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Di, 09:29 Uhr
21.04.2026
IHK: Politik verschärft die Lage zusätzlich

Iran-Krise belastet Thüringer Wirtschaft

Der Nahost-Konflikt belastet die Weltwirtschaft erheblich. Die Beeinträchtigungen sind auch in Thüringen deutlich zu spüren. Eine aktuelle Blitzumfrage der Thüringer Industrie- und Handelskammern (IHKs) zeigt, dass die Thüringer Wirtschaft überdurchschnittlich stark von steigenden Energie- und Rohstoffpreisen betroffen ist...

Als Reaktion sind Preissteigerungen auf breiter Front für Unternehmen und Bürger zu erwarten. Seit dem 28. Februar 2026 läuft der Iran-Konflikt. In der Folge kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen auf den Märkten für Rohöl, Flüssiggas, Stickstoff-Dünger und Helium. Lieferketten sind gestört und Energieinfrastruktur beschädigt. Energie, Produkte und Logistik werden teurer und deswegen in allen Bereichen spürbare Preissteigerungen nach sich ziehen. Die Auswirkungen werden über das unmittelbare Kriegsgeschehen hinaus anhalten.

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In Thüringen berichten 76 Prozent der Unternehmen von gestiegenen Energiekosten, 68 Prozent von höheren Fracht- und Transportkosten und 65 Prozent von gestiegenen Rohstoff- und Materialkosten. Die Belastung fällt dabei höher aus als im Bundesdurchschnitt. Dies resultiert einerseits aus einem starken Energieeinsatz in einigen Thüringer Industriezweigen und andererseits aus den ohnehin stark strapazierten Kostenstrukturen. Die Thüringer Wirtschaft befindet sich bereits seit der Corona-Pandemie in einer anhaltenden Krise. Die aktuelle Entwicklung verschärft diese Lage weiter.

Unternehmen reagieren entsprechend: 57 Prozent nehmen Preiserhöhungen vor, 52 Prozent verstärken ihr Risikomanagement und Monitoring, 47 Prozent verschieben Projekte und Investitionen, 28 Prozent erhöhen ihre Lagerhaltung. Bundesweit beteiligten sich 2.400 Unternehmen an der Umfrage, in Thüringen 91.

Besonders kritisch ist die Entwicklung bei den Investitionen. Wenn nahezu jedes zweite Unternehmen Projekte zurückstellt, verschlechtert sich die Grundlage für Wachstum und Beschäftigung weiter.

„Der aktuelle Kurs in Berlin ist umso unverständlicher. Statt Unternehmen gezielt strukturell zu entlasten, werden zusätzliche Belastungen aufgebaut und überfällige Reformen verzögert. Allein die geplante „1.000-Euro-Belastungsprämie“ für Unternehmen ist dafür ein symptomatisches Beispiel. Sie verlagert staatliche Verantwortung auf die Betriebe und ist Krisenbeschleuniger. Auch wenn sie für Unternehmen freiwillig ist, weckt sie Erwartungen, die viele Betriebe aufgrund ihrer angespannten wirtschaftlichen Lage nicht erfüllen können. Das erhöht den Druck in den Unternehmen, statt sie in der Krise zu entlasten. Bundeskanzler Friedrich Merz steht hier in der Verantwortung, diese Entscheidung zurückzunehmen. Das ist eine Frage von Führung“, fordern die drei Hauptgeschäftsführer der Thüringer IHKs.

In einem im April 2026 vorgelegten 13-Punkte-Plan hatten die Präsidenten der Thüringer IHKs kürzlich nochmals eine konsequente Senkung der Energiepreise, den Abbau von Bürokratie, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie eine insgesamt wettbewerbsfähigere Steuer- und Abgabenpolitik gefordert. Ziel ist es, die strukturellen Standortnachteile zu beseitigen und Investitionen wieder zu ermöglichen.

„Neben einem verfehlten Krisenmanagement des Kanzlers werden zudem zentrale energiepolitische Maßnahmen innerhalb der Bundesregierung nicht umgesetzt. Insbesondere aus dem Umfeld des Bundesfinanzministers kommen Blockaden und falsche Schwerpunktsetzungen. Das ist angesichts der Lage nicht nachvollziehbar.

Der in Gesetzesinitiativen eingeschlagene Kurs zur Senkung der Energiepreise ist richtig und zwingend notwendig. Er muss darüber hinaus noch deutlich weitergehen. Deutschland braucht eine konsequente Ausweitung des grundlastfähigen Energieangebots, niedrigere Steuern und Abgaben sowie schnellere Entscheidungen zugunsten von Wirtschaftswachstum“, betonen die drei Hauptgeschäftsführer.

Die Haushaltszahlen zeigen: Der Staat lebt längst über seine Verhältnisse. Einnahmen reichen strukturell nicht mehr aus, um die Ausgaben zu decken. Immer größere Finanzierungslücken werden über Schulden geschlossen, statt die Kostenbasis zu senken. Ein gesamtstaatliches Finanzierungsdefizit in Höhe von deutlich über 100 Milliarden Euro ist Ausdruck dieser Entwicklung. Der daraus entstehende Finanzierungsdruck wird auf Unternehmen und Beschäftigte verlagert und verschärft die wirtschaftliche Lage zusätzlich.

„Immer weiter schuldenfinanziertes Wachstum und die Zweckentfremdung des sogenannten Sondervermögens sind nicht nur fahrlässig, sondern hochgradig verantwortungslos. Die Kostenbelastung muss spürbar sinken. International wettbewerbsfähige Energiepreise müssen Priorität haben, ebenso ein verschlankter und effizienter Staatsapparat. Alles andere verschärft die Krise. Vorgehen und Signale des Kanzlers und der SPD sind vor diesem Hintergrund nicht nur widersprüchlich, sondern realitätsfern. Wer notwendige Entlastungen blockiert und gleichzeitig neue Belastungen schafft, hat die wirtschaftliche Lage offensichtlich nicht verstanden“, rügen die drei Hauptgeschäftsführer.
Autor: red

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