Im Rahmen der Jahrestagung des Verbands für Landentwicklung und Flurneuordnung (VLF) Thüringen hat Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns am 21. September im Historischen Rathaus die Ehrenmedaille der Stadt Mühlhausen an Hans-Martin Menge verliehen...
Die Auszeichnung würdigt das außerordentliche Engagement des ehemaligen Bürgermeisters, der über mehr als drei Jahrzehnte die Entwicklung der Gemeinde Weinbergen und ihrer Ortsteile maßgeblich geprägt hat. Hans-Martin Menge war nicht einfach nur Bürgermeister – er war Gestalter, Kümmerer und Brückenbauer, betonte Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns in seiner Laudatio.
Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns verleiht die Ehrenmedaille an Hans-Martin Menge (Foto: Stadt Mühlhausen)
Er hat es verstanden, aus vier selbständigen Gemeinden eine lebendige Einheitsgemeinde zu formen und diese später erfolgreich nach Mühlhausen zu führen. Das erfordert nicht nur Verstand, sondern vor allem Herz und die Fähigkeit, Menschen mitzunehmen. Diese Ehrenmedaille ist Ausdruck unserer Dankbarkeit und Anerkennung.
36 Jahre Engagement für die Heimat
Hans-Martin Menge übernahm 1983 im Alter von nur 26 Jahren das Amt des Bürgermeisters von Seebach und war damit einer der jüngsten Bürgermeister in der DDR. Nach der Wende trieb er die Bildung der Einheitsgemeinde Weinbergen voran: 1994 schlossen sich die bis dahin selbständigen Gemeinden Bollstedt, Grabe, Höngeda und Seebach zur Einheitsgemeinde Weinbergen zusammen – ein Prozess, der von intensiven Diskussionen begleitet wurde. In seiner 36-jährigen Amtszeit setzte Menge zahlreiche Projekte um, die die Lebensqualität in der Gemeinde nachhaltig verbesserten: der Erhalt und Ausbau der Schule in Seebach, die Ausweisung von Gewerbegebieten, der Breitbandausbau, die Sanierung von Straßen und die Schaffung von Neubaugebieten.
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Besonders wichtig war ihm der Erhalt der Feuerwehr in jedem Ortsteil sowie die Förderung des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. Hans-Martin Menge hat das Vereinsleben aktiv unterstützt und selbst gelebt – als Mitglied bei den Jagdhornbläsern, als Nikolaus im Kindergarten oder beim täglichen Aufziehen der Kirchuhr in Seebac, erinnerte der Oberbürgermeister. Er war ein Bürgermeister zum Anfassen, der seine Gemeinde mit Herzblut führte. Sein Wirken trug maßgeblich dazu bei, dass Bollstedt 2018 im Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft auf Landes- und Bundesebene erfolgreich war und 2020 die Goldmedaille auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin erhielt. Auch das erfolgreiche Flurbereinigungsverfahren Bollstedt-Dorf, das 2021 abgeschlossen wurde, ist seinem Engagement als Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft zu verdanken.
Der Weg zur Eingemeindung
Als die zweite Gebietsreform in Thüringen anstand, erkannte Hans-Martin Menge frühzeitig, dass die Eingliederung nach Mühlhausen der richtige Weg für Weinbergen war. Die Verhandlungen führte er fair und auf Augenhöhe – auch wenn die Entscheidung im Gemeinderat knapp ausfiel. Hans-Martin hat uns stolze Dörfer in einem hervorragenden Zustand übergeben, betonte Dr. Bruns. Er hat den Übergang verantwortungsvoll begleitet und uns mit wertvollen Hinweisen unterstützt. Die Eingliederung funktioniert bis heute gut – auch das ist sein Verdienst. Er hat immer das Wohl seiner Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt gestellt. Am 1. Januar 2019 wurde die Gemeinde Weinbergen mit den Ortsteilen Bollstedt, Grabe, Höngeda und Seebach in die Stadt Mühlhausen eingemeindet. Nach 36 Dienstjahren wurde Hans-Martin Menge im Juni 2019 offiziell verabschiedet – als einer der dienstältesten Bürgermeister im Unstrut-Hainich-Kreis und einer der dienstältesten in ganz Thüringen.
Engagement auch im Ruhestand
Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt blieb Hans-Martin Menge seiner Heimat verbunden. Als Vorsitzender des Vereins der Freunde der Vogelschutzwarte Seebach setzt er sich für den Schutz der heimischen Vogelwelt ein und organisiert regelmäßig Führungen in der ältesten Vogelschutzwarte Deutschlands. Für dieses ehrenamtliche Engagement wurde er 2024 von MDR THÜRINGEN und der Thüringer Ehrenamtsstiftung als Thüringer des Monats ausgezeichnet. Die Ehrenmedaille ist Ausdruck unseres Respekts vor einer beeindruckenden Lebensleistung", schloss Dr. Bruns seine Laudatio. Hans-Martin Menge hat gezeigt, was gute Kommunalpolitik bewirken kann. Er ist ein Vorbild für alle, die sich für ihre Heimat einsetzen.