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Fr, 17:14 Uhr
24.07.2026
NABU und Thüringer Ornithologen fordern Stop von Kormorantötungen

Abschuss von Kormoranen können rechtliche Konsequenzen haben

Aus Sicht des NABU Thüringen und des Vereins Thüringer Ornithologen (VTO) ist der Abschuss von Kormoranen an nicht fischereiwirtschaftlich genutzten Standgewässern rechtswidrig. Jagdausübende, die an Standgewässern der Hobbyfischerei Kormorane abschießen, könnten rechtliche Folgen erleiden...

Bild:
Gruppe von Kormoranen an einem Teich (Archiv) (Foto: Eva Maria Wiegand)


Zu diesem Schluss kommt eine juristische Bewertung, die den Verbänden vorliegt.

Der Kormoranabschuss ist nicht gerechtfertigt
Hintergrund: Mit der Novellierung der Thüringer Kormoranverordnung im März 2026 will Thüringens Umweltminister und Fischereiingenieur Tilo Kummer den Abschuss von Kormoranen an Standgewässern erlauben, die nicht in erwerbswirtschaftlicher Teichwirtschaft und Fischzucht genutzt werden. Das gilt auch für ein Gebiet von 250 Metern um diese Standgewässer.

Nach Angaben der neuen Verordnung soll diese Maßnahme dem Schutz der „natürlich vorkommenden Tierwelt“ dienen. Gemeint sind damit in erster Linie Fische, welche Kormoranen als Nahrung nutzen und die damit angeblich geschützt werden sollen. Laut NABU und VTO wird allerdings ein großer Teil der Fische in Angelgewässern künstlich eingesetzt. Oft sind es dort auch keine einheimischen Arten, wie beispielsweise die Regenbogenforelle aus Nordamerika.

Das Töten von Kormoranen zum Schutz eingesetzter Fische ist auch nach der Neuregelung des Paragraph 1 Abs. 1 ThürKormVO rechtswidrig und nicht von der Verordnung gedeckt.

Neben dem Schutz der „natürlich vorkommenden Tierwelt“ dürfen Kormorane entsprechend der Verordnung zudem zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden getötet werden. Da es sich bei den nicht erwerbswirtschaftlich genutzten Standgewässern um Gewässer der Hobby-Fischerei handelt, lässt sich dort kein erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schaden ableiten. Aus diesem Grund dürfen auch hier keine Kormorane abgeschossen werden.

Dem NABU Thüringen liegt eine entsprechende juristische Bewertung vor. Aus dieser geht hervor, dass es nach der neuen Thüringer Kormoranverordnung ausgeschlossen ist, an Standgewässern der Hobby-Fischerei Kormorane zu schießen.

Fischartenschutz statt Schuss
Da der Abschuss von Kormoranen keine heimischen Fischarten schützt, fordern NABU und VTO eine Abschaffung der Kormoranverordnung, um das sinnlose Töten der Vögel zu verhindern. Will der Umweltminister wirklich und grundlegend was zum Schutz der heimischen Fischfauna beitragen, dann sollte er endlich die Ärmel hochkrempeln und den im Koalitionsvertrag vereinbarten Aktionsplan zur Belebung von Bach- und Flussauen auf den Weg zu bringen. Denn natürliche Gewässer mit vielen Strukturen und Dynamik, welche in der Aue Raum zur Entwicklung bekommen, sind der beste Garant für gute Bedingungen zugunsten der natürlich vorkommenden Tierwelt.
Autor: emw

