Sa, 18:48 Uhr
20.06.2015
200 Jahre Holzfahrt in Mühlhausen
Zur Mühlhäuser Holzfahrt 2015 lädt die Stadtverwaltung Mühlhausen, der Traditionsverein Mühlhäuser Heimatfeste und die Waldgaststätte "Weißes Haus" am Samstag, 27.06.2015 in den Mühlhäuser Stadtwald ein.
Das Programm zur Mühlhäuser Holzfahrt beginnt ab 13.00 Uhr musikalisch mit den Hainichwälder Musikanten. Um 14.00 Uhr informiert das Umweltzentrum Mühlhausen, das traditionelle Wettsägen und Zielhacken beginnt und eine Demonstration des Pferderückens im Wald wird zu sehen sein.
Musikalisch geht es um 15.00 Uhr mit dem Volkschor "Frohe Sänger" 1879, dem Männergesangsverein "Liederkranz Felchta" 1899 und dem "Chor Harmonie" und Spielaktionen für Kinder mit der Theaterwerkstatt 3K weiter. Gegen 16.00 Uhr wird dann Stargast Gerda Gabriel auftreten und um 16.45 Uhr findet die Preisverleihung der einzelnen Wettbewerbe statt.
Traditionelles Brauchtum pflegen
Die Mühlhäuser Holzfahrt wurde erstmalig 1815 urkundlich erwähnt und zählt damit zum jüngeren Brauchtum unserer Stadt. Ihren Ursprung hatte das Fest im "Zwang" der einfachen Leute, gemeinsam das für den Winter benötigte Holz zu schlagen, zusammenzutragen, aufzuladen und abzufahren.
Zu diesem Zweck wurden "Holzfahrtgemeinschaften" gebildet. Gemeinsam zogen die Bürger der Stadt jeweils in der Zeit um den Johannistag - wenn die Bestellung der Felder beendet war - mit Ochsen- und Leiterwagen "ins Holz".
Der Holzfahrtzug zum Stadtwald setzte sich am "Lutterothschen Familiengarten" (heute: Ecke Lutterothstraße/Wanfrieder Straße) in Richtung Gut Weidensee in Bewegung. Nach getaner Arbeit wurde meist am "Weißen Haus" oder am "Spittelbrunnen" gemeinsam gefeiert. An der "Grünen Pforte" erinnern noch heute zwei Steintische an jene Zeit. Vielfach spielte eine Tanzkapelle auf und der Pfarrer hielt eine Ansprache.
Später besorgten Fuhrunternehmen die Holzabfuhr. Wer es sich leisten konnte, fuhr mit der Kutsche zum "Weißen Haus". Am Spittelbrunnen ließ der Magistrat "eigens einen gemauerten Herd mit mehreren Kochstellen errichten". Das Holzfest war ein Dankfest, wie das Brunnenfest, bei dem unter anderem verschiedene Volkslieder erschallten.
Erst ab 1974 wurde dieses Heimatfest wieder aufgegriffen, da man in ihm eine Möglichkeit für Geselligkeit und Erholung sah. Alljährlich zogen wieder hunderte Mühlhäuser zum damaligen "Waldcafe", dem "Prinzenhaus". Hier unter schattigen Bäumen fanden weit über 500 Personen Platz.
Es wurde ein vielseitiges Programm geboten, bei dem auch mitgewirkt werden durfte. Mühlhäuser Chöre, Jagdhornbläser, Blaskapellen, Spielmannszüge und Sänger traten vor der Kulisse des Stadtwaldes auf. Die Kleinen konnten sich bei Ponnykutschfahrten erfreuen und die Größeren beim Wald- und Kräuterquiz ihr Wissen beweisen.
Die Erwachsenen messen zünftig ihre Kräfte beim Wettsägen und Zielhacken oder beteiligen sich am Schießen. Mit vielseitigen und bunten Programmen versucht man, das Brauchtum jenes alten traditionellen Heimatfestes zu pflegen
Glenn Meyer
Autor: redDas Programm zur Mühlhäuser Holzfahrt beginnt ab 13.00 Uhr musikalisch mit den Hainichwälder Musikanten. Um 14.00 Uhr informiert das Umweltzentrum Mühlhausen, das traditionelle Wettsägen und Zielhacken beginnt und eine Demonstration des Pferderückens im Wald wird zu sehen sein.
Musikalisch geht es um 15.00 Uhr mit dem Volkschor "Frohe Sänger" 1879, dem Männergesangsverein "Liederkranz Felchta" 1899 und dem "Chor Harmonie" und Spielaktionen für Kinder mit der Theaterwerkstatt 3K weiter. Gegen 16.00 Uhr wird dann Stargast Gerda Gabriel auftreten und um 16.45 Uhr findet die Preisverleihung der einzelnen Wettbewerbe statt.
Traditionelles Brauchtum pflegen
Die Mühlhäuser Holzfahrt wurde erstmalig 1815 urkundlich erwähnt und zählt damit zum jüngeren Brauchtum unserer Stadt. Ihren Ursprung hatte das Fest im "Zwang" der einfachen Leute, gemeinsam das für den Winter benötigte Holz zu schlagen, zusammenzutragen, aufzuladen und abzufahren.
Zu diesem Zweck wurden "Holzfahrtgemeinschaften" gebildet. Gemeinsam zogen die Bürger der Stadt jeweils in der Zeit um den Johannistag - wenn die Bestellung der Felder beendet war - mit Ochsen- und Leiterwagen "ins Holz".
Der Holzfahrtzug zum Stadtwald setzte sich am "Lutterothschen Familiengarten" (heute: Ecke Lutterothstraße/Wanfrieder Straße) in Richtung Gut Weidensee in Bewegung. Nach getaner Arbeit wurde meist am "Weißen Haus" oder am "Spittelbrunnen" gemeinsam gefeiert. An der "Grünen Pforte" erinnern noch heute zwei Steintische an jene Zeit. Vielfach spielte eine Tanzkapelle auf und der Pfarrer hielt eine Ansprache.
Später besorgten Fuhrunternehmen die Holzabfuhr. Wer es sich leisten konnte, fuhr mit der Kutsche zum "Weißen Haus". Am Spittelbrunnen ließ der Magistrat "eigens einen gemauerten Herd mit mehreren Kochstellen errichten". Das Holzfest war ein Dankfest, wie das Brunnenfest, bei dem unter anderem verschiedene Volkslieder erschallten.
Erst ab 1974 wurde dieses Heimatfest wieder aufgegriffen, da man in ihm eine Möglichkeit für Geselligkeit und Erholung sah. Alljährlich zogen wieder hunderte Mühlhäuser zum damaligen "Waldcafe", dem "Prinzenhaus". Hier unter schattigen Bäumen fanden weit über 500 Personen Platz.
Es wurde ein vielseitiges Programm geboten, bei dem auch mitgewirkt werden durfte. Mühlhäuser Chöre, Jagdhornbläser, Blaskapellen, Spielmannszüge und Sänger traten vor der Kulisse des Stadtwaldes auf. Die Kleinen konnten sich bei Ponnykutschfahrten erfreuen und die Größeren beim Wald- und Kräuterquiz ihr Wissen beweisen.
Die Erwachsenen messen zünftig ihre Kräfte beim Wettsägen und Zielhacken oder beteiligen sich am Schießen. Mit vielseitigen und bunten Programmen versucht man, das Brauchtum jenes alten traditionellen Heimatfestes zu pflegen
Glenn Meyer
