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Di, 20:00 Uhr
24.03.2026
Stadtverwaltung, städtische Holding und KTL antworten im Thermestreit

Richtigstellung und Gesprächsangebot

Nachdem Bürgermeister Matthias Reinz direkt auf den offenen Brief des Hotelbetreibers Stefan Kiefer vom Kurhotel Santé Royal geantwortet hatte, erreichte uns heute eine offizielle Stellungnahme der Langensalzaer Verantwortlichen zum Thema Kurhotel und Therme. Darin auch ein Angebot zur Deeskalation …

Sachliche Reaktion im Streit um Thermennutzung (Foto: Eva Maria Wiegand) Sachliche Reaktion im Streit um Thermennutzung (Foto: Eva Maria Wiegand)


In ihrer Stellungnahme betonen die Stadtverwaltung, die Städtische Holding und die KTL Kur und Tourismus Bad Langensalza GmbH die breit aufgestellte Entwicklung der Stadt, in der das Hotel ein Bestandteil ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wörtlich heißt es hier: „Die touristische Entwicklung unserer Stadt fußt aber auf einer breiten und stabilen Struktur. Mit insgesamt über 1.000 Betten,- darunter 251 Betten im Santé Royale, 235 Betten im Alpha Hotel sowie 206 Betten in der Kurklinik - sowie weiteren 400 Betten bei privaten Anbietern, Pensionen, Ferienhäusern und Wohnmobilstellplätzen ist der Standort bewusst diversifiziert und damit breit aufgestellt. Die touristische Entwicklung der Stadt ist damit nicht von einem einzelnen Betreiber abhängig, sondern Ergebnis eines sorgsam abgestimmten Gesamtsystems.“

Hotelgäste nur ein Teil des Konzepts
Die Stadt verfügt demnach über mehr als 1.000 Betten touristischer Übernachtungskapazität, wovon das Hotel Santé Royal ein Viertel ausmacht. Nur im Ergebnis eines funktionierenden Zusammenspiels aus Friederiken Therme, Themengärten, Baumkronenpfad sowie einem gewachsenen Umfeld aus Natur, Gastronomie und Veranstaltungen sei die stabile Entwicklung der letzten Jahre zu erklären.

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Die Besucherzahlen der Friederiken Therme machten diese ausgewogene Struktur zusätzlich deutlich, schreiben die Verantwortlichen. So seien zum 31.Dezember letzten Jahres insgesamt 153.714 Besucher gezählt worden, davon 62.737 Hotelgäste und 90.970 externe Besucher. „Unsere Therme ist also eine eigenständig nachgefragte öffentliche Einrichtung und gerade kein ausschließlich hotelgebundenes Angebot“, konstatieren Stadt, Holding und KTL.

Die nackten Zahlen
Und es folgt der Verweis auf die Entwicklung der Preisgestaltung mit dem Hotel. Zur Eröffnung im Jahr 2017 betrug der Verrechnungspreis für Hotelgäste schlanke 2,10 Euro. Das war zu dieser Zeit (vor Preisexplosionen auf dem Energiemarkt dank grüner Energiewende, Corona-Krise und Auswirkungen des Embargos gegen russisches Öl) schon unwirtschaftlich, aber eben Teil eines Ansiedlungsansatzes, der Hotel und Therme ins Laufen bringen sollte. Nach zwischenzeitlichen 4,20 Euro für jede Übernachtung ist der Preis nun auf 6,46 Euro gestiegen; ein für die Langensalzer nach dem Ausbau der Therme unhaltbarer Betrag, der einer „tatsächlichen Entwicklung der Kosten nicht ansatzweise Rechnung“ trüge. Neben dem erweiterten Angebot der Therme führen die Unterzeichnenden weitere konkrete Zahlen ins Feld.

„Die Betriebskosten haben sich in den vergangenen Jahren erheblich erhöht, insbesondere in den Bereichen Personal, Energie, Material und Instandhaltung. Für das Jahr 2025 belaufen sich diese Kosten auf rund 2,8 Millionen Euro im Personalbereich, 2,1 Millionen Euro Materialaufwand sowie weitere 1,6 Millionen Euro für sonstige Aufwendungen. Diese Kosten spiegeln die realen Anforderungen eines modernen Thermenbetriebs ab und können nicht allein durch historisch entstandene, nicht kostendeckende Preisstrukturen aufgefangen werden.“

Die aus der Vereinbarung mit dem Hotel generierten Einnahmen stünden in keinem Verhältnis zu den realen Kosten und ein Beharren darauf würde zu einer sachlich nicht zu rechtfertigenden Subventionierung des Hotelbetriebs durch den Vertragspartner KTL führen. „Vor diesem Hintergrund“, so heißt es weiter in der Stellungnahme, „war die Kündigung des Vertrages durch die KTL, nicht durch den Hotelbetreiber, im Februar 2026 eine notwendige und wirtschaftlich gebotene Entscheidung zur Sicherung der Friederiken Therme als wichtiger Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Die Stadt Bad Langensalza, die SHL und die KTL tragen die Verantwortung, die Infrastruktur langfristig stabil und wirtschaftlich tragfähig zu betreiben.“

Gesprächsbereitschaft vorhanden
Die Art und Weise der Kommunikation des Hotelbetreibers samt der darin enthaltenen Falschbehauptungen wird als nicht zielführend eingeschätzt und zurückgewiesen. Die Bereitschaft zu einer zukünftigen konstruktiven Zusammenarbeit bleibe jedoch von Seiten der Stadt bestehen, allerdings auf einer sachlichen Gesprächsgrundlage. Eine weitere Kooperation zwischen dem Hotel Santé Royale und der KTL zu wirtschaftlich ausgewogenen und fairen Konditionen sei ausdrücklich gewünscht. „Hierfür bedarf es keines öffentlichen oder politischen Drucks, sondern der Bereitschaft des Betreibers zu sachlichen und konstruktiven Gesprächen. Hierzu stehen wir gern bereit.“, schließt das Schreiben, das wir Ihnen als Stellungnahme hier noch einmal in Gänze angehängt haben.
Olaf Schulze
Autor: osch

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