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Kommentare
HisMastersVoise
26.07.2026, 00:52 Uhr
Der Gipfel des Wahnsinns !
Erst schützen NABU und Co den Kormoran und beschwören damit eine der verheerendsten Naturkatastrophen für unsere heimische Fischfauna herauf. Und nun sollen alle Schuld sein nur nicht der Kormoran und seine Züchter. Im Winter 2026 haben die Schützlinge des NABU in einem nie vorher da gewesenen Fressfeldzug praktisch alle heimischen Flussfische wie Forelle und Äsche usw vernichtet. Es haben wenige Brutfische überlebt. Und nun fordern die Totengräber mit völlig unsinnigen Thesen den Schutz genau dieser Todesvögel. Das ist der Gipfel des Wahnsinns und zwingt förmlich die Frage nach dem Geisteszustand der Intitiatoren auf. Wann stoppt endlich jemand dieses Treiben?
HisMastersVoise
27.07.2026, 15:21 Uhr
Nachgehakt !!!
Wenn man dieses Thema mit dem hiesigen Angelverein bespricht, dann erhält man plötzlich bezüglich der im NABU-Bericht vorgebrachten Vorwürfe ganz andere Informationen. Zum einen ist die Aussage, dass nur noch Regenbogenforellen und nicht heimische Fische besetz werden eine böswillige Unterstellung, die jeglicher Grundlage entbehrt. Auf die Frage, was denn der Angelverein hier gemacht hat, bekommt man die Antwort, das auch auf Grund der Förderung mit staatlichen Mitteln heimische und zumeist bedrohte Fischarten wie Bachforelle und Äsche besetzt werden. Und diese haben keine Fangfähigen Größen, damit sie sich im Gewässer entwickeln und auch vermehren können. Zur Frage, warum der Kormoran so ein Problem ist, erhält man die Antwort, das der hier auftretende Kormoran eine aus Asien eingeschleppte Unterart ist und hier eigentlich gar nicht vorkommt. Deswegen hat dieser Vogel auch keine natürlichen feinde und vermehrt sich massenhaft wie Waschbär oder Mink und wird erst reduziert, wenn der Lebensraum keine Nahrung mehr bietet. Das bedeutet faktisch das Verschwinden der heimischen Fischarten. Aus die Frage nach der Aktivierung der Gewässer wird sehr kontrovers gesehen. Im Winter 2026, so wird vom Angelverein berichtet, war es völlig irrelevant, ob die Kormorane an renaturierten oder wegen Hochwasserschutz begradigten Flussabschnitten gejagt haben. Binnen weniger Tage war ein Gewässerbereich komplett leergefressen. Somit ist die Aussage, dass ein natürlich gestaltetes Gewässer einen Kormoranangriff im erlebten Ausmaßen überstehen könnte, absoluter Unsinn. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Aussagen des NABU vielfach unwahr und realitätsfern sind und aus einer völlig irrsinnigen Artenschutzpolitik herrühren. Wenn man dann die Damen und Herren NABU fragt, was denn zum Beispiel einheimische fischfressende Vögel wie Schwarzstorch, Rohrdommel, Haubentaucher, Fischadler usw. fressen sollen, wenn der Kormoran alles vernichtet hat, dann kommt laut Angelverein die Aussage des Jahrhunderts. Er soll doch bitte mehr Fische in die Gewässer setzen. Vielleicht sollten die Bürger auch die Verantwortlichen des NABU nach den Folgen ihres Handelns befragen. Der Angelverein ist für Rückfragen dankbar !!
Kali25
27.08.2026, 12:08 Uhr
Sachlicher Umgang mit dem Thema Kormoran
Wenn man diese Kommentare liest, könnte man meinen, der Kormoran sei ausschließlich dafür verantwortlich, dass unsere Flüsse keine Fische mehr enthalten. Von einer „verheerenden Naturkatastrophe“, „Totengräbern“ und einem „Fressfeldzug“ ist die Rede. Gleichzeitig wird behauptet, der Kormoran sei eine aus Asien eingeschleppte Unterart und habe innerhalb weniger Tage Gewässer vollständig leergefressen.
Als Naturschützer kann man zu solchen Aussagen nur sagen: Diese Art der emotionalen Zuspitzung hilft dem Naturschutz und dem Fischartenschutz nicht weiter.
Der Kormoran ist keine aus Asien eingeschleppte Art, sondern gehört zur heimischen Vogelwelt. Dass seine Bestände nach Jahrzehnten intensiver Verfolgung wieder zugenommen haben, ist zunächst einmal eine Folge erfolgreicher Schutzmaßnahmen. Einen heimischen Vogel deshalb zum „Todesvogel“ zu erklären, ist weder sachlich noch ökologisch sinnvoll.
Natürlich frisst ein Kormoran Fische. Das ist seine natürliche Lebensweise. Und natürlich kann eine hohe Zahl von Kormoranen an bestimmten Gewässern erheblichen Einfluss auf einzelne Fischbestände haben. Das muss man ernst nehmen. Aber zwischen „Kormorane fressen Fische“ und „Kormorane haben praktisch alle heimischen Fischarten vernichtet“ liegt ein gewaltiger Unterschied.
Wer behauptet, im Winter 2026 seien „praktisch alle heimischen Flussfische“ vernichtet worden, sollte dafür auch belastbare Bestandsdaten vorlegen. Eine persönliche Beobachtung oder die Aussage eines Angelvereins kann ein Hinweis sein, ersetzt aber keine wissenschaftliche Untersuchung.
Noch wichtiger ist die Frage: Warum sind bestimmte Fischarten überhaupt so empfindlich und im Rückgang begriffen?
