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Mi, 12:30 Uhr
27.09.2023
Mitte Oktober wird der Betrieb in der Langen Straße wieder aufgenommen

Neuanfang für die Bad Langensalzaer Tafel

Nach der Insolvenz des ehemaligen Tafel-Betreibers „Talisa“ stand die Versorgung bedürftiger Bürger in der Rosenstadt eine Weile auf der Kippe und Mühlhausen wurde als Ausweichstandort ins Spiel gebracht. Doch nun sind es wieder die altbewährten Räume, wenn auch mit neuer Ausrichtung …

Diana Gräfe (links neben Bürgermeister Reinz) mit Ingeborg Roth, Silke Laemmel und Bernd Roßmann (Foto: oas) Diana Gräfe (links neben Bürgermeister Reinz) mit Ingeborg Roth, Silke Laemmel und Bernd Roßmann (Foto: oas)

Diana Gräfe leitete die Einrichtung in der Langen Straße schon vor der Pleite des alten Trägers, der auch in Erfurt, Gotha und Sömmerda aktiv war. Nun übernimmt sie die Aufgabe erneut, doch jetzt unter dem Dach der Tafel, wie sie auch in Mühlhausen tätig ist. Ihre Planstelle wird über die Diakonie und die Arbeitsagentur gefördert und finanziert, alle anderen acht Helfer ihrer eingeschworenen Truppe sind Ehrenamtler, die sich liebevoll um bedürftige Mitbürger kümmern.

Und so sprach auch Bürgermeister Matthias Reinz auf der heute Vormittag einberufenen Pressekonferenz von einem erfreulichen Neuanfang an alter Wirkungsstätte und betonte die wachsende Bedeutung einer solchen Einrichtung angesichts der zunehmenden sozialen Verwerfungen. Bei der Talisa sein unschöne Sachen passiert und er sei froh, dass die Versorgung durch die Zusammenarbeit mit der Tafel in Mühlhausen so schnell wieder in gesicherten Bahnen verlaufen könne.

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Schon am nächsten Mittwoch (11. Oktober) wird die Ausgabe von Lebensmitteln wieder aufgenommen, bis dahin strukturieren die Mitarbeiter Räume und Arbeitsabläufe um, denn es wird in Zukunft ausschließlich eine Lebensmittelausgabe im alten Dreiseitenhof geben. Reinz will in den kommenden Tagen alle bestehenden und künftigen Lieferanten der Tafel ins Rathaus zu einem gemeinsamen Gespräch einladen. In Bad Langensalza engagieren sich neben den Märkten Aldi, Netto, Rewe, Kaufland und Edeka auch die Fleischerei Fischer, die Bäcker Schmidt und Esche sowie die Fleischerei in Aschara an der Versorgung mit Grundnahrungsmitteln.

Über einen örtlichen Autohändler wird in den nächsten Tagen auch ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt, das kostenfrei für dei Belieferung genutzt werden kann. Die Kommune wird weiterhin die anfallenden Betriebskosten der Anlage übernehmen.

Nichtsdestotrotz wird nach einem neuen Ladenlokal für die Essenausgabe gesucht, denn von den bisher angebotenen anderen Zweigen Bekleidung, Fahrradteile und Möbel wird sich die neue Tafel in Bad Langensalza trennen.

„Es ist traurig, dass Menschen die Tafel überhaupt in Anspruch nehmen müssen“, sagte Bürgermeister Reinz, „desto wichtiger ist es, sie ordentlich auszustatten und zu unterstützen, denn die Schere zwischen arm und reich wird leider immer weiter aufgehen.“ Diana Gräfe freute sich, dass es weitergeht in Bad Langensalza, denn sie weiß: „Viele Menschen warten schon sehnsüchtig darauf, dass wir hier wieder arbeiten. Sie freuen sich auf unsere Angebote.“

Im Möbellager gibt es viel zu entdecken. Am 11. Oktober beginnt der Ausverkauf der gelagerten Dinge. (Foto: oas) Im Möbellager gibt es viel zu entdecken. Am 11. Oktober beginnt der Ausverkauf der gelagerten Dinge. (Foto: oas)

Reinz hat inzwischen schon Anträge für zwei Stellen im Bundesfreiwilligendienst gestellt, die unterstützend tätig werden könnten. Auch mit der Agentur für Arbeit sei die Verwaltung im Gespräch, um eventuell noch die eine oder andere Stelle gefördert zu bekommen.

Diese neuen Mitarbeiter werden dann schon kein Möbel- und Bekleidungslager mehr auf dem Hof vorfinden, denn alle Bekleidungsgegenstände gehen demnächst an das Deutsche Rote Kreuz, das Möbellager wird ab kommender Woche aufgelöst, wobei Interessenten durchaus für ganz wenig Geld ordentliche Dinge erwerben können im Ausverkauf. Immer mittwochs und freitags von 11 - 14.30 Uhr ist die Tafel nun wieder regelmäßig geöffnet.

Dank schneller Initiativen der handelnden Beteiligten und dem ungebrochenen Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter konnte die Zeit ohne eine Tafelversorgung in Bads Langensalza sehr gering gehalten werden. Jetzt geht es darum, Kontinuität in das wöchentliche Angebot zu bekommen und die Versorgung aller Bedürftigen, auch derer, die den Weg in die Lange Straße nicht mehr schaffen, abzusichern. Dafür wünschen sich Stadt und Mitarbeiter noch mehr freiwillige Helfer und gerne auch noch mehr Spender von Lebensmitteln für die Zukunft.
Olaf Schulze
Autor: osch

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