eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (lb_1)
Sa, 11:00 Uhr
25.04.2026
Verkehrsunfallstatistik 2025

In Nordthüringen knallt's am häufigsten

Zu schnell, zu dicht oder unter Alkohol: Nirgendwo sonst in Thüringen ereignen sich mehr Verkehrsunfälle als in den vier nördlichen Landkreisen …

Symbolbild (Foto: S.Dietzel) Symbolbild (Foto: S.Dietzel)
Alle 62 Minuten kracht's auf Nordthüringens Straßen: „Wir haben die höchsten Unfallzahlen im Freistaat trotz intensiver kommunaler und polizeilicher Maßnahmen“, sagte der Leitende Polizeidirektor Matthias Bollenbach bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik für 2025.

Unfallzahlen seit Jahren steigend
Im vergangenen Jahr registrierte die Landespolizeiinspektion (LPI) Nordhausen insgesamt 8457 Unfälle. Das ist der höchste Stand seit vier Jahren und ein Plus von drei Prozent im Vergleich zu 2024. Die meisten Unfälle gab es im Unstrut-Hainich-Kreis (2488), gefolgt vom Eichsfeld (2318), dem Landkreis Nordhausen (1943) und dem Kyffhäuserkreis (1717).
Anzeige symplr (mr_1)

Dabei ist zu beachten: Die Unfälle auf den Autobahnen A 38 und A 71 sind in dieser Statistik nicht einmal erfasst. Die tatsächliche Zahl der Verkehrsunfälle liegt also noch deutlich höher.

14 Menschen starben
Bei 920 Unfällen wurden Menschen leicht oder schwer verletzt, 14 Menschen kamen ums Leben. Diese Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Jeweils vier Menschen starben bei Verkehrsunfällen im Unstrut-Hainich-Kreis, im Eichsfeld und im Landkreis Nordhausen. Zwei Todesopfer gab es im Kyffhäuserkreis.

Die Unfallursachen
Als häufigste Unfallursache nennt die Polizei überhöhte Geschwindigkeit. Rund ein Drittel aller Unfälle ist darauf zurückzuführen. Es folgen Vorfahrtsverstöße, Fehler beim Abbiegen und Wenden, zu geringer Sicherheitsabstand sowie Fahrten unter Alkoholeinfluss.

Was haben das Saarland und Nordthüringen gemeinsam? Auf den ersten Blick wenig. Doch flächenmäßig sind das kleinste deutsche Bundesland und die vier nördlichen Thüringer Landkreise in etwa vergleichbar. „Wobei unser LPI-Bereich sogar fast eineinhalbmal so groß ist wie das Saarland. Und wir sind der größte LPI-Bereich in ganz Thüringen“, erläuterte Bollenbach.

Dieser Umstand spielt eine wichtige Rolle beim Vergleich der Unfallzahlen. Dass es in Nordthüringen die meisten Unfälle gebe, sei eben auch den strukturellen Gegebenheiten geschuldet: größter Polizeibereich, viel ländlicher Raum, zahlreiche Straßenkilometer zwischen den Orten und kein wirkliches Ballungszentrum. Viele Menschen seien deshalb auf das Auto angewiesen.

Drogen und Alkohol
Bei 125 Unfällen war Alkohol im Spiel. 916 Fahrzeugführer wurden 2025 unter Drogen am Steuer erwischt. 67 von ihnen verursachten einen Unfall. Allerdings: Mit der Teillegalisierung von Cannabis seit April 2024 wurden die Grenzwerte angepasst. Der gesetzliche Grenzwert liegt jetzt bei 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum (3,5 ng/mL). Zuvor lag er bei 1 Nanogramm THC. Das heißt, man kann davon ausgehen, dass noch viel mehr Menschen unter Cannabis hinterm Steuer sitzen, die aber unter dem Grenzwert blieben.

E-Bikes und E-Scooter
Drastisch gestiegen ist der Anteil an E-Scooter-Fahrern, die an Unfällen beteiligt waren. Die Polizei verzeichnete 2025 32 Unfälle mit den kleinen elektrischen Rollern, das sind knapp 70 Prozent mehr als 2024. Deutlich häufiger als andere Verkehrsteilnehmer sind E-Scooter-Fahrer alkoholisiert oder unter Drogen auf ihren Gefährten unterwegs.

Mit E-Bikes zählte die Polizei 83 Unfälle, 24 mehr als im Jahr zuvor. Und die Unfälle sind oft schwer. 21 Schwerverletzte wurden registriert. Als Grund nannte die Polizei deutlich schnellere Geschwindigkeiten und das oft höhere Alter der Radler.

Mit Fahrrädern gab es 303 Unfälle, mehr als die Hälfte, nämlich 176, wurden von den Radlern selbst verursacht. Zwei Radfahrer wurden bei Unfällen getötet.

An 329 Unfällen waren Motorradfahrer beteiligt. Das sind zehn Prozent Unfälle mehr als 2024, fünf Fahrer verloren bei Crashs ihr Leben.

21,8 Prozent sind Wildunfälle
Auch Wildunfälle spielen in Nordthüringen eine große Rolle: 1960 mal krachte es im vergangenen Jahr mit Wildbeteiligung. Die meisten Wildunfälle ereignen sich zwischen April und Mai.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

Anzeige symplr (lb_3)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentar hinzufügen
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (lb_2)
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (bb_2)