Äsche und Bachforelle brauchen bestimmte Lebensräume, Laichplätze, Strömungsverhältnisse und geeignete Wassertemperaturen. Unsere Flüsse wurden über Jahrzehnte begradigt, verbaut und vom Menschen verändert. Es gibt Querbauwerke, Wasserkraftanlagen, betonierte Flussabschnitte, fehlende Uferstrukturen, steigende Wassertemperaturen und vielerorts eine erhebliche Veränderung der natürlichen Gewässerdynamik.
Und dann soll ausgerechnet der Kormoran der alleinige „Totengräber“ sein?
weiter siehe folgenden Kommentar.
Kali25
27.08.2026, 12:09 Uhr
Fortsetzung
Das ist ungefähr so, als würde man sich über den Fuchs beschweren, weil es auf einem ausgeräumten Feld weniger Hasen gibt, und dabei vergessen, dass der Lebensraum des Hasen selbst deutlich verändert wurde.
Auch beim Fischbesatz sollte man genauer hinsehen. Wenn bedrohte Fischarten künstlich eingesetzt werden müssen, weil sie sich in einem Gewässer nicht mehr ausreichend selbst vermehren können, sollte man sich fragen, warum das so ist. Die entscheidende Frage lautet nicht nur: „Wie viele Fische frisst der Kormoran?“, sondern auch: „Warum produziert das Gewässer nicht genügend Fische, um einen natürlichen Fischfresser mitzuernähren?“
Natürlich muss über den Kormoran diskutiert werden. Wenn wissenschaftlich nachgewiesen wird, dass eine gefährdete Fischpopulation durch den Fraßdruck erheblich beeinträchtigt werden, muss Naturschutz auch bereit sein, über geeignete Managementmaßnahmen zu sprechen.
Aber Naturschutz bedeutet nicht, einen Schuldigen zu suchen und anschließend alle anderen Ursachen auszublenden.
Angler leisten vielerorts einen wichtigen Beitrag zur Gewässerpflege und zum Artenschutz. Das sollte man anerkennen. Gleichzeitig darf man aber auch kritisch hinterfragen, ob jede Form von Fischbesatz ökologisch sinnvoll ist und welche Maßnahmen langfristig tatsächlich natürliche Fischbestände fördern.
Genauso wenig bedeutet Kormoranschutz, dass man die Auswirkungen hoher Kormoranbestände ignorieren muss.
Die Lösung liegt weder in der pauschalen Verurteilung des Kormorans noch in der pauschalen Verurteilung der Fischnutzer am Gewässer.
Die Lösung liegt in wissenschaftlich begründetem Gewässermanagement.
Weniger Polemik. Mehr Daten.
Weniger Feindbilder. Mehr Ökologie.
Denn Naturschutz und eine Kompromissfindung funktionieren nicht nach dem Prinzip: „Der ist schuld.“
Er funktioniert nur, wenn wir bereit sind, das gesamte Ökosystem zu betrachten – einschließlich der Arten, die uns vielleicht nicht immer gefallen und den berechtigten Bedürfnissen der Menschen.
Kali25
27.08.2026, 12:11 Uhr
Fortsetzung
Das ist ungefähr so, als würde man sich über den Fuchs beschweren, weil es auf einem ausgeräumten Feld weniger Hasen gibt, und dabei vergessen, dass der Lebensraum des Hasen selbst deutlich verändert wurde.
Auch beim Fischbesatz sollte man genauer hinsehen. Wenn bedrohte Fischarten künstlich eingesetzt werden müssen, weil sie sich in einem Gewässer nicht mehr ausreichend selbst vermehren können, sollte man sich fragen, warum das so ist. Die entscheidende Frage lautet nicht nur: „Wie viele Fische frisst der Kormoran?“, sondern auch: „Warum produziert das Gewässer nicht genügend Fische, um einen natürlichen Fischfresser mitzuernähren?“
Natürlich muss über den Kormoran diskutiert werden. Wenn wissenschaftlich nachgewiesen wird, dass eine gefährdete Fischpopulation durch den Fraßdruck erheblich beeinträchtigt werden, muss Naturschutz auch bereit sein, über geeignete Managementmaßnahmen zu sprechen.
Aber Naturschutz bedeutet nicht, einen Schuldigen zu suchen und anschließend alle anderen Ursachen auszublenden.
Angler leisten vielerorts einen wichtigen Beitrag zur Gewässerpflege und zum Artenschutz. Das sollte man anerkennen. Gleichzeitig darf man aber auch kritisch hinterfragen, ob jede Form von Fischbesatz ökologisch sinnvoll ist und welche Maßnahmen langfristig tatsächlich natürliche Fischbestände fördern.
Genauso wenig bedeutet Kormoranschutz, dass man die Auswirkungen hoher Kormoranbestände ignorieren muss.
Die Lösung liegt weder in der pauschalen Verurteilung des Kormorans noch in der pauschalen Verurteilung der Fischnutzer am Gewässer.
Die Lösung liegt in wissenschaftlich begründetem Gewässermanagement.
Weniger Polemik. Mehr Daten.
Weniger Feindbilder. Mehr Ökologie.
Denn Naturschutz und eine Kompromissfindung funktionieren nicht nach dem Prinzip: „Der ist schuld.“
Er funktioniert nur, wenn wir bereit sind, das gesamte Ökosystem zu betrachten – einschließlich der Arten, die uns vielleicht nicht immer gefallen und den berechtigten Bedürfnissen der Menschen.
KeinKreisverkehr
27.08.2026, 14:25 Uhr
Der tote Vogel
Ouh Backe. Der turnusmäßige Kormoran Artikel ist Mal wieder online. Schauen wir Mal in die Kommentare....

Ah ja, da fühlen sich Mal wieder Menschen getriggert weil Sie zur anständigen Ausführung Ihres Hobbys (Fische töten) nicht die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen können (Vögel töten). Tut mir echt leid für euch...
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