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Do, 14:16 Uhr
16.05.2024
Trauriger Spitzenplatz

Thüringer erkranken am häufigsten an Bluthochdruck

Neuer Online-Coach der AOK unterstützt Betroffene bei Anpassung des Lebensstils. Bluthochdruck gehört in Deutschland zu den großen Volkskrankheiten. 714.800 Menschen erkrankten 2022 allein in Thüringen...

Bluthochdruckmessung (Foto: Pixabay-Antonio_Corigliano) Bluthochdruckmessung (Foto: Pixabay-Antonio_Corigliano)


Mit einem Anteil von knapp 41 Prozent in der Bevölkerung ab 20 Jahren steht der Freistaat damit im bundesweiten Vergleich auf dem Spitzenplatz. Anlässlich des Welt-Hypertonie-Tages am 17. Mai appelliert die AOK PLUS deshalb an die Eigeninitiative ihrer Versicherten. Ein neuer, kostenfreier Online-Coach unterstützt dabei, den Blutdruck über gezielte Verhaltensänderungen im Alltag eigenständig zu senken.

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Menschen mit Bluthochdruck tragen den sogenannten „leisen Killer“ in sich, der oft erst erkannt wird, wenn schon Folgeerkrankungen vorliegen. Bei der Erkrankung ist der Blutdruck in den Arterien dauerhaft erhöht, was langfristig die Risiken für Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfälle, Demenz und Nierenschäden steigert.

Was die wenigsten wissen: Um ihren Blutdruck zu senken, können Erkrankte selbst einiges tun. Neben Alter, genetischer Veranlagung und hormonellen Faktoren bedingen vor allem Stress, mangelnde Bewegung, Übergewicht, Alkohol und zu viel Salz die Erkrankung.

Häufig hilft es, die Gewohnheiten zu ändern. Die AOK PLUS unterstützt ihre Kundinnen und Kunden dabei, den Lebensstil wirksam und dauerhaft anzupassen. Neben zwei kostenfreien Gesundheitskursen pro Jahr, z. B. aus den Bereichen Ernährung und Bewegung, erhalten sie mit dem neuen Online-Coach Bluthochdruck einen täglichen Begleiter an die Hand. Mit dem richtigen Wissen über die Erkrankung können Betroffene sich und ihre Gesundheit schützen und schwere Folgeerkrankungen verhindern.

Großes Stadt-Land-Gefälle bei Bluthochdruck in Thüringen
Laut einer Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) für den Gesundheitsatlas Deutschland hatten im Jahr 2022 knapp 41 Prozent der Erwachsenen in Thüringen Bluthochdruck. Damit nimmt der Freistaat einen Spitzenplatz ein vor Sachsen-Anhalt und Sachsen mit rund 40 bzw. 37 Prozent der Bevölkerung.

Deutschlandweit lag der Durchschnitt bei 30 Prozent.
Seit 2017 steigen die Thüringer Zahlen an und bewegen sich auf hohem Niveau.

Frauen (41 Prozent) und Männer (40 Prozent) sind dabei zu fast gleichen Teilen betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit der Diagnose deutlich an. Bei der regionalen Verteilung herrscht grundsätzlich ein starkes Stadt-Land-Gefälle: Während in den Städten Jena und Erfurt der Anteil bei rund 27 bzw. 32 Prozent liegt, sind es in den Landkreisen Sonneberg und Hildburghausen rund 48 Prozent, gefolgt von Saalfeld-Rudolstadt mit rund 44 Prozent. Spitzenreiter ist dennoch eine Stadt. In Suhl leiden über die Hälfte der Menschen (51,29 Prozent) an Bluthochdruck.

Online-Coach: Von Experten entwickelt mit Motivationsfunktion:
Entwickelt wurde der Online-Coach Bluthochdruck in enger Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Experten-Team aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Ernährungs- und Sportwissenschaften. Die Inhalte der insgesamt zwölf Coaching-Module richten sich nach den Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften und umfassen die Bereiche Entspannung, Stress-Management, Motivation, Bewegung und gesunde Ernährung.

Anhand von Filmen, Animationen und interaktiven Übungen lernen die Nutzenden, wie sie ihren Blutdruck beispielsweise durch Entspannungstechniken wie die Yoga-Atmung gezielt regulieren. Zudem informieren Schulungsmodule über die korrekte Blutdruckmessung und -dokumentation, über Risikofaktoren, Ursachen und mögliche Folgen von Bluthochdruck. Damit die Anwender ihre Lebensstil-Anpassungen auch langfristig beibehalten, bietet der Online-Coach eine Motivationsmethode, die den Fortschritt spielerisch durch das Sammeln von Aktivitätspunkten und Zertifikaten dokumentiert.

Das Programm kann eine ärztliche Beratung und Behandlung nicht ersetzen, aber durch zahlreiche Anleitungen zur Verhaltensänderung sinnvoll ergänzen.
Autor: emw

Kommentare
Bodo Schwarzberg
16.05.2024, 23.55 Uhr
Bluthochdruck oft hausgemacht
Um 1900 ging der Deutsche laut statista täglich noch 20 km zu Fuß, 1950 noch 10 km. Nicht aus der Motivation heraus, sich sportlich zu betätigen zu wollen, denn bekanntlich wurden Joggen und Fitness erst später erfunden, sondern, weil die Bewegung normaler Teil des Alltags war. Die Leute sind damals weniger an Fettleibigkeit, Herzinfarkt und Schlaganfällen, wie heute, gestorben, sondern häufiger bei Unfällen oder an Infektionskrankheiten.

Heute ist Sitzen der normalste Teil unseres Alltags, ob nun im Auto, im Büro oder vielfach zu Hause. Die Risiken sind bekannt, wir tragen fast alle eine tickende Zeitbombe in uns, wie die AOK-Statistik zeigt.

Dabei haben es die meisten Hochdruckpatienten selbst in der Hand, ihr Leben gesünder zu gestalten. Auch das bringt der obige Beitrag zum Ausdruck.

Der Gesellschaft als Ganzes jedoch muss man den die Hypertonie fördernden Stress anlasten, vor dem sich noch dazu kaum jemand verstecken kann. Er wird einem regelrecht aufgedrückt. Die permanente Reizüberflutung in welcher Form auch immer, fordert ihren Tribut. Und viele Menschen, die es nicht schaffen, die Risiken des elektronischen Zeitalters abzufedern, bleiben gesundheitlich auf der Strecke.

Aber wen soll man für diese Mainstream-Körperverletzung oder fahrlässige Tötung anzeigen?
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