de Cassis begeistert mit außergewöhnlichem Farbspiel
Mit 13 Stimmen liegt „Crème de Cassis“ aktuell auf Platz eins. Die 2012 von RuRo-Plant in den Niederlanden gezüchtete Seerosen-Dahlie wird rund 70 Zentimeter hoch und entwickelt etwa zwölf Zentimeter große Blüten.

Bild:
Die "Crème de Cassis" liegt im Voting im Moment auf Platz Eins (Foto: Stadt Leinefelde-Worbis)

Ihr besonderer Reiz liegt im Farbspiel: Lavendel- und Rosatöne treffen auf dunklere Ränder und eine markante dunkle Unterseite der Blütenblätter. Je nach Lichteinfall verändert sich dadurch die Wirkung der Blüte. Besonders schön lässt sich „Crème de Cassis“ mit zarten Rosatönen, kräftigem Violett oder dunklem Blau kombinieren. Auf der Dahlienfläche der Landesgartenschau ist sie damit ein echter Blickfang – und bislang der Liebling der abstimmenden Gäste.

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Auf Platz zwei folgt „Hapet Blue Eyes“ mit sieben Stimmen. Die 2008 vom österreichischen Züchter Peter Haslhofer geschaffene Sorte gehört zu den riesenblütigen dekorativen Dahlien. Sie erreicht eine Höhe von etwa einem Meter und beeindruckt mit dicht gefüllten Blüten von bis zu 22 Zentimetern Durchmesser.

Charakteristisch sind die weißen Blütenblätter mit lilafarbenen Spitzen, die besonders im Abendlicht beinahe bläulich schimmern können. Lange und stabile Stiele machen „Hapet Blue Eyes“ zudem zu einer beliebten Schnittblume, deren große Blüten auch in der Vase besonders gut zur Geltung kommen.

Platz drei belegt derzeit „Jomanda“ mit sechs Stimmen. Die Ball-Dahlie wurde 1996 von Geerlings Dahlias in den Niederlanden gezüchtet. Sie wird ebenfalls rund einen Meter hoch, ihre nahezu kugelförmigen Blüten erreichen einen Durchmesser von etwa neun Zentimetern.

Farblich bewegt sich „Jomanda“ zwischen intensivem Lachs und kräftigem Orange, ergänzt durch feine korallenfarbene und bronzene Nuancen. Dadurch lässt sich die Sorte besonders vielseitig kombinieren – beispielsweise mit Gräsern, blau-violetten Stauden oder Sommerblumen wie Zinnien und Cosmeen.

52 Sorten erhalten Stimmen
Hinter dem Spitzentrio wird deutlich, wie unterschiedlich die Geschmäcker sind. „Akita“ und „Loki Schmidt“ erhielten bislang jeweils fünf Stimmen, zahlreiche weitere Sorten liegen nur knapp dahinter. Auch Dahlien wie „Freund Peter“, „Tahoma Star“, „L’Arlequin“, „Bel Amour“, „Korallenglut“, „Kommissar“ oder „Sterntaler“ haben ihre Fans gefunden.

Dass sich die 125 Stimmen auf insgesamt 52 verschiedene Sorten verteilen, macht die Vielfalt der Dahlien besonders deutlich. Während die einen große und üppig gefüllte Blüten bevorzugen, überzeugen andere Sorten mit filigranen Formen, kräftigen Farben oder ungewöhnlichen Farbkombinationen.

Abstimmung läuft weiter
Fest steht das Endergebnis allerdings noch nicht. Das Dahlienvoting läuft weiterhin, sodass sich die Reihenfolge noch verändern kann. Abgestimmt werden kann online unter:

https://www.lgs-leinefelde-worbis.de/landesgartenschau/voting-dahlien/#dahlienabstimmung

Die große Dahlienfläche gehört derzeit zu den besonders beliebten Fotomotiven der Landesgartenschau. Rund 1700 Dahlien in etwa 170 verschiedenen Sorten sorgen auf dem LGS-Gelände für ein spätsommerliches und herbstliches Farbenfeuerwerk.

Bis zum 11. Oktober bleibt Gelegenheit, die Blütenpracht der Landesgartenschau noch einmal mit eigenen Augen zu erleben – und dabei vielleicht eine ganz andere Sorte zum persönlichen Favoriten zu küren.
Autor: red

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
30.09.2026, 00:25 Uhr
Dahlien auf Landesgartenschau: Die Schönsten sind meist nutzlos
Bei "Blumen" steht all zu oft das menschliche Empfinden ihrem biologischem Nutzen entgegen. Denn eigentlich sind Blüten Schauapparate, um diese bestäubende Insekten anzulocken die dann inmitten der Farbenpracht mit nahrhaftem Nektar für ihre Mühe entlohnt werden.

Aus rein ästhetischen Gründen hat der Mensch unzählige schön anzusehende ausländische Wildpflanzen eingeführt, die bei uns nun in Gärten kultiviert werden. Viele machen keine Probleme, sie gefallen dem Menschen und auch unseren Insekten, andere werden invasiv und verursachen, siehe Riesen-Bärenklau oder manche Springkrautarten, mittlerweile große Schäden in der heimischen Pflanzenwelt, indem sie selbige und damit auch die an sie angepassten Bestäuber verdrängen.

Wieder andere, wie eben Dahlien oder Rosen, werden mit tollen, bunten Blüten gezüchtet, die aber ihre biologische Funktion, Bestäubern zu gefallen und diese zu verwöhnen, nicht mehr erfüllen können. Biologisch sind sie weitestgehend nutzlos: Exemplare der vielen gefährdeten Wildbienenarten werden kaum viele der preisgekrönten, farbenfroh gefüllten Dahlienblütenkörbe anfliegen, die übrigens aus einer Vielzahl von Einzelblüten bestehen. Sie würden auf ihnen verhungern.

Interessant und wegweisend finde ich in diesem Zusammenhang, dass die auch zur Prämierung stehende Dahlie, die den Namen der früheren Kanzlergattin und Biologin Loki Schmidt trägt, zu den ungefüllten, eher schlicht anzusehenden Sorten zählt, auf denen Insekten aber noch Nahrung finden. Alles andere hätte der renommierten Naturschützerin auch gewiss nicht gefallen.

Glücklicherweise, und das muss man den Dahlienzüchtern zugutehalten, haben letztere auch heute noch ungefüllte, insektenfreundliche und trotzdem oft wunderschön anzusehende Dahlien für den naturbewussten Gärtner im Angebot.
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