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Fr, 14:36 Uhr
25.11.2022
Bauern übergaben Forderungskatalog an Bürgermeister Reinz

Verantwortungsvoller Umgang mit kommunalen Flächen

vielen deutschen Städten einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Flächen. Dazu initiierten sie eine Trecker-Demo, die vormittags auch am Bad Langensalzaer Rathaus Station machte …

Bürgermeister Matthias Reinz und Heiko Wöllert von der AbL bei der Übergabe (Foto: EM Wiegand) Bürgermeister Matthias Reinz und Heiko Wöllert von der AbL bei der Übergabe (Foto: EM Wiegand)

Reiko Wöllert ist Landwirt in Haina und betreibt dort die Hofkäserei Burgmühle. Seit 2007 ist er in der Region aktiv und engagiert sich für eine gemeinwohlorientierte Verpachtung der kommunalen Flächen. „Öffentliches Land sollte auch öffentlichen Interessen zu gute kommen und nicht nach Höchstpreis an den Meistbietenden vergeben werden“, sagte er heute Vormittag angelegentlich der dezentralen Trecker-Demo, die in über dreißig Städten bundesweit abgehalten wurde.

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Durch das bisherige Vergabeverfahren, so meinen Wöllert und seine Mitstreiter von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), werden systematisch kapitalintensive Holdings und Agrarinvestoren gestärkt. Mit der öffentlichkeitswirksamen Demonstration vor Rathäusern wollen die Aktivisten die Kommunen und ihre Bürgermeister für eine solche Vergabe sensibilisieren. Der Milchbauer und Landesgeschäftsführer der AbL Thüringen übergab einen Forderungskatalog (siehe. pdf-Datei im Anhang) an Bürgermeister Matthias Reinz mit den Worten: ”Mit einer Vergabe nach Höchstgebot beteiligen sich die Kommunen an der Preistreiberei auf dem Pachtmarkt. Unser Vergabeverfahren setzt auf einen fairen und festen Pachtpreis und sucht den Pächter, der den größten gesellschaftlichen Vorteil für die Kommune hat. Dabei spielen Arbeitsplätze und die Versorgung der Menschen vor Ort ebenso eine große Rolle wie eine nachhaltige Bewirtschaftung, soziales Engagement und das Ermöglichen von Existenzgründungen.“

Die Atbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft kämpfte um eine faire Verachtung öffentlicher Flächen (Foto: EM Wiegand) Die Atbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft kämpfte um eine faire Verachtung öffentlicher Flächen (Foto: EM Wiegand)

Ein Überdenken der kommunalen Flächenvergabe könne vielen jungen Landwirten helfen, die derzeit in der Ausbildung sind, aber noch nicht über eigenes Land verfügen. Und von denen gäbe es eine ganze Menge, meint der Landwirt Wöllert. „Sie halten mit den kommunalen Flächen einen Schatz in der Hand für den regionalen Markt“, sagte er dem Bürgermeister.

Matthias Reinz versteht diese Sorgen und verspricht, über diese Problematik mit allen Beteiligten ins Gespräch zu kommen. „Die Pachtverträge unserer städtischen Flächen werden meist verlängert“, erläutert Reinz und verwies auf de insgesamt 14 Ortsteile der Stadt, die ihr Votum zur Verpachtung von Flächen abgäben. Vielleicht könne eine Arbeitsgruppe gebildet werden, regte der Vertreter der AbL an, in der man gemeinsam überlegen könnte, wie sich zukünftig Verpachtungen entwickeln.

Das will der Bürgermeister gern prüfen. Im Anschluss an die Übergabe des Forderungskatalogs lud das Stadtoberhaupt die beiden mit angereisten Zimmermannsgesellen auf der Walz ein, zur Besichtungung mit ihm ins Rathaus zu kommen. Wenig später verließ er dann allerdings allein und offensichtlich vergnügt seine Arbeitsstätte. Die Beantwortung der Frage, ob die beiden im historischen Gebäude gleich angefangen hätten zu arbeiten, ließ er lachend offen und wünschte einen schönen ersten Advent.
Olaf Schulze
Autor: osch

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