Anzeige symplr (lb_1)
Do, 16:32 Uhr
20.08.2026
Alte Handwerkskunst neu erlebt

Von der Bronzezeit zu Albrecht Dürer

Feuer, flüssiges Metall und jahrtausendealte Handwerkstechniken standen am 18. August im Mittelpunkt einer besonderen Veranstaltung auf der Historischen Wehranlage in Mühlhausen. Schülerinnen und Schüler sowie interessierte Besucherinnen und Besucher konnten bei mehreren experimentalarchäologischen Präsentationen erleben, wie Bronze in vergangenen Jahrtausenden gegossen wurde...

Bild:
Pierre Stoll und sein Team präsentieren das prähistorische Verfahren des Bronzegusses (Foto: Matthias Nolte Mühlhäuser Museum)


Der Archäotechniker Pierre Stoll und sein Kollege von der Firma Trommer Archäotechnik aus Blaubeuren zeigten anschaulich, wie sich der Bronzeguss über Jahrtausende entwickelt hat. Als Albrecht Dürer im Jahr 1525 seinen Entwurf für die Bauernkriegssäule schuf, konnte diese Handwerkskunst bereits auf eine lange Entwicklung zurückblicken. In der Renaissance erreichte der Bronzeguss eine beeindruckende technische und künstlerische Reife.

Unter dem Titel „Glühende Geschichte: Historischer Bronzeguss hautnah" wurde diese Entwicklung für die Besucherinnen und Besucher unmittelbar erfahrbar. Die Präsentation verband historische Informationen mit den praktischen Arbeitsschritten des Bronzegusses. Wenn das Metall erhitzt wird, schmilzt und schließlich in eine vorbereitete Form fließt, wird eine jahrtausendealte Technik im wahrsten Sinne des Wortes greifbar.
Anzeige symplr (mr_1)


Am Mittwoch, 19. August, ging das Projekt mit einem besonderen Mitmachangebot für Schülerinnen und Schüler weiter. Eine 10. Klasse des Evangelischen Schulzentrums Mühlhausen nahm an einem ganztägigen Workshop mit den Archäotechnikern teil. Nach einer Einführung in die Geschichte und Hintergründe des Bronzegusses lernten die Jugendlichen zunächst das prähistorische Verfahren kennen. Anschließend wurden sie selbst aktiv: Mithilfe von Repliken archäologischer Funde – darunter beispielsweise Fibel, Ornament- oder Schmuckstücke – stellten sie im Sandgussverfahren Formen her. Die dabei entstandenen Hohlräume wurden anschließend mit flüssiger Bronze ausgegossen.

Nach dem Guss folgte die handwerkliche Nachbearbeitung. Die Schülerinnen und Schüler reinigten, schliffen und polierten ihre Werkstücke und konnten so den gesamten Prozess vom archäologischen Vorbild bis zum fertigen Bronzeobjekt nachvollziehen. „Dank der Unterstützung des Freundeskreises konnten wir dieses außergewöhnliche Vermittlungsprojekt realisieren. Es zeigt eindrucksvoll, wie lebendig Archäologie werden kann, wenn Schülerinnen und Schüler historische Techniken nicht nur sehen, sondern selbst ausprobieren dürfen", so Susanne Kimmig-Völkner, Direktorin der Mühlhäuser Museen.

Autor: emw

Anzeige symplr (lb_3)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentar hinzufügen
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (lb_2)
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (bb_2)