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Mo, 18:40 Uhr
16.03.2026
Bürgermeister Reinz reagiert auf Hotelunternehmer Kiefer

Offener Brief und offene Reaktion

Ein offener Brief des Hotelbetreibers Stefan Kiefer sorgt derzeit für Unruhe in Bad Langensalza. Der Chef des „Santé Royale“-Hotels wendet sich darin an den Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt und droht, sich "nach wiederholten öffentlichen Vertragsbrüchen“ zurückzuziehen. Kurz zuvor war ein 2027 auslaufender Vertrag mit seiner Hotelgruppe von der Stadt nicht verlängert worden …

Bürgermeister Reinz antwortet auf offenen Brief (Foto: uhz Archiv) Bürgermeister Reinz antwortet auf offenen Brief (Foto: uhz Archiv)


„Sehr geehrter Herr Ministerpräsident!
Ich möchte ihnen hiermit mitteilen, dass wir als Santé Royale Hotelgruppe unser Engagement in Thüringen im nächsten Jahr beenden; wir werden den bestehenden Vertrag mit dem Tochterunternehmen der Stadt Bad Langensalza nicht verlängern und auf die Nutzung der Therme in Zukunft verzichten“, schreibt der Unternehmer Stefan Kiefer an den Landesherrn und fährt fort: „Ob wir das Hotel weiter als Budget-Hotel weiterbetreiben, eine Umnutzung als Pflegeheim vornehmen oder die Immobilie als Unterkunft für Asylbewerber zur Verfügung stellen- das werden wir bis zum Sommer entscheiden.“
Das Verhalten der Stadtverwaltung und der Kur- und Tourismus GmbH bezeichnet er im folgenden als illegal und dreist und beklagt sich, täglich von der Stadt „drangsaliert“ zu werden.

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Die „Tatenlosigkeit der Landespolitik“ ist Kiefers nächstes Thema und er fragt den Ministerpräsidenten: „Herr Ministerpräsident, mal ehrlich, würden sie einen Vertrag mit einer öffentlichen Gesellschaft verlängern, die fortwährend bestehendes deutsches Recht missachtet, permanent Verträge bricht und konkursgefährdet ist?“

Dann rechnet Stefan Kiefer dem Thüringer Regierungschef vor: „Wenn wir und unsere Gäste nächstes Jahr die Therme nicht mehr nutzen, fehlen knapp 70.000 Eintritte- dann wird das Finanzloch noch größer! Der Bademantelgang zwischen Therme und Hotel kann dann als „Gewächshaus“ genutzt werden.“

Kiefer behauptet weiterhin, „die Stadt hat unseren Nutzungsvertrag im Jahr 2020 rechtswidrig gekündigt - wir streiten im sechsten Jahr. Der letzte Richter-Vorschlag geht von über 1 Million Euro Schadenszahlungen plus Zinsen aus. Das bedeutet, wir bewegen uns auf eine Schadenssumme von 2 Millionen Euro zu.“ Und dann erklärt der Unternehmer der Politik, dass „im Vergleich zu unserer Millionen-Klage gegen die Stadt die Kita-Beträge ein „Taschengeld“ sind“.

Die Schuldigen für das ganze Dilemma hat Stefan Kiefer auch schon ausgemacht: „Die Verantwortung dafür trägt, nach meiner Meinung, eine völlig überforderte Geschäftsführung und ein überforderter Bürgermeister.“

Noch einmal betont er gegen Ende seines Briefes, sich schon auf die 2 Millionen Euro zu freuen, auch wenn das jetzt noch von den Gerichten verzögert würde. „Aber irgendwann wird es ein endgültiges Urteil geben und dann ist Zahltag für Bad Langensalza. Ich rechne nicht vor 2028 damit; aber ein Urteil wird definitiv kommen“, schließt das Schreiben des Hotelunternehmers.


Die Reaktion von Bürgermeister Matthias Reinz

Als Bürgermeister der Stadt Bad Langensalza will ich zu Vorwürfen und Darstellungen des Herrn Stefan Kiefer Stellung beziehen.

Der Ton und die Art der Ausführungen in diesem Schreiben sind inakzeptabel. Persönliche Angriffe und pauschale Unterstellungen tragen in keiner Weise zu einer sachlichen Klärung bei. Ein solcher Umgang mit kommunalen Verantwortungsträgern, politischen Institutionen und letztlich auch mit unserer Stadt ist respektlos und der Situation nicht angemessen.

Herr Kiefer wählte zum wiederholten Male den Weg der öffentlichen Eskalation, anstatt Konflikte sachlich und konstruktiv zu lösen. Mit massiven Vorwürfen versucht er, öffentlichen Druck aufzubauen und politische Entscheidungsträger bis hin zur Landesregierung und dem Ministerpräsidenten zu beeinflussen.

Die Stadt Bad Langensalza läßt sich von solchen öffentlichen Kampagnen nicht unter Druck setzen. Entscheidungen werden auf der Grundlage von geltendem Recht, in Verantwortung gegenüber der kommunalen Gemeinschaft und im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger getroffen. Besonders befremdlich ist die Aussage, das Hotel künftig möglicherweise als Unterkunft für Asylbewerber zu nutzen. Solche Ideen wirken in der aktuellen Situation nicht konstruktiv.

Ich weise die im Schreiben von Herrn Kiefer erhobenen Unterstellungen entschieden zurück. Sie entsprechen nicht der Realität und verzerren die tatsächlichen Abläufe. Eine Klärung der offenen und strittigen Fragen wird demnächst vor Gericht erfolgen.

An alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bad Langensalza möchte ich appellieren, sich von den Aussagen dieses Briefes nicht verunsichern zu lassen. Bad Langensalza ist und bleibt eine starke Kur- und Bäderstadt mit großem Potenzial, auch wenn sich Herr Kiefer aus dem Hotel zurückzieht. Die Nichtverlängerung des auslaufenden Vertrages ging auch nicht von Herrn Kiefer aus, wie im Brief dargestellt, sondern von der Stadt. Die Entscheidung fiel nach sorgfältigen Überlegungen, denn wir werden weiterhin verantwortungsvoll und transparent im Interesse unserer Stadtgemeinschaft handeln.

Erklärtes Ziel bleibt es, Schaden von der Stadt Bad Langensalza abzuwenden und Lösungen zu finden, die langfristig tragfähig und unabhängig von öffentlichen Drohungen sind.

Matthias Reinz
Bürgermeister der Stadt Bad Langensalza
Autor: osch

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