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Mo, 20:15 Uhr
26.02.2024
Mittelständler und Landwirte demonstrierten in Bad Langensalza

Proteste in Zeiten erhöhter Kriegsgefahr

Auch heute Abend versammelten sich wieder knapp 200 Menschen, um in Bad Langensalza unter dem Motto „Die Mitte steht auf“ gegen die Politik der Bundesregierung zu protestieren. Vier Redner sprachen zum Publikum auf dem Neumarkt und hatten noch ein anderes Thema auf dem Herzen

Die gebürtige Bad Langensalzaerin Diana Bauer erläuterte ihre Sicht auf die angespannte Lage in der europäischen Landwirtschaft  (Foto: emw) Die gebürtige Bad Langensalzaerin Diana Bauer erläuterte ihre Sicht auf die angespannte Lage in der europäischen Landwirtschaft (Foto: emw)

Die in Bad Langensalza geborene Landwirtin Diana Bauer eröffnete den Reigen des informativen Abends, der seit Wochen montags von mittelständischen Unternehmern abwechselnd in Mühlhausen und Bad Langensalza veranstaltet wird. Sie forderte die Politik auf, sie als Landwirtin einfach ihre Arbeit machen zu lassen und diese zu wertschätzen, anstatt sie zu kontrollieren und zu reglementieren. „Nehmt die Hände aus unseren Taschen“, forderte sie unter dem Jubel der Anwesenden vom übergriffigen Staat. „Milliarden für Waffenlieferungen und einen Krieg, den keiner will, sind da, aber nicht für die eigene Bevölkerung“, rief sie in die Menge und machte klar, dass die Bauern anders als die Politiker in Generationen dächten bei ihrer Arbeit und nicht in Legislaturperioden. „Wir lassen uns auch nicht sagen, mit wem wir zu demonstrieren haben“, sagte sie und verlangte, „die Geisterfahrt endlich zu stoppen“, auf der unsere Regierung unterwegs wäre.

Clausen Ratz aus Weimar referierte über Demokratie und ihre Auswüchse in der heutigen Zeit (Foto: emw) Clausen Ratz aus Weimar referierte über Demokratie und ihre Auswüchse in der heutigen Zeit (Foto: emw)

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Der Weimarer Unternehmer Clarsen Ratz machte im Anschluss Ausführungen zur Demokratien und forderte die Kundgebungsteilnehmer auf, sich in politischen Prozessen zu engagieren. „Gründen Sie selbst Bürgerinitiativen, werden Sie aktiv und bringen Sie sich ein!“, war sein Credo. Gefährdet sei die Demokratie in unserem Land schon seit den Infektionsschutzgesetzen des Jahres 2020. „Meiden Sie die Briefwahl und setzen Sie sich für Bürgerdemokratie und Volksbefragungen nach Schweizer Vorbild ein“, sagte Ratz, der keine neuen Brandmauern errichtet sehen will und die Politiker für ihr Handeln in Haftung nehmen möchte. Außenministerin Baerbock empfahl er, lieber nach Moskau als nach Kiew zu fahren und dort mit Putin über Frieden zu verhandeln. Das würde Charakter beweisen.

Sebastian heise hielt ein Plädoyer gegen den Krieg und zitierte dabei Stefan Zweig (Foto: emw) Sebastian heise hielt ein Plädoyer gegen den Krieg und zitierte dabei Stefan Zweig (Foto: emw)

Der Mühlhäuser Tischler Sebastian Heise wollte ursprünglich heute über das neue Waldgesetz sprechen, entschied sich aber aufgrund der aktuellen Situation um und zitierte aus dem jüngsten Antrag der Bundestagsfraktion von CDU und CSU, der die Lieferung von deutschen Taurus-Langstreckenraketen ins ukrainische Kriegsgebiet verlangt hatte und die Schaffung einer „wehrfähigen Gesellschaft“, die „Produktionskapazitäten für militärische Güter erhöhen“ solle. Mit „Kriegstreiber“-Rufen und dem Sprechchor „Nie wieder Krieg!“ reagierten die Zuhörer auf die von Heise gebrachten Zitate aus dem abgelehnten Antrag. Und so wurde eine Veranstaltung, die eigentlich auf die Probleme und Sorgen des Mittelstandes verweisen wollte, am heutigen Abend zu einer Demonstration für den Frieden und mündete in die vielfachen Wünsche, endlich die Waffenlieferungen an die Ukraine einzustellen und die Verantwortlichen für diesen Krieg zu Verhandlungen zu zwingen.
Autor: red

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